Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1876)
- Date
- 1876-07-05
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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634 Doch kehren wir zu den Cedern des Libanoy zurück undspeciell zu der Beschreibung desDr.Fraass. Der ganze Cedernwald steht auf Felsenschutt, und nimmt der Raum ca. 100,000 Quadratruthen ein. Die Bäume sind sammt und sonders alte, d. h. hundertjährige und uralte, d. h. tausendjährige Bäume. Die größte der uralten Riesencedern steht an einem Felsenabhang in der Nähe eines maronitischen Kirchleins und hat einen Umfang von 138 Metern. Dieser Baumist, nach seinen Jahresringen gerechnet, über dreitausend Jahre alt. Von den noch vorhandenen fünf dieser uralten Bäumen ist nur einer völlig unverletzt; bei den anderen hat der Blitz im Laufe der Jahrhunderte die zackigen Kronen zerrissen, und die zerfetzten Stämme ragen, entzückend für einen Maler, herzbrechend für einen Forstmann, in die blaue Luft. Der eine unverletzte Baum aber steht noch da als ein Prachtexemplar vollendete Cedernschönheit, wie sie einst König David schaute. Sturm und Blitz haben unter allen Cedern gewüthet, und auch unter den jüngeren derselben finden sich wenige unverletzte. Was der Mensch Alles verwüstet hat, wer will es sagen? Thatsache ist, daß zahllose Namen fremder Besucher in das Holz gerade der ältesten Bäume eingegraben sind und zu diesem Zweck fußlange Wunden in die Rinde geschlagen werden. Thatsache ist ferner, daß an viele herrliche Bäume Feuer gelegt wurde uud der Stamm halb oder zum Theil verkohlt ist. Die ältesten Exemplare entstammen ebenso wie der Boden, auf dem sie stehen, der vorgeschichtlichen Zeit. Der Cedernhain ist ganz unstreitig der Mittel- und Glanzpunkt des ganzen Libanon. „Zwei herrliche Mondnächte", schreibt Dr. Fraass, „habe ich im Zelt beim Rauschen der Wipfel unter einem der fünf Riesenbäume verbracht. Ich weiß nichts in meinem ganzen Leben, was einen ähnlichen gewaltigen Eindruck auf mich gemacht hätte, selbst die Felsenspitze des kahlen Sinai nicht ausgenommen, als dieser Anblick dreitausendjähriger lebender Wesen: es war mir, als stünde eines der vorweltlichen Geschöpfe, ein Mammouth oder ein Nashorn, oder der Riesenhirsch vor mir, deren Knochen in dem Boden liegen, auf welchem die Cedern wachsen." Wie lange wird es währen, dann werden auch diese letzten fünf Riesenzeugen entschwundener Jahrtausende, die letzten Cedern der heiligen Schrift der Zeit zum Opfer fallen! A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die (K i n g e f a n b f.)! I. | Än Dr. Cohn e, Rabbiner des Devecserer Bezirkes. Ihr schlecht Gedicht, ein schlechter Witz, Kam Ihnen aus der Seele, Doch nützet euer Reden nichts, Ihr reckt umsonst die Kehle. Der Korach jener alten Zeit Lebt heut' in euern Horden, Was wär' denn sonst, wenn ihr's nicht seid, Aus Korach's Söhnen worden? Ein Orthodoxer. II. An Dr. Back, Redacteur des „Ung. Israelit". Ihre Berichtigung in Nr. 25, die Unterschrift Reichs betreffend, soll, wie in bessern Kreisen gesprochen wird. Ihnen von keinem Freunde Ihres Blattes zugekommen sein, denn Reich soll, wie verlautet, beim Lesen Ihrer böswilligen Notiz sich in's Redaction nicht verantwortlich.! Fäustchen gelacht und die Bemerkung gemacht hai ben, daß seine Unterschrift unmöglich von einem Vernünftigen in Ihrem Interesse so gedeutet werden könnte; es soll vielmehr irgend einer von den vielen dummen Jungen, die Ihnen zur Seite stehen, Sie zur Aufnahme dieses Unsinnes veranlaßt haben, wohl wissend, daß derartige Lächerlichkeiten ganz der Tendenz Ihres Blattes entsprechen Ein anderer Witzbold erlaubte sich auf diese Ihre Freunde die Bemerkung: ndn map a man ona fw. [1627] Ein Orthodoxer. Bitte an Menschenfreunde! Von einem schweren Unglück wurden die Gemeinden Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe, Guntersblum und Gimbsheim am 22. Juni durch den bei Ludwigshöhe erfolgten Dammbruch heimgesucht. Der größte Theil dieser Gemarkungen steht heute noch 6—8' hoch unter Wasser. Bon Dieuheirn und Oppenheim find fast alle Frucht- und