Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1876)
- Date
- 1876-06-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. M S« Der Israelit. si/nsi/c Ein CeMal-Drgan des orthodoxen Judenthums. HcrauSgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, b e n 2 8. Juni 5636 (1 8 7 6). Diese Zeijtung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonmrt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband sro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. w Pa mit dem 1. Juli ein neues Hnartal beginnt, so erkanöen wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Sei der *goft ba$ Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Werseuduug keine Unterbrechung erleide. Inhalt. Leitende Artikel: Die gesellschaftliche Stellung der Juden. — Die Berathung deS Gesetzes über den Austritt aus der Synagogengemeinde, im Herrenhaus. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland; Lauphekm. Hagenau. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Binjamin. Inhalt der erste« Nellage: Zeitüngsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. AuS Westphalen. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Proselyten. Inhalt der zweite« Freilager Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Berlin. Kattowitz. Hamburg. Düsseldorf. — Straßburg. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — England: London. — Anhalt der K*tra-Freitage: Spenden-Verzeichnisse. Leitende Artikel. Pik gesellschaftliche Stellung der Jade«. Mainz, 22. Juni. Unter obigem Titel hat Herr Dr. Jos. Kolkmann, Kgl. Pr. Kreisrichter zu Löbau in West- Preußen, eine Schrift veröffentlicht, welche im Gegensätze zu den jetzt leider so häufigen literarisch"« Judenhetzen unfern Glaubens- oder vielmehr Stammesgenoffen die rechte Würdigung und Anerkennung zu Tbeil werden läßt. Herr Dr. K. beschränkt sich aber auf die Vertheidigung der modernen Juden, während er das Vorurtheil so vieler Christen gegen die orthodoxen Juden für begründet hält. An Herrn Dr. K. hat nun ein „orthodoxer Jude", Herr S. zu Frankfurt a. M., ein Sendschreiben gerichtet, in welchem er die Ansichten desselben über das orthodoxe Judenthum zu berichtigen sucht. In welch' vorzüglicher Art Herr S. dies ausgeführt hat, davon wollen wir unsere Leser durch einen Auszug aus dem erwähnten Sendschreiben überzeugen. Herr S. schreibt: „Sie treten, Herr Dr. Kolkmann, für die Juden in die Schranken, aber nur für die modernen Juden, Sie constatiren, daß die gebildeten Juden sich den neuern religiösen Anschauungen thatsächlich angefchloffen haben, daß das Unterscheidende vom Christenthum für das vom Judenthum noch übrig Gebliebene der Gemeindegottesdienst und der Gebrauch des alten Testaments sei, daß die Reform sich an allen Ecken und Enden Bahn breche, und daß dieser Reformpartei die Zukunft des Judenthums gehöre. „Das orthodoxe Judenthum aber mit seinen ängstlichen Speiseverboien, seinem weitschweifigen Ceremonien- und Gebetformelwefen, seinen vielen Festen, dem Gebrauche einer tobten Sprache für den Cultus, feiner Buchstabenklauberei und Werkheiligkeit habe Vieles mit dem römischen Katholicismus gemein. Der Grundgedanke des alten Ju-