Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1876)
- Date
- 1876-05-24
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447664--12536-2468365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jahrgang. Zweite Beilage zu Ar. 81 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenze« Deutschland. Heidenheim a. H., 29. April. Heute fand hier eine erhebende Feierlichkeit statt. Herr Amfon Sommer gab bei Gelegenheit der rnso rn-Feier seines einzigen Sohnes eine neue min nso in die Synagoge. Herr Distr.-Rabbiner Grünebaum hielt eine zweckentsprechende Festrede, die von den Zuhörern verschiedener Confeisionen mit wahrer Begeisterung ausgenommen wurde. Wein stock. Berlin, 17. Mai. Die heutige „Nationalzeitung" bringt einen Artikel des Dr. Philippson in Bonn der gegen das Gesetz über den Austritt aus der Synagogengemeinde gerichtet ist und behauptet, daß alle Abgeordneten, die für das Synodalgesetz gestimmt haben, gegen das Austrittsgesetz stimmen müßten. Wir erlauben uns dagegen zu erinnern, daß ja dieselben Herren auch für das Altkatholikengesetz gestimmt haben, das entschieden weiter geht, als das neue Judengesetz, daß ferner durch dies letztere die jüdischen Parochien (Synagogenbezirke) nicht aufgehoben, sondern wie früher fortbestehen werden und nur für Einzelne, die aus religiösen Bedenken daran nicht mehr Theil nehmen und in Folge dessen ihre Rechte opfern, die Geltung verlieren werden. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien. Dem dritten Jahresbericht der isr. Allianz zu Wien entnehmen wir: Wie in den Vorjahren, so war der Vorstand auch in seinem dritten Functionsjahre bemüht, allen statutenmäßigen Aufgaben des Vereins in gleicher Weise gerecht zu werden. Es ist uns eine angenehme Aufgabe, hierbei zu constatiren, daß unser Verein im verflossenen Jahre innerhalb des Rahmens seiner statutenmäßigen Wirksamkeit mehrere wichtige Fragen in Uebereinstimmung mit der Alliance Jsraelite Universelle in Paris und der Anglo-Jewish-Association in London behandelt hat, und daß die Harmonie in den Ansichten dieser drei selbstständigen Vereine sichtlich den gemeinsamen jüdischen Angelegen, heiten zum Vortheile gereichte. An Jahresbeiträgen von 427 Mitgliedern ging der Betrag von fl. 2514 ein, gegen 1874 um 10 i Mitglieder und fl. 140.50 weniger, dagegen hat die * Zinsen-Einnahme aus Wertpapieren um fl. 377.90 * auf 3790.91 sich gesteigert. Die Gesammtzahl der Mitglieder zu Ende! des abgelaufenen Jahres belief sich auf 486, woi runter 8 Stifter, 19 Gründer, 69 Mitglieder auf j Lebenszeit und 400 Mitglieder mit Jahresbeii trägen. * In einigen individuellen Fällen wurde die Jn-! tervention des hohen Ministeriums des Aeußeren; angesucht und gewährt. j ' Anlaß zu einer umfassenden Thätigkeit gab; die Regierungsvorlage, betreffend den Abschluß! einer Handels-Convention zwischen Oestreich-Ungarn i und Rumänien. Zur Herausgabe der ..Geschichte der Juden in Wien 1156—1876 von G. Wolf" wurde eine Subvention von 300 fl. ö. W. bewilligt. Im verflossenen Jahre wurde zur Fortsetzung der „Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud" die 2. Rate Pr. 150 Thlr. gleich 255 fl. 38 kr. ö.W. flüssig gemacht. Es wurden 14,707 fl. eingenommen und die Gesellschaft hat ein Vermögen von 69,467 fl. Holland. Amsterdam. Ihr geschätztes Blatt brachte neulich einen kurzen Bericht über die anhängige Frage in Holland bezüglich des jüd. Religionsunterrichtes. Es wird wohl Ihre Leser interessiren, etwas Näheres über diese Angelegenheit zu vernehmen. Wir Sie bereits berichteten, hat Herr Oberrabbiner vr. I. H. Dünner dahier in einem holl. jüd. Blatte einen Artikel „Umfang u. Zweck des elementaren Religionsunterrichtes in Verbindung mit der neutralen Schule" überschrieben, veröffentlicht. Nach einigen Auseinandersetzungen kommt er zu dem Schluffe, daß die Erlernung des Pentateuchs, der Mischnah und des Raschi-Commentars bei Schülern bis zum 11. Jahre weggelafsen werden, dagegen Sprachlehre, Geschichte, Pflichtenlehre und Uebersetzung einiger Gebetstücke die Gegenstände des Unterrichtes ausmachen sollen. Nach dem 11. Jahre soll dann die Uebersetzung des Pentateuchs und der Haphtaroth folgen; dabei ist aber angenommen, daß die Schule zumeist bereits mit dem 11. Jahre von den Schülern verlassen wird. In Folge dieser Publikation traten die Herren Oberrabbinen Lehmans und Behren-