Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1876)
- Date
- 1876-05-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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454 Sch neiderstaridks, der ihn an den Boden festsehalten und jeden höheren Aufschwung unmöglich gemacht, befreit und als Chvwer tournierfähig, bot sich Wodolka'S Thätigkeit eine weile Bahn dar. Vor Allem gelang es einer von Red Mosche Budweiser gut geleiteten Agitation bei derMcwurer^-Mahl in der großen schönen Pinkassynagoge alle Stimmen auf Wodolka zu lenken, und mußte er auch bald die schwere Bürde eines Chol-Gabbe«) auf seine Schulter laden. Was?! — das war doch ncch e>was ganz anderes als Gabbe bei einer winzig kleinen Privat-Chewre in einem Zimmer!? — C’est ne le piemier pas qui couie —^ vierzehn Tage darauf ward itm die Stelle eines Gabbe bei 'Hi chnossas Kollos übertragen und als man ihn im Laufe des Jahres auch zum Mitvorsteher von Michum Awelim«) wählte, mußte man ihn hierzu schon fast gewaltsam zwingen und — freilich das war schon zwöl^ Jahre später und Neb Jakow Wodolka schon siebzig Jahre alt, — als sich der wirtlich brave, wohlthälige Mann um das Bes- Hamidrasch d) sehr verdient gemacht und alljährlich sechs arme Knaben neu gekleidet hatte, war er schon — denkt Euch nur, das ist gar kein Spaß — nahe daran, Beshamidraschgabbe zu werden! Könnt Ihr 5) Ausschuß bei dem Synagogenvorstaude, Beisitzer. 6) An Wochentagen fungircudcr Borsteher. 7) Brautausstattungsvcrcin. 8) Unterstützung von dürftigen Leidtragenden während der Trauerwochc. 9) Armenkinderlehrhans von dem berühmten Grmeindewohlthäter Mordechai Meistl gestiftet. Euch diese schwindelerregende Höhe vorstellen? Wißt Ihr, was das damals hieß? Ich will's Euch nur kurz ohne Umschweife sagen, das war fast soviel wie . . . Stadtg abbe5 6 7 8 9 io). Er war es nur auis dem Grunde nicht geworden, weil eine in derThat hervorragende Capacität sich zur Uebernahme dieses Ehrenamtes bereit erklärt hatte und der bescheidene Wodolka zurücktrat; aber wenn er's auch nicht geworden — wenn er sich auch nur unter den Candidaten um diese hohe Stelle befand — war das wirklich Ehre genug! . . . und noch als neunzigjähriger Greis kam er stets mit Vorliebe auf die Geschichte zurück, wie er bald Beshamidrasch« Vorsteher geworden wäre! Und wenn ihn Neb Mosche Budweiser, sein uralter Jugendgenosse — der Schalk — in gute Laune versetzen wollte, pflegte er ihn — Vergeßlichkeit des hohen A'ters vorschützend — über die Einzelnheiten dieser Episode auszufragen. Alle Helden und Heldinnen unserer einfachen schlichten Erzählung sind schon hinübergeschtummert in ein schöneres Jenseits und wohl nur die jüngsten derselben haben noch als hochbetagte Greise das purpurne Morgenroth jener schönen Zeit anbrechen sehen, welche die Schranke niederriß, die den Bruder vom Bruder, den Menschen vom Menschen trennte. Möge ihr Glanz bald den ganzem Erdball überstrahlen, um nie zu verlöschen! 10) Hospital- und Alincuiveseu-Vorstehev. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. von Stettin mch tlewyork nggr Kinder die Hälfte, Säuglinge 12 Mark. Israelitische Passagiere erhalten auf ihren Wunsch ieo Verpflegung. C. Messing, Grüne Schanze 1 859] Stettin. Oskar Seiner in Leipzig sucht gegen Cassa saubere und gut gehaltene Exemplare von Graetz, Geschichte der Juden, III. und IX. Band. Auf Wunsch werden neue Exemplare der andern Bände dagegen umgetauscht. [946 mein Tuch-, Manufaktur- und Modewaarengeschäft suche per 1. Septr. d. I» einen Lehrling jüdischen Glaubens, mit den nöthigen Schulkennlnissen versehen, bei günstigen Be» dingungen. [8. 51780 Halberstadt. [1190] Ph. Harwitz.