Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1876)
- Date
- 1876-05-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVII. Jahrgnno. J|o 2O Der'Jsraelit. E in Zentral -Grgan für das orlstodore Iudenlstum. Heraukgegrden von Dr. gcbttutnn in Mainz. Mittwoch, den 17. Mai 5636 O 8 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 1» Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 2ö Pfennige die Petitzeile oder deren Rauin.— Oesterreichische Banknoten laut Eours. — Directe Francoznsendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Spanien und die Juden. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Gießen. Gießen. Mosbach a. N. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. Hanau. Aus Westphalen. — Italien: Rom. — Spanien: sJJladrid. Madrid — Feuilleton: Binjamin. Anstatt der ersten Meikage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Hall. Berlin. Schermbeck. Hamburg. Wittersheim. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Pcsth. — Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Anstatt der zwelten ZSeikage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Karlsruhe. Eppingen. Furth. Berlin. -- Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Wien. Pesth Aus Lomnitz. Aus Westgalizien. — Frankreich : Paris. — England: Liverpool. — Türkei: Constantinopel. Anstatt der Grtra - Meitage: Spenden-Verzeichnisse. Leitend« Artikel. Spaait« und die Luden. *) Durch Vermittlung des englischen Gesandten in Madrid ist dem Könige Alsonso die Petition einer jüngst in London abgehaltenen Versammlung jüdischer Delegirten überreicht worden, in welcher nach nahezu vierhundertjähriger Verbannung um Wiederzulassung der Juden in Spanien gebeten wird. Um das Recht, sich ein gesetzlich geschütztes *) Nach der „Neuen freien Presse". Obdach unter spanischem Himmel zu erwerben, wird darin gebeten, um das Recht freier Religioasübung und um bürgerliche Gleichberechtigung mit den christlichen Unterthanen des Nachfolgers jenes Ferdinands und Jsadellens, unter deren Regierung im Jahre 1492, im Jahre der Entdeckung Amerika's, jenes Edikt erschien, welches die Juden von der pyrenäischen Halbinsel verbannte. Dieses Edikt ist bis heute in Kraft*). Freilich leben Juden in Spanien als stille Leute, aber sie sind schutzlos und wehrlos allen Bedrohungen preisgegeben, und ihre Sicherheit ist eine größere und geringere nur je nach dem Grade der Bildung oder Barmherzigkeit ihres nachstwohnenden Nachbars. Daß vierhundert Jahre vergehen mußten, ehe eine solche Petition überhaupt mit Aussicht auf Erfolg eingebracht werden konnte, und daß eine europäische Regierung in unseren Tagen noch einer solchen Bitte erst benöthigte, und, mehr! daß auch während der glänzendsten Perioden der CorteS sich kein Mannesmuth fand, um für solchen Act der Gerechtigkeit seine eindringliche Stimme zu erheben — das beweist mehr als manches Andere j wie dicht noch die mittelalterliche Finsterniß in i den Köpfen der Nation geblieben ist. Freilich ist *) Anm. der Red des „Jsr ". Das ist nicht richtig. Unsere Leser werden sich unserer Eorresponden; mit Marschall Pri ni erinnern; das Edi'ct von 1492 wnrde i:n Jahre 1869 aufgehoben. Die jetzige Petition bezweckt nur, die Regierung anzugehen, die auno 1869 gewährte Religionsfreiheit nicht wieder aufzuhcben.