Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1876)
- Date
- 1876-03-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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244 ruhte ein großer Kopf, auf dem ein ungeheurer Dreimaster thronte. Sein rothes Gesicht, dessen Hauptschmuck eine rubinrothe Nase von höchst anständiger Größe bildete, war in gravitätische Amtsfalten gelegt, die Brauen über die klugen grauen Augen waren ernst zusammengezogen, und die so construirte Physiognomie, verbunden mit einer äußerst steifen Haltung, konnte nicht anders als respekteinflößend wirken. Er hatte einen dicken Stock in der Hand, mit dem er, um seinen Worten größer« Nachdruck zu verleihen, die wichtigsten Momente ferner Rede mit einem Stoße ans den Boden begleitete. „Boruch habo!" rief Budweiser, indem doch eine Hoffnung leise aufdämmerte, Zehnthomer wäre der Bringer einer frohen Botschaft. „Boruch hammzo!" entgegnete dieser kurzweg. „Kohol läßt Euch befehlen^), Ihr sollt Sonntag Schlag zehn Uhr auf's Rathhaus kommen." — Dann setzte der Meschores den Stock auf den Bo¬ 7) auch so viel als mittheilen. den, wischte sich den Schweiß von der Stirne und sprach: „Gut Jahr!' und wollte sich wieder entfernen. „Hm!" meinte Budweiser, „wißt Ihr nit, was Kohol von mir will?" Zehnthomer war gewohnt, daß wohlhabende Leute eine solche neugierige Frage durch das Gewicht eines Siebzehners *) unterstützten; da Budweiser dies nicht that, machte Zehnthomer ein geheimnißvolles, wichtiges Gesicht, schob die Achsel in die Höhe und sprach augenzwinkernd in einem Tone, der das Gegentheil andeuten sollte, „ich... ich weiß gar nichts; ... ich bin ja nur der Meschores. Ihr werd't schon Sonntag hören." „Wenn Ihr nix wißt, könnt' Ihr auch nix sagen," meinte Budweiser, der sich während des Sprechens anzukleiden begann, und Zehnthomer verließ höchst mißvergnügt, unverständliche Worte brummend, das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) 8) damals gebräuchliche Münze. ANZEIGEN. Für bt’ti folgenden Theil ist die Redaciion nicht »crantwoillich. C*n der hiesigen isr. Gemeinde wird ein geprüfter •O Religionslehrer, der nebenbei die Funktionen eines Hilfsschächters und Thoravorlesers übernehmen kann, sofort gewünscht. Jährliches Einkommen 1050 Mark nebst freier Wohnung. Reflectanten wollen sich schleunigst melden bei dem Vorstände der isr. Gemeinde 659} zn Schwersenz bei Posen. Annonce. Eine Erzieherin (Norddeutsche, Israelitin), gesetzten Alters, wird für fünf Mädchen, im Alter von 5—15 Jahren, vom 1. Juni 1876 an aufzunehmen gesucht. Beansprucht wird : Unterricht in allen literarischen Gegenständen, französischer und englischer Sprache und weiblichen Handarbeiten. Bewerberinnen wollen ihre Zeugnisse und Gehaltsansprüche nebst andern Bedingungen an mich senden. M. Stratzmann, 679} Mähr.-Ostrau (Oesterreich). Ln detail. i"lDD En gros. Meine seit über 5u Jahren bestrenommirte Handlung sämmtlicher Arten Eolonialwauren, Meine u. s. w. bringe einem geehrten Publikum in gütige Erinnerung. Die Preise find billigst gestellt und bitte die Aufträge frühzeitig einzusenden. ®t. C. Pefach *) in Altona. Auf Verlangen kann ein -iteon des Oberrabdinats beigegeben werden. [445 *) In Nr. 8 heißt es irrthümlich Pesack. _ g g K werden unter strengster Diskretion vermittelt X / durch f. x I. Blumenthal, * 469} Neuestr. 34, Hannover.