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Der Israelit · 1876-02-23 · Heft 8 (23.2.1876) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 8 (23.2.1876)
Date
1876-02-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Zweite Leilage zu ttr. 8 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Bayern, 18. Febr. Am “tdd n'Vn 'n hat in der Gemeinde Mönchs Deggingen bei Nördlingen ein edler Greis, Herr Moses Sonn nero m'niD nach kurzem Krankenlager seine irdische Laufbahn beschlossen. Er hat es wohl verdient, in diesem ge'chätzen Blatte einen Nachruf zu erhalten. Herr Moses Sonn war geboren zuSchweinshaupten in Unterfranken; er widmete sich schon in jungen Jahren dem Thorastudium; da er bei sehr großen Anlagen einen regen (Eifer bethätigte, so haben die Eltern kein Opfer gescheut, des Geist ihres begabten Sohnes ausbilden zu lassen. Er besuchte die 502'L" zu Frankfurt a. M. und Mainz mit großem Erfolge. Er wollte aber aus der min keine m -pn1? Dimp machen, er wollte keinen materiellen Gewinn daraus ziehen! er machte sich in seinem Geburtsorte ansässig und betrieb dort mit allem Fleiße den Feldbau. Alle freien Stunden aber widmete er dem Selbststudium sowohl als auch dem Unterrichte nicht nur seiner eigenen Kinder (er hatte vier Söhne u d eine Tochter) sondern auch strebsamer, fremder Jünglinge. Wenn es sich bestätigt, daß man an den Früchten den Baum erkennt, so war es hier der Fall. Seine Söhne hat er in min unterrichtet und zur echten Gottesfurcht erzogen, so wie er auch für seine einzige Tochter einen unterrichteten und gottesfürchtigen Gatten gesucht und gefunden hat. Da seine Frau schon vor 25 Jahren das Zeitliche gesegnet hatte, so übergab er seinem Sohne Nathan Sonn sein Anwesen und lebte in dessen Familie geliebt und hochgeehrt. Von dieser Zeit an aber widmete er seine ganze Zeit dem Thorastudium und den frommen Werken. Vor 14 Jahren siedelte er mit diesem Sohne nach Mönchs-Deggingen über, da letzterer in dortiger Gemeinde die Vorbeter¬ und vniV-Stelle übernommen hatte. Auch dort ist er unermüdet vom Morgen bis zum späten Abend dem Thalmudstudium obuelegen dabei war er auch in profanen Wissenschaften, in Mathematik und Sprachen wohl bewandert, und verfolgte er auch bis zum hohen Alter, er erreichte das 80. Lebensjahr mit lebhaften Interesse die Weltbegebenheiten, so daß er in Wahrheit mm mit px mn aufs Schönste und Innigste vereinte. Durch sein I bescheidenes, anspruchloses Wesen, sowie durch seine j Nächstenliebe und Leutseligkeit hat er überall die Herzen sich gewonnen und wurde ibm Liebe und Achtung in reichen Maße erwiesen, so daß sein Scheiden allseitig die schmerzlichste Theilnahme gefunden hat. mi!"i,"'j"n. St. Bad-Hombnrg, 20. Febr.. Am 28. Januar d. I. verschrei) nach län eren Leiden Herr Salomon Koh nstamm aus New-Aork, welcher seit einer Reihe von Jahren hier gewohnt und sich die Liebe und Achtung Aller, die ihn kannten, erworben hatte. Die Wohlthängkeit des Heimgegangenen war sehr groß und seinem reichen Einkommen durchaus angemessen. Von der allgemeinen Liebe und Theilnahme zeugte das große Leichenbegängniß, an dem sich Mitglieder aller Confessionen und Freunde des Verstorbenen aus der Ferne betheiligten. An seinem Grabe sprachen unser ehemaliger Rabbiner Herr Fromm und unser künftiger Rabbiner Herr Dr. Auerbach; beide Redner hoben in warmen Worten die Tugenden des Verblichenen hervor. O e st e rr. - U n g a r. Monarchie. Wien, 20. Februar. Der Recurs gegen die bekannte, Aufsehen erregende Verfügung des niederösterr. Landesschulrathes, laut welcher die israelitischen Schüler an ihren Feiertagen genöthigt wären. Schreiben, Zeichnen und ähnliche Arbeiten verrichten zu müssen, ist nun höchsten Ortes in besonders günstiger Weise entschieden worden. Bereits vor acht Tagen wurde HerrJ g n az Deutsch von der Ansicht des hohen Cu.tusm nisteriumsinKenntniß gesetzt, daß die bestehende Schulordnung in den Volks- und Mittelschulen keine Veranlassung sein könne, der israel. Schuljugend an ihren Feiertagen einen Zwang aufzuerlegen, der ihren religiösen Satzungen wiederstrebt. In dieser Richtung sollte nun die Weisung,an den niederösterr. Landesschulrath ergehen. „Damitz aber ein solcher Mi- „nisterialerlaß für ganz Cisleithanien maßgebend „und bestimmend bliebe, müßte eine solche Berfü- „gung im Verorrnungswege promulgirt werden. Der „Cultusminister hat sich nun auch hierzu entschlossen, „und am 1. März d. I. wird die vorstehende „Entschließung im Verordnungswege amtlich be- „kannt gegeben werden, damit der in Rede stehende

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