Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1876)
- Date
- 1876-02-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 „Herr Rakonitz!? Schwär^), was soll das bedeuten?" „Das soll bedeuten, junger Mann! — daß ich nicht gestatten kann, daß Sie mein Schwiegersohn werden, wenn nicht Ihr Vater damit einverstanden ist." „Oh! ... ob er damit einverstanden ist! er ist ja ein guter, braver Mensch, und will ja nur mich glücklich machen — und ich habe ihm gesagt, daß ich nur mit Ester glücklich werden kann . . . . und er bedauert jetzt herzlich, daß er meine Briefe an Euch" — Simon machte eine verlegene Pause, „unterschlagen" mochte er nicht sagen — „zurückbehalten hat . . . Er wird auch gleich heraufkommen, ich bin nur vorausgeeilt — ich kam erst kurz vor Schabbesanbruch an — weil mich die Ungeduld verzehrte, Euch . . . Alle zu sehen. . . Euch zu sagen, daß ich von Ester nicht lasse, auch wenn ich noch zehn Jahre warten müßte, — daß kein anderes Mädchen mein Weib wird als sie — und dann auch zu bitten, meinen guten alten Vater, wenn er her kommt - nicht unfreundlich aufzunehmen — er wird sich ja entschuldigen, und sagen: es bleibt Alles beim Alten ... es ist mein Vater, und er hat nur aus Liebe zu mir gefehlt ... er ist ein alter, würdiger Mann . . „Seh' ich aus wie ein böser Mensch?" lachte Budweiser und Freude strahlte aus seinem Auge und seinem Gesichte . . . Er ward unterbrochen, denn ein langsamer, schwerfälliger Tritt ward hörbar; die Thüre öff- 5) Schwäher, Schwiegervater nete sich, und Reb David Rakonitz trat mit einem lauten „Gut Schabbos" verlegenen Gesichtes und bedrückten Gemüthes ein. — „Boruch habo Mechuton!" rief Budweiser, dem alten Manne entgegengehend, die Hand reichend und einen Stuhl neben sich zum Tische schiebend, als wäre zwischen den Beiden nie etwas vorgefallen, und um gleich ein unverfängliches Thema anzuschlagen und ihm jede Verlegenheit zu ersparen, sprach er ganz eifrig und geschäftig: „Es is mir recht lieb, daß Ihr kommt, Mechuton . . . Seid mir mochel, daß ich's gleich sag', ich könnt' aber dann daran vergessen. Heut' war man bei mir und hat mich gebeten, ich soll mit dem braven, feinen choschewen Reb David Ulm herum gehen, eine Nedowe machen für e gewaltig groß Rachmones^) . . . Veile Jastrow eine Al* mone, blind, taub und krank, — ich sag' zu so etwas nie nein — ich muß aber aus den Pilsner Markt — und Hab' versprochen, mit einem bechoweten^) Mann zu sprechen, der die Mizwe^) thun will — Wollt Ihr mochel sein und mit Reb David Ulm sammeln gehen?" Mit einem Schlage, in einem Momente, waren aus tiefbetrübten — glückliche, frohe Menscheu geworden! Es wurde ein schöner, gemüthlicher Abend, und erst spät, als die Oellämpchen nach und nach erloschen, trennte sich die kleine Gesellschaft. (Fortsetzung folgt.) 6) wohlthätige Sammlung veranstalten. 7) bcdauernswerthe Person. 8) achtbaren. 9) Eutthat. A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich ine gew. Verkäuferin (Jsr.) sucht Stelle in einem Manufactur - und Confectionsgeschäft. Franco-Offerten besorgt die Exp. d. Bl. sub Nr. 339.__ Die Buchhandlung von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. übernimmt die Ausführung von Proches, Sefermäntelchen u. s. w. in Gold, Silber und Seidestickereien zu billigen Preisen. Auf Verlangen Einsendung von Zeichnungen und Kostenanschläge. 301] Preis - Ermäßigung! Die traditionellen Synagogen Gesänge herausgegeben von N. H. Katz und L. Waldbott. 3. Theil. Statt Ladenpreis Thlr. 2. S nur Thlr. 1. Gegen Franco-Einsendung des Betrages zu beziehen durch Kauffmann, 293] F ra n k f u r t a. M.