Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1876)
- Date
- 1876-02-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. Der Israelit. in Gin -Hrgan für das orthodore Audentyum. Herouögkgeben von vD. Lehmann in Mainz. t t w och. den 2. Februar 563 6 (1 8 7 6). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Dian abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhnndlnngeu und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 1h Pfennige die Pctitzcilc odcr-^ercn Ranul.— Ocstcrreichischx Banknoten laut Eours. - Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. östcrr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Die groszcn Grundsätze des Judenthmns. — lieber den (vt'Iafi der würltcmb. israel. Obcrtirchciibehördc rc. Zeitung lachrichten une Emrespimdenzen '^Keillschland: Bürgen. Altcnstirdt in Bayern. — Frankreich: Paris — Feuilleton: Hans Ebers. der erste« zreir«ge: Leitender Artikel: Die Simultanschule. Zeitnngsnackrichten und Correspondcnzen: Desterr.-Ungar. Monarchie : Pesth — Amerika: Boston. —- Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Inhatt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Fnmksnlrt a. M. — Leitende Artikel. Die großen Grundsätze des Iudenthums. IV. Mainz, 27. Januar. nN ’mnx noDnb ->M-r 2'Mi .minx „Seine Schwester — wie es heißt; Sprich zur Weisheit, du seiest meine Schwester." (Mischlo C. 7, V. 4.) An einen andern Vers aus den Sprüchen des weisen Königs anlehnend (CD2, V. 3) nennen die j Weisen die Vernunft ,.die Mutier" (vergleiche! Berachoth 57). Dieser Vergleich der nm (Ver-; nunft) mit der Mutter und der noDn (Weisheit) mit der Schwest-r. Öffnet uns tiefe Einblicke in - j das Wesen de '..'Lachen Forschung, j D^s sob jE Erkenntniß und es dringt! darauf mit aller "ßlaft und Energie. Niemals hat es in Israel eine Priefterkaste gegeben, die ein Interesse daran gehabt, das Volk in Unwissenheit zu erhalten; in dem wichtigsten Gebete wird die; Pflicht des Jugend-Unterrichtes hervorgehoben ' (v^ orMsri), ebenso wie die niemals zu unterlassende Pflicht des Selbstforschens. „Du sollst reden von ihnen (von den Lehren Gottes), wann Du zu Hause sitzest, wann Du auf dem Wege gehst, wann! Du Dich niederlegst und wann Du aufstehest." In! der Mischnah wird die Pflicht des Thora-StudiumS ■i als die wichtigste unter allen großen Pflichten hin- I gestellt, d^o ’-ujzj nyn -no^rv. An die Spitze der jüdischen Sittenlehre wird der Grundsatz aufgestellt: n^n □’Toi?n n-Dj/m, „Suchet viele Schüler selbstständig zu machen". In der Borgitha wird die Krone des Wissens höher gestellt ais die Königskrone und die Priesterkrone, ja, ein in Sünde 1 geborener Weiser steht höher als ein unwissender Hoherpriester. > Aber auch die menschliche Forschung hat, wie! alles Irdische, ihre S-chranken. Die Versuche, die höchsten und letzten Fragen der Wissenschaft durch j eigenes Forschen zu entscheiden, sind seit Jahrtauj senden in ununterbrochener Folge stets fehlgeschla-