Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1876)
- Date
- 1876-01-05
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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18 M o cft r u f! Biebrich a. Rh. Der letzte Chanuka-Tag. der als roicn rojn gewöhnlich mit vermehrter Fröhlichkeit begangen wird, war diesmal unsrer jüdischen Gemeinde ein sehr getrübter, denn wir trugen an ihm die irdische Hülle einer wahrhaften b'ki nL'dr zu Grabe. Hanne Liebmann, Wwe. des sel. Leopold Liebmann, hieß diese naw, die in einem Alter von 76 Jahren am Mittwoch den 1. Tebeth ihre fromme Seele dem Schöpfer zurückgab. Die Betheiligung bei ihrem Begräbnisse war eine allgemeine, Trauer und Wehmuth lag auf allen Gesichtern. Konnte auch, des Chanukafestes wegen, diesem allgemeinen Trauergefühle kein öffentlicher Ausdruck gegeben werden, so war doch ein Jeder sich selbst bewußt, welchen Verlust unsere Gemeinde mit dem Heimgange dieser Edlen getroffen hat. rm war ihr Name und die rm „die Anmuthige" unter allen Frauen unserer Gemeinde war sie, hochgeschätzt von allen als ihre Krone, denn tugendvoll wie rm war ihr ganzes Leben. Der Spruch des weisen Königs Nson np-is rü’is' maari moy, „Eine Ehrenkrone ist das Greisenalter, auf dem Wege der np-is wird sie erreicht", ist aber auch ganz besonders auf diese Greisin anwendbar gewesen. Denn npns „Wohlthatigkeit" war ihr ganzes Dichten und Trachten ihr Leben lang, Menschenliebe und Herzensgüte erfüllte ihr ganzes Gemüth. Selten verging ein Tag, wo nicht Arme an ihrem Tische saßen, gleichgehalten den Familiengliedern, und sich mit Speise und Trank labten und bei ihrem Fortgehen noch mit Geld und Kleidern beschenkt wurden; wo Hilfe nöthig war, da war sie als Erste bei der Hand mit Rath und That. Ja, Wohlthun war ihr so zur zweiten Natur geworden, daß ihre Seele noch in den letzten Tagen, da sie schon dem Himmel näher als der Erde war, sich noch wegen der Armen bekümmerte. — Aber nicht bloS in ihrer Gutherzigkeit, sondern auch in ihrem felsenfesten Gottvertrauen war die Verblichene ein leuchtendes Vorbild ihrer Gemeinde. Den Schikkungen Gottes sich ganz zu unterwerfen, ihm zu vertrauen in den schlimmen, wie in guten Tagen, das erkannte sie als ihre Pflicht und solches Vertrauen hat sie auch nie getauscht, *yt£nn nnry o Der vollkommenste Lohn ihres Vertrauens aber erwartet sie dort im Jenseits, der Friede der himmlischen Seligkeit, Dito «ian. 23] L. 'Tsie hiesige Gemeinde sucht zum 1. Mai k. I. einen Lehrer, Cantor und Schächter. Das baare Einkommen kann bei freier Wohnung und Heizung auf mindestens 750 R.-M. berechnet werden. Regenwalde i. Pommern, 20. Decbr. 1875. 14] Borstand der Shuagogen-Gemeinde. ^>ie Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle in Steinhard (bei Oettingen, Bayern) ist sofort zu besetzen. Der fixe Gehalt, verbunden mit freier, geräumiger Wobnung im Schulhause, beträgt incl. der ntmitf 400 fl. Zur Ertheilung von Privatunterricht im Elementarfache ist Zeit und Gelegenheit geboten. [tl Meldungen unter Beischluß von Zeugnissen nimmt entgegen M. Buckmann, Cultusvorstand. gegen mastiges Honorar zu Ostern für ein gnt erzogenes Mädchen von 15 Jadren, ans anständigem Haufe, eine gebildete Familie in einer Stadt, wo demselben Gelegenbeit geboten ist, stch in Handarbeiten und Schulkenntniffen weiter auszubilden. Offerten erbittet man unter H. »r Nr. 8 an die Exped. d. Bl. CVtt unserem Tuch - und Manufakturwaaren-Gexi fchäft können unter sehr günstigen Bedingungen 3 Lehrlinge eintreten. Samstag und Feiertage streng geschlossen. 4] H. Hamburger u. Söhne in Aschaffenburg. (Vn der isr. Gemeinde zu Bretzenheim bei xJ Mainz ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und mw, wenn möglich sofort, zu besetzen. Fixer Gehalt 550 Mark, Nebeneinkünfte circa 250 Mark. Meldungen an den Vorsteher (49 Bernhard Lorch. ^Line Wittwe, 31 Jahre alt, gebildet und von anvJgenehmem Aeußern, häuslich erzogen, in Handarbeiten erfahren, deren Geschäft 1200 Mark jährlich einaringt, sucht sich mit einem religiösen Manne im Alter von 38—40 Jahren wieder zu verehelichen. Ihr baares Vermögen besteht in 2000 M. nebst einer ausgezeichneten Ausstattung. Vermittler verbeten. Franco-Offerten sub Nr. 43 besorgt die Exped. d. Bl.