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Der Israelit · 1876-01-05 · Heft 1 (5.1.1876) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 1 (5.1.1876)
Date
1876-01-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVII Jahrgang. ZLiritr LrilLW M Nr. 1 tzes Hsyaelit. Aeitunflsnachrichten und Correspondenzen. Fr an.k,r e i ch.. Pttris. (Monatsbericht Decemher 75 der „Alliance Jsr. Univ.") (Die Israeliten der Türkei). Die Israeliten der Türkei haben noch immer von der Feindseligkeit der muselmännischen oder griechischen Bevölkerung gegen sie viel zu leiden. Ein neuer Ausbruch derselben hat soeben wieder in Smyrna stattgefunden. Ein sehr geachteter Israelit ausCorfu, H. Jacob Levi, wurde neulich in Smyrna auf offener Straße von einem Türken tödtlich verwundet^ der Mörder, der verhaftet worden, erklärte, daß er nicht die geringste Rache gegen, denselben auszuühm . gehabt hätte. Das Urcheil. des Gerichts ist. noch nicht gefällt. Seitdem dieser traurige Vorfall stattgefuuden, gibt es jeden.. Abend. im Judmqüartier. zwischen Muselmännern _unÜ, Jsrachten mehr oder' weniger ernste Reibungen.. UebrigepL wird der Tyd des unglücklichen ^Jacgb^ Levi.für .die^doxtige 'Gemeinde noch seinen"andÄey./öer-" lust' zur Folge habm, der ihr sehr erützflnhtich sein wird Der Sohn des Verstorbenen, H. Dr. Levi. der einzige israelitische. Arzt von Smyrna, will mit seiner ganzen Familie, aus Kummer über die Ermordung seines Vaters die Stadt verlassen. Dieser ehrenwerthe Arzt hinterläßt in Smyrna das herzlichste Andenken; während 10 Jahren hat er das Hospital Rothschild daselbst und die armm Israeliten, denen, er. ofönit seiner Verordnung zugleich ein Almosen gereicht, unentgeltlich besucht. Sein Abgang wird für die Armm ein wahrer Verlust sein. (Die Israeliten von Tunis). Dem C.-Comitö sind über einm in der Regentschaft vorgekommenen Ausbruch des Fanatismus, der in der tuncsischeu Bevölkerung viel Aufregung hervorgerufen hat, folgende Details mitgetHeflt, worden;. Am 16. November er. erschien ein Israelit,. Namens Jschuä Taw, vor Sr. Exc. dem Ministerpräsidenten unter der Anklage, daß er die Religion des Propheten beschimpft habe und zwar in Gegenwart von 40 Muselmännern, die sammtlich aussagten, daß sie die von ihm ausgestoßenen Schimpfreden gehört hätten; vergebens bemühte sich derselbe auseinanderzusetzen, wie unwahrscheinlich diese Angabe und wie unmöglich eine solche Handlungsweise sei, für welche ihn die 40 Araber sicher auf der Stelle gesteinigt halten; ohne seine Vertheidigung anzuhören, befahl Se. Excellenz, ihm 200 Stock-' schlüge zu geben und ihn in den Kerker zu werfen; die Exrcution . würde noch an demselben Tage ausgeführt. — In Wahrheit jedoch hatte sich die Sache folgendermaßen verhalten: Am 21. October er. hatte Jschua zu Tastur einen. Streit mit einem Muselmanne, der ihn in Gegenwart mehrerer Zeugen schlug und schwer verwundete. Nachdem der hierüber bei dem Vicegouverneur zu Tastur, Hadj Amor el Andely, Klage geführt und keine Genugthuung gefunden hatte, begab er sich nach Tuuis und' beschwerte sich bei dem Gouverneur, Sidi Mahmud Azidz, der ihm ein Schreiben an gen Vicegouverneur. , von Tastur übergab, in welchem er denselben aufforderte, ihm den Gegner des Klägers zuznschicken, da er, wie. er sagte, die Sache selbst untersuchen wollte. Jschua ging mit diesem Schreiben nach Tastur.zurück; inzwischen aber hatte sich sein Gegner, der von den Schritten desselben in Kenntniß gesetzt war, von 40 Landsleuten eine Erklärung verschafft, in welcher sie bezeugten, daß . Jschya die muselmännische Religion beschimpft habe; der Vicegouverneur nahm von diesem Zeugniß Act und schickte es an Sidi. Mahmud,, der nunmehr, sei es aus eigener Machtvollkommenheit oder auf ministeriellen Befehl, dm Israeliten Jschua zurückkommen ließ, so daß dieser bei (einer Rückkehr nach Tastur wie ein Verbrecher der Polizei übergeben und nach Tunis zurückgebracht wurde, wo man ihn sofort verhaftete, und in angegebener Weise verurtheilte. (Schluß folgt.) A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die Reduktion nicht verantwortlich. ie hiesige Vorsänger- und Religionslehrerstelle mit Schächterdienst wird aus Familienrücksichten bis zum 15. Februar 1876 vakant und wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. Fixer Gehalt p. a. 300 fl., garantirte Accidentien 250 fl., Holz und Wohnung frei. Orthodoxe Bewerber werden berücksichtigt. Anmeldungen an den j Unterzeichneten. | Schmalnau (Amtsbez. Weyhers) im Dec. 1875. I 6s Siegm. Tarrrrenwal-. Briefkasten der Expedition. j Herrn S. Juda in Bittburg: 12 M. inzwischen erhalten und I Ihnen pro 1875 gut geschrieben.

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