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Der Israelit · 1875-12-29 · Heft 52 (29.12.1875) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 52 (29.12.1875)
Date
1875-12-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1150 französischen Archeologen Franyois Lenormant zum Verfasser hat. Dort wird von einem Könige der achtzehnten Dynastie, Amenophis IV., erzählt, welcher zu der Zeit regierte, als Joseph in Aegypten herrschte; es ist das also der Pharao Josephs. Wir geben im Nachfolgenden wieder, was Lenormant darüber schreibt: „Nach Amenophis III. Tode begegnen wir einer der eigentümlichsten Episoden in der pharaonischen Geschichte. Amenophis, der älteste Sohn des Königs, folgt seinem Vater. Dieser Fürst, von dem das Louvre eine herrlich ausgeführte Statuette besitzt, beginnt damit, die alte ägyp-- tischeReligion zu vernichten, um an ihre Stelle den Cultus des alleinigen Gottes zu setzen, der unter dem Namen „Aten" (Len man nicht ohne Grund mit dem semitischen „Adonai" verglichen hat) angebetet wurde. Die Tempel der alten Götter werden geschlossen, ihre Züge und ihre Namen sind überall in den Denkmälern verwischt, vor Allem die Gestalt und der Name Ammons (des ersten der altägyptischen Götzen). Der König selbst ändert seinen Namen. Amen- (oder Ammon-)OphiS, der an den verbannten Gott erinnert, und läßt sich Chu-en- Aten nennen. * Mit Har-em-Hebi, dem Sohne und Nachfolger des monotheistischen Königs Amenophis IV. (oder Chu-en-Aten, wie er sich selber nannte), schließt die achtzehnte Dynastie der ägyptischen Könige, und eine neue Dynastie, die neunzehnte, besteigt den Thron. Die Könige dieser neuen Dynastie stellten den alten Göttercultus wieder her. SethoS I., berichtet Lenormant, scheint ein gewöhnlicher Glücksritter gewesen zu sein, der sich auf den erledigten Thron des ausgestorbenen Königsgeschlechts schwang. Er ist der „neue König", welcher von Joseph nichts wissen wollte onso vp ttnn Dp’i p)Dv pm pi' nv -wvr. Damit stimmt auch die Erklärung Aben Esra's überein: ncHvri jhtd rpn «o Op', 3TD p hy. Der Ausdruck cp", „und es stand auf," deutet auf einen Abenteurer aus nichtköniglichem Geschlechte, der sich selbst auf den Thron geschwungen. Womit konnte sich wohl dieser neue König die Herzen seiner Untertanen besser gewinnen als durch die Wiedereinführung des alten, gewaltsam unterdrückten Götter-Cultus und durch die Unterjochung der „fremden Eindringlinge", die die gewaltsame Einführung des Monotheismus verschuldet halten? Liegt das nicht deutlich in den Worten noy -ns«',, „und er sprach zu seinem Volke"? und in der ganzen Art und Weise, wie er, dem Volke schmeichelnd, die Gefährlichkeit der Israeliten darstellt? Meint man nicht einen rumänischen VolkSredner oder einen deutschen Ultramontanen zu hören? Sind es doch noch immer dieselben Anklagen: Die Israeliten vermehren sich - so stark und werden am Ende die Aegypter, Rumänen oder Ultramontanen unterdrücken! Der Sohn und Nachfolger Sethos I., Ramses II., war derjenige, unter dessen Herrschaft die Israeliten aus Mizrajim zogen. Die ägyptischen Denkmäler, resp die Inschriften derselben, bezeugen wiederholt, daß unter Ramses II. die beiden Städte Piton und Ramses gebaut wurden. Es ist dies der Sesostris der Griechen, dessen Heldenthaten jedoch im Lichte der neueren Entdeckungen sehr zufammenschrumpfen. Wir wollen bei dieser Gelegenheit noch ein Anderes aus dem angeführten Werke erwähnen. „Nach Lenormant berichten die ägyptischen Inschriften, daß der Thronfolger schon vom Mutterleide an als Pharao betrachtet und gleich nach seiner Geburt als König behandelt wurde, wenigstens dem Namen nach. Das stimmt mit der zweiten Erklärung Aben Esra'S in Bezug auf die Worte es,' njnö m n-Pn überein (siehe 1. B. M. C. 40, V. 12 mn nrrn mpan); demnach würden die angeführten Worte nicht den Jahrestag der Geburt deS Königs, sondern den Tag der Geburt deS Thronfolgers, der ebenfalls Pharao genannt wurde, bezeichnen. Wir haben schon häufig Gelegenheit gehabt, zu zeigen, wie die neueren Forschungen die Angaben der heiligen Schrift, jene uralte Vorzeit betreffend, bestätigen. Es ist jedoch das erste Mal; daß wir in der Lage sind, eine in der Schrift nicht angedeutete Tradition in so eklatanter Weise bestätigt zu sehen. Und wenn es auch für jeden wahrhaften Jehudi einer solchen Bestätigung nicht bedarf, so wird das doch dazu beitragen, daß auch Andere sprechen: '-o-, D'Vm. „Groß sind die Worte unserer Weisen, gesegneten Andenkens." Zeitungsnachrichten & Co rrefp onbenze» Deutschland. Mainz. 27. Dec. Wir haben heute an das Comitä in Memel die bei uns für die abgebrannten Glaubensgenossen in der russischen Stadt W i d z e eingegangenen Spenden mit R.M. 800 eingesandt. Berlin. Am 30. November hielt Herr William Wolff im Berliner Tonkünstler-Verein einen Vortrag über die „alten traditionell i n Me-

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