Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1875)
- Date
- 1875-12-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVJL Jahrgang. Der Israelit. — vc,', E in Hentrat - Organ für das orthodoxe JudentHum. HerauSgegeden von Dr. Hcbuiann in M a i n z. Mittwoch, den ß. December 5636 (1 87 5). \ Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abomrirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterrcichischc Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Juden und die Ultramontanen. Zeitungsnachrichten und Eorresvondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Frankfurt a. M. Wiesloch. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Pesth. — Amerika: Washington. — Feuilleton: HauS Eb«S. Zuhatt der erste» ZSeiknge: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Westphalen, Dresden. Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Anhalt der zweite« ZSeikage: und Correspondenzen: Deutschland: Frailkfurt Leitender Artikel. Die I«i>ku und die Allramontaoen. Mainz, 1. Deeember. Was immer auch für Verfolgungen, Verhöhnungen und Verleumdungen Juden und Judevthum während der fünften Vergangenheit von Seiten der Ultramontanen erduldet haben — Eines steht fest: wir dürfen uns nicht rächen, dürfen nicht Gleiches mit Gleichem vergelten; so will es das Gesetz unseres Gottes, so gebietet es unsere heilige Religion in schriftlicher und mündlicher Lehre. ES ist wahr, es ist unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt worden All* die ultramontanen Blätter und Blättchen von der in der ReichShauptstavt Berlin erscheinenden „Germania" bis zu irgend einem Wintelblatte in Posemuckel oder Ktrzelno haben Juden und Judenthum mit Gift und Geifer derart übergoffen, daß cS wahrlich nicht die Schuld dieser schwarzen Scribler ist, daß noch ein Jude lebt und athmet und sich der GotteSwelt freut. Alte Ammenmährchen wurden wieder aufgewärmt, mistverstandene und mißdeutete Talmudstellen wurden aufgetischt, um uns zu verdächtigen und der Wuth des PödelS preiszugeben. Wir aber, wir beschränken uns auf die Bertheidigung; fern sei es von uns, unsere Gegner mit denselben Waffen blinden Hasses und schmachvoller Verleumdung zn bekämpfen oder alle Ultramontanen für die Schlechtigkeiten Einzelner verantwortlich zu machen. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst," befiehlt die schriftliche Lehre, und im Talmud drückt der weise Hiüel denselben Gedanken in negativer Weise folgendermaßen auS: „Was Dir nicht gefällt, daß man Dir eS thue, das thue einem Andern nicht". Im Midrasch Rabbah, Parafchath Wajera, wird daS Faetum besprochen, daß Mordechai de« heidnischen und fudenfeindlichen König Ahasver vor einer Verschwörung, von welcher der Jude Kunde bekommen, hat warnen laffen. Diese Lebensrettung belohnte der König nicht allein nicht, sondern er gab Mordechai und alle Inden den mörderischen Pläne« Haman'S Preis. Im Midrasch werden die Motive erörtert, die den Mordechai zur