Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1875)
- Date
- 1875-12-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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c.'l "<7 / XVI. Jahrgang. M »8. r Israelit. ,V' Ni'- Ein \. für das orthodore Iudenthum. Heraus geqrben von Dr. gcbmann m Main z. Mittwoch, den l. December 5 6 3 6 (1 8 7b). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichisch? Banknoten' laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition ftanco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: DaS medicinische Studium und die Jud«n. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Breslau. Cöln. Mainz. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien. — England : London. — Feuilleton: Haus Ebers. -- Krt-aN der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus dem Reg. - Bezirk Aachen. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Nagy- Karolp. Pucho. —Rumänien: Bukarest.— Türkei: Salonichi. Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Knöalt der zweiten Meilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Aus Westphalen. Stätler für jüdische Wissenschaft und Pädagogik. Literarisches. — Das erste Programm des Rabbinerseminars für das orthod. Judenthum zu Berlin. — Programmenschau. — Das mrdiriaischc Studium aad die Iadm. Mainz, 22. Nov. Wir haben in jüngster Zeit vielfach Gelegenheit gehabt, gegen eine judenfeindliche Strömung anzukämpfen, die sich in ultramontanen, feudalen > und andern derartigen Zeitungen, sowie in wahni sinnigen Broschüren über die Welt ergossen. 'Jetzt! scheint dieser Schwindel auch Gelehrten-Kreise er- | faßt zu haben, und man bemüht sich sogar, die > > der Wissenschaft gewidmeten Anstalten zu einem j Tummelplatz religV orurtheile zu geshllUen.! Da hat ein Messer Pröfesjor/Herr Hofrath! roth, ein Buch über das medicinische Studium; herausgegeben, das von „Rischuß" strotzt. Doch l hören wir den Herrn Hvfrath selber. Entgegen ' der hehren Mahnung unserer Weisen '222' r*| | mm «sn ddd o die Armen in ihren wisseM! fchaftlichen Streben zu unterstützen, da ein solches I Streben trotz der von der Armuth unzertrennlichen Hindernisse Lust und Liebe zur Sache, sowie Ta-! lent und Energie voraussetzt, möchte der Herr Hofrath alle Armen und namentlich die armen Juden von dem Studium der Medicin ferngehalten wissen. Er schreibt: „Ja, wenn cs sich nur um Armuth handelte! Arm pflegt man Jemanden zu nennen, der für die socialen Verhältnisse, in die er durch seine Geburt hineingesetzt oder in die er ohne Verschulden seinerseits gerathen ist, nicht entsprechend bemittelt ist. So ist die Sache nicht! Nach Wien kommen, zumal aus Galizien und Ungarn, junge Leute, meist Israeliten (!), welche absolut gar nichts habe«, und denen man die wahnsinnige Idee beigebracht hat, sie könnten in Wien zugleich Geld erwerben (durch Unterricht, kleine Börsendienste, durch Hausiren mit Schwefelhölzem oder indem sie sich zugleich als Post- oder Telegraphen-Beamte in Wien oder anderswo anstelle» lassen) und dabei Medicin studiren. „Rathselhafte Existenzen, nicht selten Bassermann'sche Gestalten!" Und diese i