Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1875)
- Date
- 1875-11-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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H £ CO M ^7. Der Israelit E in Hentrat - Hrgan für das orthodore Judenthum. HerauSgegeben von I>r. Leh««rnn in Mainz. Mittwoch, den 2 4. November 5636 (1 875). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nchmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzufenben. I «halt. Leitender Artikel: Ueber Mischehen. '' Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Würzburg. Obereuerheim. Aus dem Schweinfurter Gau. Osnabrück, Stuttgart. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Pesth. -schalgo. — Italien : Mailand. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Amcrrka: Boston, Feuilleton: Haus Ebers. Znhatt der erste» Netlage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Darmstadt. Berlin. Posen. — Oesterr. - Ung. Monarchie: Pesth. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. der »wette» zseikage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzcn: Frankreich: Paris. — Auhatt der Krtra - ZSeikage: Spenden-Verzeichnisse. Leitender Artikel. Acbcr Mschthra. Mainz, 17. Nov. In den Mainzer Localblättern vom heutigen Tage befindet sich eine kleine Notiz, auf die wir die Aufmerksamkeit unserer Leser lenken wollen. Unter den Bekanntmachungen des Civilstands-Registers liest man unter der Rubrik „Verehelichte" Folgendes: „15. Nov. Adolph Ludwig.. Kaufmann, mit Emma.. beide aus Mainz." Es ist.eine gauz^kurze, wenig auffällige Notiz. Taufende werden sie lesen und gar nicht» dabei danken, und doch — wie viel Kummer, Schmerz und Herzeleid hat das hier Knndgethane liebevollen Eltern gebracht, -wie viel ungezählte Thränen hat es aus Elternaugen Hervorgerufe», zu wie viel Schmerzensseufzern hat e» treuen Elternherzen Anlaß gegeben! Leider ist der hier vorliegende Fall nicht vereinzelt. In einem Zeiträume von einem Jahre sind in Mainz drei Mischehen geschlossen worden und andere stehen noch bevor. — Wir wollen hier nicht Verhältniffe besprechen, die durchaus privater Natur sind, wir wollen nur constatiren, daß heutzutage die Eltern die gedoppelte Pflicht haben, auf die Erziehung ihrer Kinder zu achten. wenn sie dieselben dem Judenthume erhalten wollen. Als vor mehr als vierzig Jahren die Reform in dieser Stadt ihr Haupt erhob., da erließen die damaligen Vorsteher eine Ansprache, die mit den Worten begann: „Juden sind wir, Juden wollen wir bleiben." Jene Vorsteher — einer von ihnen ist selbst zum Christenthume übergetreten, die Enkel eines Andern gehören dem Judenthume nicht mehr an oder verheirathen sich mit Nichtsuden. Mischehe! Das Wort hat einen Sinn, wenn es sich um Katholiken und Protestanten handelt; zwischen Juden und Nichtjuden aber ist eine Ehe — im religiösen Sinne des Wortes — nicht möglich Arme, unglückliche Kinder, die solche einer sogenannten Ehe entspringen; was soll aus ihnen