Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1875)
- Date
- 1875-11-17
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1032 beschränkt. Sowohl in Folge dessen, als der unausgesetzt fortdauernden Haft, wurde der an freie Luft gewöhnte Mann krank, und konnte dann, als ihm schon Koscherkost gestattet wurde, nichts mehr genießen. Er erbrach das Genossene, wurde täglich schwacher und litt an der Auszehrung. Die Verwandten ließen einigemal ärztliche Concilien zusammentreten, die stets einstimmig erklärten, daß die Fortsetzung der Haft für den Unglücklichen den Tod bedeute. Man bot Caution, man überschwemmte förmlich sämmtliche Gerichte, Staatsanwaltschaften , Präsidien und Obergerichte mit flehenden Gesuchen, sehr viele angesehene Leute verwendeten sich persönlich, doch Alles ohne den geringsten Erfolg. Die Haft wurde im Grunde des ß 75 lifc. 4 rücksichtlos fortgesetzt. Obgleich die Untersuchung zu Ende war und der Jnquisit zusehenS dem Tode entgegenging, von dem ihm nach der Aeußerung der gewiegtesten Aerzte nur die Freiheit hätte retten können, befürchtete man dennoch, der bisher unbescholtene Mendel Frenkel > werde Betrügereien wiederholen, von denen man noch nicht wußte, ob sie überhaupt begangen worden waren. Roch zehn Tage etwa vor seinem Tode, als der Mann sich nicht mehr wehren unkaum sprechen konnte, fürchtete das Gericht die Thatwiederholung und verweigerte die Freilassung. Einige Tage nach der Zustellung des Anklageactes starb der Unglückliche nach achtmonatlicher Haft, geschwollen vor Wassersucht, im Jnquisttenspitale. Nun bestrebte sich die „Gazeta Narodowa" das falsche Gerücht zu verbreiten, als hatte der Unglückliche sich selbst zu Tode gehungert, während es constatirt ist, daß er alles Genossene in Folge seiner Krankheit erbrach. Also die „Gaz. Nar." findet, daß der Jude sich zu Tode gehungert habe. — Jal wenn es die „Gaz. Nar." ist, die das behauptet, dann ist uns die Erscheinung ganz erklärlich. Es war \a nur der Jude, der ein Opfer mittelalterlicher Procedur geworden und noch überdies ein galizischer Jude in — Galizien! (Sil.) Eine jüdische Erzieherin wird zum sofortigen Eintritt nach Ungarn gesucht. Zu unterrichten sind 5 Mädchen und ein 6sähriger Knabe ausschließlich in deutschen und hebräischen Gegenständen sowie in Handarbeit. Gehalt fl. 250 pr. Jahr und bei besonderer Zufriedenheit fl. 250 nebst freier Station und Reisespesen-Vergütung. Franco-Offerten sud Nr. 2822 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. Für Haufirer und Wicdcrverkiiuscr. Fertige Betten, Pfühle und Kissen liefert zu den billigsten Preisen S. Weyl 2823s_in M.-Gladbach. in angehender Commis mit Manufactur, Confection und allen Comptoir-Arbeiten vertraut, sucht zum 1. Mai anderweitige Stelle. Franko-Offerten unter 8. L. 2833 besorgt die Exped. d. Bl. Stellk-Gesuch. Ein junger Mann, der der Eisenbranche durchaus kundig ist, sucht eine Stelle. Gefall. Franco- Offerten werden Bub H. 335 in der Annoncen- Expedition von RudolfMosse (Car lFromme), Carlsruhe, erbeten. s3836 <7^ür eine Holländische Teppich - Fabrik wird ein O tüchtiger Reisender gesucht, der der französischen und deutschen Sprache vollkommen mächtig, um Belgien, die Schweiz, Dänemark, Schweden und Norwegen zu bereisen. Salair fl. 10U) mit jährlicher Erhöhung. Gute Referenzen erforderlich. Eintritt kann direct erfolgen. Offerten franco unter Lit. A. D. besorgt dre Allgemeine Annoncen - Expedition von Rygh & varr Ditmar, Rotterdam. _[2798 in Wittwer mit drei fast erwachsenen Kindern sucht vom 1. Februar ab eine isr. Haushälterin, welche die Küche mit versieht. Offerten nebst Angabe der Ansprüche und Referenzen erbittet man sich unter Chiffre Q. Nr. 1 postlagernd Fürth, Bayern. [2834 Mriefkasten der Hledaetts«. Herrn Dr. N. in B.: Die schändlichen Schmähungen des bekannten Herrn Raphael Kirchheim aus Frankfurt a. M. im „Hamagid" "gegen unsere Jeruschalmi-Ausgabe sind in der hebräischen Ausgabe des „Israelit", im „Libanon" ausführlich besprochen und widerlegt. — Herr Jakob Hoofien ist uns eine unbekannte Größe. Daß derselbe ein junger Mensch ist, der sich durch Schimpfen auf uns einen Namen machen will, erfahren wir erst von Ihnen. Lassen Sie dem armen Jungen sein Vergnügen. n’Hn onn ’tüsi Aus Mangel an Raum mußten viele Korrespondenzen für die nächsten Nummern zurückgelegt werden. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich Lehrerin gefucht