Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1875)
- Date
- 1875-10-13
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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937 gegenüber von „S. Deakon^s News Rooms" etavlirte jüdische Bankier David Sassoon über den Sabbath in Aden weilte, befahl er, auf seine Kosten die dortige Synagoge mit Bänken zu versehen, die aber der Cultusvorfteher, der erblindete Bankier Rabbi Musa Kohen, statt in die Synagoge hinter einen Schuppen stellen ließ, wo sie noch heute stehen sollen — dagegen befand sich in der Mitte derselben ein erhöhter Betpult, auf dem jeden Sabbath die Thora verlesen wurde. Dieser Betpult war auch geziert mit einer großen broncenen Tafel: „Van-su-i-pai" (die Tafel der zehntausend Jahre) genannt, auf der der Name des eben regierenden Kaisers mit vergoldeten chinesischen Lettern geschrieben stand. Neben der Synagoge befand sich ein kleines Gemach zum Aufbewahren der Näucherpfannen und des „Quan" (Pentateuch) und wurden daselbst oft auch die „Kinglin" (Kenner des Gesetzes) bewirthet und zwar stets auf Gemeindekosten. Jeder der daMbst aufbewahrten Räucherpfannen trug einen biblischen Namen, als: Ablahama*) (Abraham), Jizchak, Moses, Aalon (Aaron) u. s. w. Neben der Synagoge stand wieder das Schulgebäude der Gemeinde, in dem auch armen Gemeindemitgliedern freies Quartier gewahrt wurde und hielt man daselbst auch die „King" (ThoraS) aufbewahrt. Als *) Die Juden Chinas können ebensowenig wie die Chinesen selbst das „r" aussprechen und setzen an dessen Stelle stets ein - „l"; z. B. „Ablahama" (Abraham), „Salaah" (Sara) u. s. w. Oberhaupt der Synagoge galt der „Tschang-ki-an" (Oberpriester), zu dessen Pflichten es auch gehörte, die Kinder im „J-sa-lel Ki-au" (Gesetz Israels) oder „Ki-ki-au" (Judenlehre) zu unterrichten. Außer dem Pentateuch „Quan" besitzen die Juden Chinas ganz so wie ihre übrigen Glaubensbrüder eine große Menge von „Pa-i-täng" (Gebetbüchern), dann „Pa-pi-en" (Erbauungsbüchern) und „Ti-en Kiau" (göttliche Schriftrollen). Auf die Frage des katholischen Missionärs P. Gozzani, ob sie auch Confucius verehren, erwiderten sie, daß sie nicht nur ihn, sondern auch die anderen großen Männer Chinas verehren und ihr Andenken theuer halten. Was dagegen ihre eigenen großen Männer und Gelehrten betrifft, so halten sie dieselben nicht nur hoch in Ehren, sondern räuchern ihnen auch und beten für ihre ewige Ruhe. Ein ähnlicher Brauch findet sich auch bei den übrigen Juden im Oriente, wo immer am Vorabende des Versöhnungstages nicht nur für das Heil und lange Leben Des Landbeherrschers (Sultans, Schah, Khedives, der Königin Victoria n. f. w), sondern auch für die ewige Ruhe der verstorbenen Eltern und großen Gelehrten gebetet wird*). Bei Letzteren wird zugleich erwähnt „der Verfasser des Buches „so-und-sö" und strebt Daher jeder Dortige Gelehrte danach, wenigstens ein Manuskript zu hinterlassen, auf daß bei den „Haschkaboth" gleich nach seinem Namen auch der eines geistigen Kindes genannt werde. •j Gleich dem nnr: der europäischen Juden. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Neueintretende Abonnenten erhalten die Anfänge der Erzählung „Haus Ebers", sowie die der leitenden Artikel: „Unsere Zeit rc." nachgeliesert, sobald sie zur Deckung des Portos 50 Reichspfennige (25 Neukreuzer) in Briefmarken an die Unterzeichnete einsenden. Die Expedition des „Israelit" CVn meinem Manufacturwaaren-Geschäft, welches -\J Sabbat und Feiertagen streng geschlossen ist, suche zum sofortigen Eintritt ein Lehrmädchen aus achtbarer Familie, welches auch zu gleicher Zeit die Haushaltung erlernen kann. Kost und Logis im Hause. (2542 Wassenberg. Marcus Heuwauu.