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Der Israelit · 1875-09-22 · Heft 38 (22.9.1875) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 38 (22.9.1875)
Date
1875-09-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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866 säbel in der Faust stürzen die arabischen Räuber aus einem Hinterhalte auf die Arglose und ehe sie die Gefahr recht gewahr geworden, ist sie schon eine Beute dieser Strolche, die sie mit Stricken binden und fortschleppen an die Küste, um sie einem Sklavcmnarkte zuzuführen. Nie sieht sie ihre Heimath, nie ihre AngehSrigen wieder. Sie kann kein Glück nach freiem Willen wählen, sie wird zur Waare, ja zum Thiere erniedrigt. Mit Stricken gebunden wird sie fortgeschleppt, ihre Räuber sind taub für ihr Geschrei und ihr Flehen, sie denken nur daran, was sie ihnen eintragen wird. Am Ziele ihrer Reise wird sie gebadet und kostbar gekleidet, in Gold und Juwelen strahlend, erscheint' sie, Seidengewänder umfließen ihre Formen , denn nun gilt es, sie in den Augen des Käufers möglich kostbar zu machen. Die Sklavin von schöner Gesichtsfarbe wird nicht auf dem offenen Sklavenmarkte unter den Negern und Negerinnen ausgestellt. Da sie von größerem Werth ist, wird sie sorgfältig vor den Blicken der Menge bewahrt und dicht verschleiert, wenn sie von einem Orte zum andern geführt wird und stellt man sie zum Verkaufe aus, so geschieht das nur vor solchen Käufern, von denen man hohe Preise für die schöne Gefangene erwartet. Der Eigenthümer führt sie in fein „Privatmarkthaus", wohin er jene einladet, von denen er ansehnliche Angebote erwartet. Hier wird das weinende jüdische Mädchen zum Verkaufe ausgestellt. Die Käufer sitzen ringsum auf Divans, meist Kaffee schlürfend und rauchend und bieten auf die Sklavin, wie man in Europa auf Kunstgegenstände bietet. Ist der Handel zu Stande gekommen, so zahlt der braune Araber den Preis und nimmt die Erkaufte als sein Eigenthum mit sich fort. Wieder wird sie dicht verschleiert, in die Obhut von Dienern gegeben und nach dem Hause ihres neuen Besitzers geführt, wo sie in den Harem gebracht und so scharf bewacht wird, daß jede Flucht unmöglich ist. Hier wird sie nun von jeder Bequemlichkeit umgeben, welche seine Mittel ihrem Gebieter erlauben. Ein Dutzend schwarzer Sklavinnen umgibt sie, die auf alle ihre Wünsche lauschen, aber auch ebenso viele Spione sind, die Flucht zu verhindern. So lange sie die Gedanken ihres Besitzers beschäftigt, ihn durch die Neuheit ihrer Reize fesselt und er ihrer nicht müde wird, so lange hat sie ein Leben voll Glanz und Genuß. Aber kein frei gebornes jüdisches Mädchen kann glücklich sein als die Sklavin eines arabischen Gebieters. Sie rüttelt an ihren Ketten, auch wenn sie von Gold sind, und wendet sich mit Abscheu von den Barbaren ab, denen sie in die Hände gefallen. Fern von ihrer Heimath, von ihren Freunden und Verwandten, sehnt sich die schöne Tochter Israels zurück nach den Feldern ihres Vaters und nach der Gesellschaft ihres eigenen Volkes. Aber ihr sorgenvolles Herz bricht, ohne daß sie dieses Ziel erreicht. Auf diesen scheußlichen Menschenraub ist in neuester Zeit eben durch Livingftone und andere Afrika-Reisende die Aufmerksamkeit Englands gelenkt worden, und es wurde dem Bicekönig vorgestellt , wie nachtheilig die Unsitte für den Ruf Egyptens sein muß. Wie verlautet, gedenkt der Bicekönig von Egypten eigens zu dem Zwecke, diesem Menschenraubs ein Ende zu machen, einige Kriegsdampfer im arabischen Meere kreuzen zu lassen. Es wäre indeß erwünscht, wenn außer England auch andere einflußreiche europäische Staaten der weißen Sklaverei an der Oftküste Afrikas entgegen zu wirken suchten. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. Stearinlichter in allen Packungen, en gros et en detail, empfiehlt zu den billigsten Preisen Alfred Simon jr., 2451]_Frankfurt a. M. tt Lehrling mit nöthjgen Borkenntnissen gesucht in ernem Engros-Geschäft einer Hauptstadt Süddeutschlands. (Samstags geschloffen.) Franco-Offerten unter H. M. Nr. 2454 befördert die Exped. d. Bl. ei Unterzeichnetem ist zu haben: omins frv^2r. jrt’LJOJw .r'ri'n ,rps’s ,ctp?ü ,hisj3 join ,rm*TD cnsD rc. zu den billigsten Preisen. A Herz in Mainz. 2215] hintere Synagogenstraße 11.

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