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Der Israelit · 1875-09-08 · Heft 36 (8.9.1875) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 36 (8.9.1875)
Date
1875-09-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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X VI Jahrgang. Zweite Seilage;» Ar. 36 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Friedberg. Der Vorstand der hiesigen isr. Gemeinde hat an die Vorsteherämter von Hessen- Darmstadt folgendes Circular ergehen lassen: Das eingeföhrte neue Schulgesetz hat in Anbetracht des schon längst gefühlten Bedürfnisses, die Heranbildung tüchtiger Lehrer isr. Confefsion zu ermöglichen, eine Anzahl Männer an hiesigem Platze veranlaßt, in einer zu diesem Zwecke berufenen Versammlung ein Comite zu wählen, welchem die Aufgabe übertragen wurde, zur Durchführung dieses Gegenstandes die nöthigen Schritte einzuleiten. Die Erfahrung, daß die Grundursache des mangelhaften Besuches der Schullehrer-Seminarien Seitens isr. Zöglinge nur darin zu finden sei, daß denselben die Gelegenheit entging, sich auch in den Lehrfächern der isr. Religion auszubilden, gab dem Unterzeichneten Comito zunächst Veranlassung, unter Zustimmung vieler größeren Gemeinden unseres Landes, eine Petition an die Großherzogliche Staatsregierung abzusenden, worin wir solche ersuchten, auf Anstellung eines akademisch und pädagogisch gebildeten isr. Lehrers, der die Obliegenheit habe, neben anderen Lehrfächern auch isr. Religionsunterricht zu ertheilen, Rücksicht zu nehmen. Unsere Eingabe wurde durch Rescript Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 28. Juni l. I. dahin beantwortet, daß, sobald sich durch vermehrte Zahl isr. Zöglinge das Bedürfnis Herausstellen sollte, die Regierung für den isr. Religions-Unterricht Fürsorge treffen würde. Um diesen Zweck zu erreichen, ist es vor Allem nothwendig, Jünglinge, die Neigung zum Lehrerstande haben, zum Besuche des Seminars zu veranlassen, an welchem sie Ausbildung erlangen tonnen. Daran knüpft sich jedoch auch die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß so mancher befähigte Jüngling, namentlich von unbemittelten Eltern, durch die großen Ausgaben zur Bestreitung ihrer Bedürfnisse, nicht mehr abgehalten wird, diesen Zweck zu verfolgen. Es ist daher nothwendig, die Mittel zu beschaffen, um den Seminaristen, die darauf Anspruch machen, die nöthige Unterstützung zu gewähren, also es ist die Bildung einer Unterstützungskasse erforderlich. Unser Vorgehen fand von den Vorständen der größeren Städte und den Rabbinen unseres Landes in einer am 25. Juli d. I. in | Frankfurt a M. abgehaltenen Versammlung den regsten Antheil, wurde allseitig gebilligt und zur Gründurg eines Stipendienfonds Unterstützung zugefagt. Wir hoffen nun, alle unsere Glaubensgenossen werden von der nämlichen Gesinnung beseelt sein und sich mit aller Energie unserer Arbeit anschließen, um ein Werk ausführen zu helfen, welches für das Judenthum von so großer Wichtigkeit ist. Wir erlauben uns daher, an alle Gemeinde-Borsteher die Aufforderung ergehen zu lassen, uns gefälligst mittheilen zu wollen: 1) wie viel die Gemeinde jährlichen Beitrag zu dem fraglichen Stipendienfond bewilligen wird, 2) welche Private sich anschließen und welche Summe solche ebenfalls zeichnen wollen, 3) ob in Ihrer Gemeinde sich Jünglinge befinden, die sich dem Lehrerstande widmen und bis zum nächsten Frühjahr das Seminar besuchen wollen? Sobald die Zusagen bei uns eingelaufen sind, werden wir eine Versamm» lung berufen, solcher von dem Ergebniß unserer Thätigkeit Kenntniß geben, sowie durch dieselbe die Wahl der Verwaltungsmitglieder, die wo möglich aus Männern der drei Provinzen bestehen sollen, vornehmen lassen. Indem wir Sie höflichst ersuchen, dieses Schriftstück durch Verlesen in der Synagoge zur allgemeinen Kenntniß gelangen zu lassen, sehen wir Ihren baldigen erfreulichen Mittheilungen entgegen und zeichnen achtungsvoll Das Co mit«. Cannstatt, 11. Aug. Die hiesige, durch Zuzug von Außen immer mehr anwachfende israel. Kirchengemeinde hat seit der Zeit, als sie sich von Stuttgart trennte, ihre Gottesdienste im Hintergebäude eines isr. Fabrikanten gehalten, in welchem der obere durchlaufende Bodenraum nach Möglichkeit zu einer Betstube eingerichtet wurde. Jeder Gemeindeangehörige fühlt längst schon, daß diese Räumlichkeit weder qualitativ, noch in ihrer Ausdehnung zum gedachten Zwecke genüge. Man gelangte zu der Betstube auf einer am Aeußern des Hintergebäudes angebrachten hohen, steilen und schmalen hölzernen Treppe und wenn an Festtagen die ganze Gemeinde erscheint, so wird die Stube so überfüllt, die Lust wird so schwül, daß es für Viele beängstigend wirkt, abgesehen von der Angst, welche über die Leute kommen muß, wenn sie daran denken, wie es gehen würde, wenn die Gemeinde bei einem Brand rc. die Betstube schnell verlassen müßte. Diese Umstände haben die isr.

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