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Der Israelit · 1875-09-08 · Heft 36 (8.9.1875) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 36 (8.9.1875)
Date
1875-09-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. «tau M *« tA / Der Israelit. ■A/TA s^S-lstSC Kentrat - Hrgan für das orthoddre Iudenlhum. H«au»ge-ebrn von Dt Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. September 5635 (1 875). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Unsere Zeit, ihre Bestrebungen, ihre bewußten uud unbewußten Ziele. — Musikalisches. — Zeitungsnachrichten imd Correspondenzen: DeutWqnd: Darm-! stadt. Berlin. Breslau. Lobsens. Norderney. — Schweiz: Bern.; — Oest.-Ung. Monarchie: Preßburg. Agram. Halicz. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Haus Ebers. der erste« zretkage r Leitender Artikel: Reisebriefe. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Holland: Amsterdam. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Men. — Griechenland: Athen. .— Türkei: Aleppo. — Amerika: New-Park.— Feuilleton; Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Iuhatt der zweite» Neikage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Friedberg. Cannstatt. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Leitende Artikel. Rusen Feit, ihre Krstrebsugk», ihre bewußte» uud «»bewußte« Ziele. XII. Baden-Baden, 27. August. ES ist ein allgemein verbreitete- und fast überall geglaubtes Bornrtheil, daß der Hauptfortfchritt, die Haupterrungenschaft unserer Zeit darin bestehe, daß man gegenwärtig mit Hilfe der Naturwissenschaften die Ursachen so mancherlei Erscheinungen deutlich erkenne, während man früher hinter denselben übernatürliche Einwirkungen vermuthete.! AnS dieser Erkenutniß, sagt man , stamme die Jrj religiösitat der Gegenwart; die früheren Geschlechter hätten aus Furcht vor Erdbeben, Gewittern, Sonnenfinsternissen , Epidemien zu Gott, zu Göttern, zu Engeln rc. gebetet und ein — ihren Meinungen nach — den Göttern wohlgefälliges Leben zu führen sich bemüht. Zu den veralteten.Fabeln und Mährchen wird auch die Lehre vom Jenseits gezählt. Die moderne Naturwissenschaft lehrt de« Monismus, das heißt, es gibt nur eins, und? das ist die Materie. ES gibt, sagt man, keine Seele, keinen Geist; daS Gehirn besorge daS Denken wie der Unterleib die Verdauung; gibt es keine Seele, so gibt es natürlich auch keine Unsterblichkeit der Seele, kein Jenseits, keinen Loh« und keine Strafe, keine Sittlichkeit, keine Tugend, kein höhere- Wünschen und Wollen. Interessant ist es, zu beobachten, wie bei diesen eroe« der neuen, „welterlösenden und weltbeeienden" Wissenschaft stets die alten Anschauungen, ihnen selber unbewußt, sich wieder einfinden. . Statt Geist sagen sie „Kraft," statt Gott „Natur", statt Sittlichkeit und Tagend „gesellschaftliche Roth- Wendigkeit." Fassen wir die oben angeführten, ebenso thörichten wie bethörenden Behauptungen etwanäher ins Auge. Daß durch die Naturwissenschaften dir Ursachen mancher, früher rätselhafter Erschei-

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