Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1875)
- Date
- 1875-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. Erste Beilage za Nr. 35 des Israelit.; fititenitt ättifel. J Neisebriefe. [ Baden-Baden, 24 August. I. ) Baden-Baden! Welche heitere Vorstellungen knüpfen sich sofort an den weltberühmten Namen! - Es ist in der That ein reizender Fleck Erde, einer e der schönsten in Deutschland. Diese prachtvollen - Berge und Thäler, diese herrlichen Billen und - Landhäuser, und vor Allem die reine, balsamische - Luft! Natur und Kunst haben sich vereinigt, um den Aufenthalt hier zu einem ungemein angenehmen und wohlthätigen zu gestalten. Wir sitzen hier in der Lichtenthaler Allee im tiefen Waldesschatten; mit anmuthigem Gemurmel spendet eine klare Quelle köstliches, erfrischendes 2 Wasser, während der Blick weit hinausschweift auf grüne, von Bächen durchzogene Wiesen, auf einen Kranz prachtvoller Paläste und Landhäuser, auf * mit Reben bewachsene Hügel, aus bewaldete Berge - — die äußersten Ausläufer des Schwarzwalt es. - Unwillkürlich kömmt uns ein wunderbarer ar-no in den Sinn, den wir unfern Lesern nicht vorenthasten wollen. Es heißt in der Schöpfungsgeschichte : ynic 2wy Kien fn«n wann d»t»« -12»«'' 'y. ns nry yy jdt. Und Gott sprach: es lasse hervorsprießen die Erde Grünes, Kraut, das Sar men bringt, Fruchtbäume, die Früchte tragen rc. - — Hierzu bemerken die Weisen im Midrasch: k atya tsnin^ ny^ro n« crvw irrDi «in e t Bedeutet das nicht die Bibelstelle: Und Ihr ü sollt kasteien Euren Leib am neunten des Monats am Abend u s. w. ebenso verdienstvolles Werk thut, wie das Fasten am zehnten. Der Sinn dieses Ausspruches ist folgender' Alles, was der Jude thut, soll im Dienste Gottes D'dp dbo aus reiner Absicht geschehen; selbst essen, trinken, schlafen rc. soll man nur, um sich im Dienste Gottes zu stärken. Daher ist das Essen am D'-i-sot, qv any so verdienstvoll, weil man sich dadurch stärkt, um das Gottgebotene Fasten ertragen zu können. Diesen Gedanken spricht auch unser Midrasch aus. Da Gott am dritten Schöpf» unczslage die Pflanzen schuf, da die Erde sich bedeckte mit herrlichen Bäumen und Kräutern, Fruchtbäumen und Blumen — Alles, zum Dienste, zur Freude, zum Genüsse des zu erschaffenden Menschen, da weift der Midrasch darauf hin, daß der Mensch sich all der Herrlichkeiten nur zu dem Zwecke bedienen soll, sich zu stärken und zu kräftigen im Dienste seines Schöpfers, geradeso wie der Genuß der Speisen am Nüsttage des Versöhnungstages geboten ist. Möge auch dem Schreiber dieses der Aufenthalt in dem schönen Baden - Baden dazu dienen, seine angegriffene Gesundheit zu kräftigen, damit er gestärkt und freudig wieder arbeiten kann im Dienste des allgütigen Gottes. Im Talmud Jeruschalmi werden die heilsamen Mineralquellen onpi m genannt, »d d? mon n« cr-ipn«? \jbo o’np-i, weil sie aus die Gallenbereitung wirken und so die gestörte Verdauung wieder Herstellen. Inyupvi wyoo ]WV2 D'O Draxan (Fortsetzung folgt.) ^eitungSnachricdten und Correfpondenzen. DaS Räthselhafte dieses Midrasch brauchen wir nicht erst hervorzuheben. Wir wollen gleich zur Deutung schreiten. In Bezug darauf, daß in der heiligen Schrift der neunte des Monats Tisckri genannt wird, fragen die Weisen im Talmud: payno ’jrwra 01 »y’tpna 1_>’ry3 '"ptpjri ■'yipro ruyno Fastet man denn am neunten? Fastet man nicht am zehnten? Aber deßhalb hebt die Schrift den neunten hervor, um Dir zu sagen, daß Derjenige, welcher sich am neunten durch Essen für das Fasten am zehnten stärkt, ein Oe ft e r r. -Ungar. Monarchie.! Wien, 19. August. Aus Anlaß einer jüngst! erschienenen Verordnung des Ministeriums für ' Cultus und Unterricht über die Geltung der Fortj gangsnoten, welche aus der Religionslehre den Schülern der confessionellen Minoritäten an Mittelschulen ertheilt werden, sind in der Presse abfällige! Bemerkungen gemacht worden. Im Wesentlichen j gipfeln dieselben in dem Vorwurfe, daß das Mii nisterium, mit ungleichem Maße messend, und zwar zum Nachtheile der Nichtkatholiken, die Ungleich-