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Der Israelit · 1875-09-01 · Heft 35 (1.9.1875) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 35 (1.9.1875)
Date
1875-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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784 griffe dieses Judenfressers in Schutz zu nehmen. Jeder Gebildete, gleichviel welcher Confession er angehört, würde aussagen müssen, daß dieses ungefähr so viel hieße, als wollte man Beweise dafür bringen, daß das Sonnenlicht nicht identisch mit Finsterniß sei. Für Lasker, dem der Verfasser zwar nicht nachsagt, daß er geheimer Compagnon von Wagner, Putbus und Genossen sei, hat derselbe keine andere Bezeichnung als „der lärmende Lasker." Verfasser bemitleidet den Papst, gegen den man ankämpft, obschon er nur über eine Anzahl von 400,000 Geistlichen als Streitmacht verfügt, wahrend man die zehn Millionen Juden, von „denen die Einen immer betrügerischer und raubsüchtiger als die Anderen sind, so ruhig gehen läßt." Das hätte doch wohl der Pabst selbst nicht geglaubt, daß er in der Türkei so gute Vertheidiger habe, die so richtig mit Zahlen rechnen. Beneidenswerth ist er um solche Vertheidiger nicht. Sollte ja unser Fuldaer Geschäftsfreund Recht haben, was wir zur Ehre unserer katholischen Mitbürger nicht glauben wollen, dann stünde es allerdings schlecht um'eine Sache, die zu solchen unlauteren Waffen greifen muß, wie der Herr Mayor Osman Bcy sie führt, die keinem gebildeten Mann imponiren können und selbst Demjenigen, der Geschichte und Gegewart nur oberflächlich kennt, als nichts Anderes erscheinen muffen, als der Ausfluß gemeinsten Hasses und wissentlicher Fälschung offenkundiger Thatsachen. Wir aber werden unsere Aufgabe nach wie vor darin finden, dem Herrn Mayor und seinen Gesinnungsgenossen zum Trotze einen Lebenswandel zu führen, von welchem unsere Mitbürger sagen müssen .nam mmn Pdd D’pn ’U 'Di H- G. Zeitungsnachrichten & Correspondenzen. Deutschland. Jchenhausen, nms iy\ Der heutige Tag war ein Tag der Trauer für die hiesige Gemeinde. Kaum ein Jahr ist es, daß unser allverehrter Rabbiner, Herr Dr. Cohn, fein Amt angetreten, wir freuten uns mit ihm und er freute sich mit seiner Gemeinde. Besonders aber wurde seine Lebensgefährtin, eine geborne Ettlinger aus Carlsruhe, wegen ihrer Leutseligkeit und wegen ihrer schönen _ Tugenden von Allen verehrt und bewundert. Leider war es der Gemeinde nicht lange gegönnt, diese Edle als Muster der Tugend und Vorbild aller guten Bestrebungen voranleuchten zu sehen, D’p6x *nniN npp 'L Nach siebenwöchentlichen schweren Kämpfen starb dieselbe heute früh im Alter von kaum 30 Jahren. Wer die Dahingeschiedene kannte, wer Gelegenheit hatte, ihre seltenen Eigenschaften, ihr inniges Gemüth, ihr liebevolles und bescheidenes Wesen, vor Allem aber ihre strenge und aufrichtige Frömmigkeit, ihr echt jüdisches Herz zu beobachten, der wird unfern Schmerz, der wird vor Allem den Verlust ermessen, den uuser theure-, so schwer geprüfter Rabbiner erlitten. Es ist rührend, von den letzten Stunden der edlen Dahingeschiedenen zu vernehmen. Sie ließ ihre drei noch kleinen Kinder vor sich kommen und segnete sie; sie verabschiedete sich von den Ihrigen, und trotz ihrer zarten Jugend sah sie ruhig, in den heiligen Willen von '"n.i ergeben, ihrem Lebensende entgegen. Sie starb wie eine wahre b'n rmx In unserer Zeit, wo man häufig das weibliche Geschlecht, das doch das Meiste zur Erziehung der Kinder beitragen soll, Alles lernen läßt und nur nicht den echten jüdischen Sinn in ihm zu erwecken sucht, wo man so häufig jüdische Mütter trifft, die Alles kennen, nur nicht die frommen Sitten ihrer Mütter und Großmütter, ist der Verlust einer Frau, wie der der Dahingeschiedenen, die neben einer gediegenen und feinen Bildung mit solcher Liebe und Pünktlichkeit die Pflichten einer jüdischen Frau erfüllte , um so fühlbarer. Die edle Verblichene genießt jetzt am Throne des Allgütigen den Lohn für ihr frommes Leben. rrr'V':" n. Bamberg. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten durch den Tod eines Mannes, dessen vorzügliche Eigenschaften es als angemessen erscheinen lassen, daß durch den „Israelit" sein Andenken in weiter Ferne erhalten bleibe. Am 6. August ging Herr Bär Lämlein von hier in ein besseres Jenseits über. Der Verblichene war einer jener ehrwürdigen Charaktere aus guter alter Zeit, die mit felsenfester Treue an dem reinen unverfälschten Glauben der Väter festhalten. Sein Herz war erglüht von der feurigsten Anhänglichkeit für das echte orthodoxe Judenthum, wie wir es von unsern Ahnen und Urahnen überkommen haben. Von der innigsten Liebe zu den 'n rmso war er erfüllt, und bis zu seiner letzten Stunde vollzog er mit der genauesten Pünktlichkeit und mit der größten Freude, mit wahrer ."vvv bv nnow die Gebote unserer heil. Thora. Mit den reichen Glücksgütern, womit die gütige Vorsehung ihn gesegnet hatte, that derselbe soviel Gutes, wie'in gleichem Maße man selten findet. Wer den ein-

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