Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1875)
- Date
- 1875-07-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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607 verschiedener Legate setzte sie ihren wohlthatigen Werken die Krone auf. Der israel. Gemeinde dahier toftirte sie 400 fl. — 150 fl erhielt dieselbe außerdem — zur Aufbesserung des Lehrergshaltcs, und den hiesigen,Ortsarmen ohne Gl-ubevs-Unterschied 26 f!, nebst bedeutenden Vorräten an Holz. Mehl und Salz. In dieser vorzüglichen Art sorgte die Verewigte, obwohl kinderlos, für ein späteres Andenken. Möge ihr Wirken zum Muster und Vorbild dienen. -«a'V'y'n. S. Fleischmann, Vorstand. Schopfloch (Bayern). Am 10. Sioon starb! zu Noth a. S. nach längeren, mit großer Geduld! und seltener Ergebenheit in den heiligen Willen! Gottes ertragenen Leiden die Frau S. Jltch in einem Alter von nabezrr 90 Jahren. Die Verklärte, dahier geboren und bis vor ungefähr 5 Jahren auch dahier wohnhaft, führte I einen streng religiösen und echt frommen Lebensi Wandel, der, insbesondere in der Jetztzeit, zu den Seltenheiten gehört, und ist der Vertust eines solchen nie« ein doppelter. Diese, zur Wohlthätigkeit stets bereit, hatte noch die treffliche Eigenschaft, die Armen, wenn diese nicht zu ihr kamen, in ihren Wohnungen aufzusuchen, und sie entweder mit Geld oder mit Lebensmitteln zu versehen. Der täglich zweimalige Gottesdienst wurde fast nie von ihr verabsäumt. Am ü"n ryj verbrachte sie ihre Zeit mit Lesen jüdischer Schriften und Werke zu und hatte eine solche Belesenheit, daß sie mit allen jenen v'5'-i, welche für das jüdische Leben, in und außer der Synagoge zu wissen nöthig, auf's Vollkommenste vertraut war. Das Ziel ihres Lebens war nur dem Dienste Gottes geweiht. Durch ihre Frömmigkeit, vereint mit Bildung und Humanität, hatte sie sich der allgemeinen Liebe und Achtung zu erfreuen, new V?nnn ton 'n hjo’! Mögen die Hinterbliebenen in den Fußtapfen der Verblichenen wandeln und dadurch bewahrheiten: ^n< T3N nsa”. W. S- Vom Schwarzwald. Wie in diesen gesch.! Blättern schon einmal berichtet worden, errichteten j die 7 Gemeinden des württembergischen und hohen» j zollernschen Schwarzwaldes zusammen eine Central-! armenkasse für durchreisende isr. Armen. 2 Jahre j lang hatte dieselbe ihren Sitz in Tübingen. Als j der dortige Kassier sein Ami niederlegte, trat sie j nach kurzer Unterbrechung in der Weise wieder in'S! besten, daß ihr Sitz in den betheiligten Gemeinden ' von Jahr zu Jahr wechseln solle. Nur aus dem! Grunde» den Armen das Reisegeld von Stuttgart nach Horb und zurück zu ersparen, bemühte sich H. I. Kahn in Baisingen, die Kasse in Ludwigsburg unterzubrirrgen. Es ist zu bedauern, daß solches durch den Widerstand einer oder 2er Gememben vereitelt wurde. Jur Herr Kahn ist aber fein Bemühen jedenfalls sehr ehrend. Er tritt auch den gewöhnlich barten Urtheilen über diese wandernden Armen mit Entschiedenheit entgegen. In den meisten der Schwarzwälder jüdischen Gemeinden herrscht noch ein guter religiöser Geist. Ich sage „noch", weil schon hie und da eine Abnahme zu bemerken ist Außer von den Einflüssen der materiellen Zeitrichtung rührt es wohl großentheits davon her, daß allenthalben der aufhörl. Der Laien, welche „lernen" können, wird es immer weniger. Lobenswerth ist das Streben. Einrichtungen zur gründlicheren Erlernung deS Hebräischen zu treffen. So wurde in Rexingen auf Veranlassung des Bezirksrabbinen Hrn. Dr. Silberstein in Mühringen, der Unterricht im Hebräischen erweitert. Haigerloch nahm sogar einen Anlauf zur Gründung e nes man damit daselbst wie früher in Hechingen die lernbe-! gierige Jugend zusammenftrömen sollte. Am jüngsten; rvpwV wurde in Haigerloch eine mn ->sd feierlichst j zur Srinagoge gegeben. Herr I. Levi wollte durch; Dieselbe für einen Gewinn von 50,000 Franken,! den er bei einer LooSziehung machte, feine Dank-! barfeit gegen Gott bezeugen. Breslau,!6. Juni. An Stelle des vor ei-! niger Zeit verstorbenen Seminardireetors, Ober- Rabbiner Dr. Frankel, ist Herr Dr M. Lazarus,! Rabbiner in Prenzlau, zum Director des hiesigen jüd.-theol. Seminars einstimmig erwählt worden. Frankreich. Paris. ^Monatsbericht (Juni) der „Alliance Isr. UnivL j Die Israeliten von Rumänien. Einige Correspondenten des C. - Comitö's erwarten von dem Siege, den die rumänische Negierung bei den neulich stattgehabten Wahlen zum Abgeordnetenhause errungen hat, eine baldige Besserung der Lage ber rumänischen Israeliten. Keine Partei hat während der Wahlbewegung gegen die Israeliten gesprochen und selbst „die Rothen haben geschwiegen, als ihnen von H. G. Boeresco, dem Bruder des gleichnamigen Ministers, der Vorwurf gemacht wurde, daß sie keine andere bemertenswerthe That vollbracht hätten, als die Ertränkung von Israeliten aus Galatz. Die Israeliten von Rußland. Ein Correspon-