Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1875)
- Date
- 1875-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. M 26. Der Israelit. E in Gentrat - Hrgan für das orthodore Zudenthum. HerauSqegebkn von l>r. Lchmntur ui Diainj. Mittwoch, den 3<>. Juni 5635 (1875). Diese Zeitung erscheint wöckenllich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Tirecte Francozufendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Pa mit dem 1. Juli 1875 ein neues Huartat beginnt, so ertauben wir uns, die geehrten Abon- «entett darauf aufmerksam zn machendaß namenttich Sei der l&oft öas Abonnement frühzeitig erneuert werde« muß, damit die Wersendung keine Wnterörechnng erteide. Inhalt. Leitender Artikel: Unsere Zeit, ihre Bestrebungen, ihre bewußten und unbewußten Ziele. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Miinchen. Günzenhausen. Berlin. Düsseldorf. — Pest. - Ung. Monarchie: Wien. Wien. Duna Lzcrdahely. — Algier: Constantine. — Feuilleton: Haus Ebers. )nü»tt der erste« Beilage: Leitender Artikel: Reiscskizzen aus Ungarn. Zeitungsnachrichten und Eorresponvenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Berlin. Hannover. Hamburg. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. — Italien: Rom. — 3>«0aft der zweiten Aettage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. — Frankreich: Bordeaux. — Türkei. — Zuhatt der Grtra - Aettage: Spenden-Berzeichnisse. Leitender Artikel. Aosktt Zeit, ihre Krstrebmigk«, ihre btw»ßtcn uni «obkwußtcn Ziele. u. Mainz, 16. Juni. Wollen wir unsere Zeit, ihre Bestrebungen, ihre benutzten und unbewußten Ziele würdigen und genau kennen lernen, so müssen wir nach Analogien in der Vergangenheit suchen, denn eine gediegene Lehrerin ist die Geschichte. Schon zweimal hat ein großer Aufgang und Niedergang der Weltcultur stattgefunden. Verhältnißmäßig jung ist die griechisch-römische Welt im Vergleich mit der jüdischen; das Emporblühen Athen's fällt der Zeit nach fast mit der Wegführung des jüdischen Volkes nach Babylon zusammen, und während der Blüthe Israels unter David und Salomo dämmerte noch in Griechenland die vorhistorische Epoche der Mythenzeit, die Zeit des trojanischen Krieges. Und doch ist Israel als Nation jung im Vergleich mit den ältesten Volksbildungen der Menschheit. cm:ux hm nnx, als Abraham, der Großvater dessen, von dem unser Volk abstammt, noch ein einzelner Mann war, da gab es schon große Völker und mächtige Nationen, Babylon, Niniweh, Aegypten, Aethiopien, Phönizien. Merkwürdig ist, daß alle diese uralten Culturstaaten sämmtlich den Nachkommen Cham's angehören. Die drei Söhne Noah's sind es, deren Nachkommen die Welt bevölkern: Schäm, Cham und Japhet. Die Söhne Chams gründen die ersten mächtigen Staatenwesen; sie find die ältesten Culturvölker; sie sind ansässig, treiben Ackerbau und Industrie, wahrend die Semiten noch als wandernde Hirten und die Japhetiten als Räuber- und Jägerhorden die Welt durchziehen. Kusch, der Sohn Cham's, ist der Begründer und Stammvater Äthiopiens. Der Sohn des Kusch, Nimrod,