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Der Israelit · 1875-06-02 · Heft 22 (2.6.1875) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 22 (2.6.1875)
Date
1875-06-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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488 men; verzeihe er dir und auch ihm die Sünden." Wer j war denn der, der mir mir den Segen theilte? Warum j schluchzte der Rabbi bei den Worten: „Ja chm" sosehr? j Wir kamen ins Gotteshaus. Die Gemeinde war schon! versammelt. Der Rabbi betritt die Kanzel, wendete sich vorerst zur heil. Bundeslade, um ein Gebet zu sprechen und nachdem er so einige Minuten gestanden, wendete er sich zur Gemeinde. Mit kräftigen Worten sprach er das: „Höre Israel, der Ewige, dein Gott ist ein einziger Gott," als Text der Rede aus. Erwartungsvoll auf die Fortsetzung steht die andächtige! Gemeinde hrer und — noch immer zögert der Rabbi. j Minuten ve gingen, er regt sich nicht; er macht nicht . Miene weiter zu reden. Was kann das sein? Der! Rabbi scheint in Gedanken versunken zu sein, der Kops; liegt an der Kanzel, der Körper an die Bundeslade ge-! drückt. Wieder vergehen einige Minuten, doch noch : immer bleibt der Rabbi in dieser Stellung. Da ertönt . von der Frauengallerie herab ein fürchterlicher Schrei, > mit demselben zugleich ein Weheruf voll der untersten Stelle des Tempels. Roch steht die Gemeinde verblüfft j da, als ein Mann von hoher imposanter Gestalt zur i Bundcsl«de hinaufstürmt, den Rabbi hastig umfangt j und vorsichtig zu seinem Sitze hinaufträgt. Er unter-! sucht ihn — der Rabbi ist ohnmächtig! Er läßt ihm! zur Ader, keine Regung, denn — der Rabbi ist todt.! Ein Schlagfluß hat seinem segensreichen Wirken plötzi lich ein Ende gemacht. Willst du. lieber Leser ein Bild! des Jammers, daß ich es zeichne? Ich vermag es nicht! Zu sehr zittert noch jene Katastrophe in meinem Herzen, A N Z_E_ Für den folgenden Theil ist die Nicht zu übersehen!! on befreundeter Seite wird uns mitgetheilt,! -aß die Herren Heidingsfelder u. Comp, in f änkfurt a. M an Inserenten in unserer Zeitung lecke, richten, um diese zu veranlassen, in der Esiigtinsteinischen) „Jüdischen Volkszeitungzu! amwncjrsen; ja. die Herren haben sich die Freiheit stetsvKWp, derartige Lockbriefe unter der Form VÄnz7Ofstftt?p durch unsere Vermittelung an die i ihstrkl unbekannten Adressen zu befördern!! Dieser | letzter; ^Umstand.. veranlaßt uns, das verehrliche s^ÄMrüsauf/solche Machinationen aufmerksam zu MiWeü, Mtzinz. 1. Juni 1875. -es „Israelit." | fjtt# sünHet^MLstn^Dentscher. der seine Lehre in , >2-! ^eilkem''-Mfknä^sch'aft bestanden, jucht eine Gtsttie Äks Äpl-irtair in -er Schweiz, und ist - isgleichvielist welcher: Branche. '' 'Offerten üii'ßer '91$. 19Ä6 befördert die Expedirrvn-d?M.^ " - :* als daß ich eine Schilderung zu geben vermöchte. Was will der fremde Mann noch von dem todten leblosen Körper? Und wer ist denn der Mann mit der hohen Gestalt? Ist es iiicht der Mann, den ich in jener unheimlichen Nacht gesehen? Ja, das ist er. ich erkenne ihn. Was will er? . . . Was er will? Hat denn Jemand mehr Anrecht, um den Rabbi zu trauern als er? War ja der Rabbi sein Vater! Ja, d»r Mann ist der Sohn des Hingeschiedenen, der mtt feinem dreizehnten Jahr in die Fremde ging, in's Ausland wanderte um Wissenschaften zu sainmetn, leider jedoch in die Hände von Verführern. gerietst, lie ihn dazu gebracht. den Glauben seiner Väter zu verläugnen. Durch Zufall bekam der Rabbi Mittheilung von diesem Unglück. Dieß war die Ursache, daß keine Freude mehr Zutritt in sein Herz fand. Vor vier Monaten kam der Sohn zurück, bereuete jene traurige That und tu jener Nacht bat er feinen Vater, ihn in den Glauben seiner Väter zurück gftühren. Was noch zwischen ihnen vorgegnngen war, blreb ein Geheimniß. Bon Nah und Fern kamen Deputationen, um dem großen Mann das letzte Geleite zu geben. Den Tag nach Jom-Kipur wurde er der kalten Erde übergeben. Gesegnet sei sein Andenken. — Sein Sohn, der heute noch in einer großen preußischen Stadt als Doctor der Medicin praktizirt und bei dein die alte Mutter lebt, hält das Andenken seines seligen Vaters in Ehren und lebt als wahrer und frommer Iehudi. M o r i rz Scbleuger in Preßbnrg. 16 E R Redaction nicht verantwortlich. (Eingesandt.) Denjenigen, die eine in angenehmer Gegend befindliche Kaltwasser-Heilanstalt benützen wollen, wo sie zugleich koschere Speisen bekommen können, empfehlen wir Nassau a. d Lahn, woselbst in dem Hause des Herrn Jsaac Maifeld eine, allen religiösen Anforderungen und in jeder Beziehung zufriedenstellende Bewtrthung anzutresfen ist. [ 1358 Literarische Anzeige. Preisermäßigung Durch Uebernahme der Gesammtvorrathe versende ich franco statt Ladenpreis 6 Mark für nur 27s Mark: Ewald, F. M., Äbodah Sarah, ein Tractat aus dem Talmud, 2. Ausgabe. 546 Seiten. Nürnberg 1868 drosch. B. Seligsberg, 132j Antiquariatsbuchhandlung in Bayreuth.

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