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Der Israelit · 1875-06-02 · Heft 22 (2.6.1875) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 22 (2.6.1875)
Date
1875-06-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 22 XVI. Jahrgang. Der Israelit. E in Gentrak-tzrgan für das orthodoxe IudenLhnm. Herausgegeben ven I>r. gcbutmttt in 3)t a i n 3. Mittwoch, den 2. Juni 5635 (1 875). )icsc Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs - Mark. [foit abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterrcichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Itcnde Artikel: Das Omer. — Reiseskizzen aus Ungarn, itun.gsnachrichtcn und Corrcspondcnzcn: Trutschlnnd: Auerbach a. d. Bergstr. Altona. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Lemberg. — England; London. — Frankreich: Paris. — liilleton: Haus Ebers. Zuvalt der ersten Beilage: ^rungsNachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Aus Bayern. Carlsruhe Frankfurt a.M. Frankfurt a. M. Breslau. |iilleton: Der Sohn des Rabbi. Anhalt der zweite« Beilage: fmgsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Aus 7>cstphalen. Anhalt der Krtra-Beilage: inden-Verzeichnisse. Leitender Artikel. Aas Omer. Mainz, 25. Mai. VI. Ehe das Omer dargebracht wurde im heiligen ^pel am 16. Tage des Monats Nissan durfte dem neugewachsenen Getreide nicht gegessen den, und heute, da das Omer nicht mehr dar- (acht werden kann, darf vor dem siebzehnten e des genannten Monats nicht neugewachsenes 'eide verzehrt werden. Es war Rabbi Jochanan ben Sackai, der nach dem Untergänge des zweiten Tempels dieses Verbot um einen halben Tag ausdehnte i'DN fun oi’B'. Es leitete ihn dabei die Erwägung, daß, da daS Omer nicht mehr dargebracht werden konnte, eigentlich das Verbot mit dem Beginne des 16. Tages aufhören sollte; daun aber würde nach Wiedererbauunq des HeiligthumS der Jrrthum eintreten können, daß auch dann der Tag und nicht die Stunde des Omer-Opfers das Verbot des ncugewachsenen Getreides, icnn tcv, aufheben würde; diese Erwägung veranlaßte den Fürsten und Lehrer Israels in Verbindung mit seinem Gerichtshöfe für die Zeit des Galuth, daS erwähnte Verbot bis zum 17. Nissan in Kraft treten zu lassen. Ob wohl Rabbi Jochanan ben Sackai eine Ahnung davon hatte, daß seine Einrichtung, mpn eine so lange Dauer haben, daß'* das Galuth so lange wahren würde? Welch eine schreckliche Leidenszeit hat seit jener Tekanah. seit dem Tage der Zerstörung unsres Heiligthums, unser Volk erleben müssen? Namentlich war es die Omer-Zeit, welche das schrecklichste Unheil, die gräßlichsten Verfolgungen brachte. Zunächst wüthete in dieser Omer-Zeit die Pest unter den Schülern Rabbi Akiba's, der nicht lange nach dem Tode Rabbi Jochanan ben Sackai's einer der ersten Lehrer in Israel geworden war. Vierundzwanzigtausend hochbegabte und gelehrte Jünglinge saßen zu den Füßen ihres großen Lehrers — es war die Hoffnung, die Zukunft Israels.

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