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Der Israelit · 1875-05-19 · Heft 20 (19.5.1875) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 20 (19.5.1875)
Date
1875-05-19
Page
– (sequence 21)
Language
German
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449 Afrika. Port Elisabeth (Cap der guten Hoffnung). Nach dem Eastern Province Herald vom 19. März, der uns von befreundeter Hand zugeschickt worden, beabsichtigen die an diesem Platze wohnenden Israeliten eine ihren Verhältrüssen und ihrer Mitgliederzahl entsprechende Synagoge zu erbaue». Zu diesem Zwecke wird eine Collecte veranstaltet, von der man sich ein glänzendes Resultat verspricht. Dasselbe Blatt spricht sich sehr belobend über die eingewanderten Deutschen und Juden aus, die im Durchschnitt Ehrenmänner, wohlthätige und liberale Leute seien. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. (K i n g e s a o - t.) Prag, 11. Mai. Schon seit einiger Zeit sind in unserer Gemeinde die Zustände in Betreff gewissenhafter Handhabung der Aufsicht über die Beobachtung der rituellen Borschriften derartig, daß, um nur einigermaßen den Hauptbedingungen'gerecht zu werden, leider sehr viel zu wünschen ist, ja sogar in dieser Beziehung steht die seit Jahrhunderten stets als äußerst fromm anerkannte Gemeinde, deren Gebräuche nicht allein dem Mutterlande zur Richtschnur dienten, sondern sogar auch für einen großen Theil des Continentes als tonangebend galten, mancher kleinen Gemeinde nach. Es muß einen jeden nur halbwegs gläubigen > Juden mit gerechter Abscheu erfüllen wenn er,! durch die Straßen wandelnd, allenthalben die Verkäufsläden der isr. Fleischhauer am Sabbat geöffnet findet, deren Jnsaßen gleichwie am Werketage ihr Handwerk betreiben, selbst die Josefstadt, d. i. der von Juden bewohnte Stadttheil nicht ausgenommen, zudem wird von den Fleischern am Mefigen Viehmarkt das in Vierteln nach der Stadt gebrachte Fleisch angekauft, ohne daß die Maktzeranten, die zum größten Theil Nichtjuden sind, nn Certifikat vom betreffenden Schlächter besitzen, ja in den meisten Fällen ist dem Fleischer gar nicht bekannt woher das Fleisch gebracht wird,' solches vird als Koscher ausgeschrottet. Ich gräme mich schon lange genug ob dieser Entartung, vermied ks jedoch zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, aber sn neuester Zeit ereignete sich ein Vorfall, der eine grenzenlose Verderbtheit bekundet, und gewiß sisher vereinzelt dasteht, da kann ich nun nimmermehr schweigen, das wäre Sünde, traurig genug, daß die Veröffentlichung solcher Uebelstände erst den Impuls zu energischem Eingreifen, der zur Ueberwachung berufenen Organe geben muß; denn sonst würde die Anwendung unserer Speisegesetze gänzlich aus Rand und Band gerathen. Freitag, am 10. April d. I. nach der Mittagsstunde, also zu einer Zeit, wo der Gemeindelchlächtcr nicht auf seinen Posten anwesend sein muß, brachte ein jüdischer Fleiser Namens Kraus ein Stück Vieh auf die hiesige Schlachtbank, schickte Jemanden in die Wohnung des Gemeindeschlächters, dieser mochte nicht gerade so bald da sein als jener dachte, der genannte Fleischer ward ungeduldig, ergriff sein eigenes Messer, dessen er sich zum Abziehen und Zertheilen bedient, und durchfchnitt damit den Hals des Schlacktthieres, worauf er es abziehen, zerlegen und ihn sein Verkaufslokal bringen ließ, wer hinderte ihn daran, dasselbe Fleisch für Koscher zu verkaufen? Dieses ist die wahre, genaue Mittheilung des Sachverhaltes. M. I. R. Mriefkast«« »er Wedactiou. Herrn S. O. in N.: Das Vorgehen Lt.'s ist auch in diesen Blättern bereits mißbilligt worden. — Das Buch von R> werden wir uns verschaffen und dann eine Widerlegung des Artikels der Gartenlaube durch eine nähere Besprechung veranlassen. — Christlichen Geistlichen ist es am Ende nicht zu verübeln, wenn sie kein Verständniß für das Judenthum haben und sich demgemäß äußern. Einer Widerlegung bedürfen derartige thörrchte Auslassungen nicht. — In den leitenden Artikeln und Eorre spondenzen werden die hebräischen Worte nreistens überfein; in den wissenschaftlichen Artikeln ist das jedoch nicht immer thunlich.

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