Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 19 (12.5.1875)
- Date
- 1875-05-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. M 1» Der Israelit. E in Gcnlrat - Grgan für das ortbodore Iudenthum. HerauSge<;edrn von Dr. Lehmann in Main z. Mittwoch, den 12. Mai 5635 (1 875). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Das Omer. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Essenheim bei Mainz. Bamberg. Aus der Pfalz. Frankfurt a. M. Aus Friedeberg. — Oesterr. - Ungar. Monarchie : Wien. Wien. Przibram. — Italien: Rom. — Frankreich: Paris. Ronen. Belsort. — England: London. London. — Feuilleton: Ein Almosenier. Zahatt oer erkea Betrage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Vöhl. Heilbronn a. 2t. Heilbronn a. 2t. Lom 2!iederrhein. Düsseldorf. Witzenhausen. Prenzlau. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Pesth. — Holland: Utrecht. — Dänemark: Fricdcricia. — Rußland: Erodno. — Anhalt der r«eite« Weilage: Anzeigen. Leitender Artikel. Das Omer. Mainz, 3. Mai. III. °vr.y,"i r.äo x.~r. ree crjp vb p 'j'V'Ti' P *c*2 rncyir hmv TJ’jn rpp Rabbi Josua ben Levi sagte: Wolle das Omer- Gebet nicht geringschatzen, denn dieses Gottesgebot war's, ras unfern Voreltern rettend beistand in! den Tagen des Gideon (Jalkut zu 3. B. M. C. 23,! V. 10). Es war eine trübe, traurige Zeit, da Barak i und Deborah gestorben waren und die Israeliten I derart dem Götzendienste verfielen, daß das dama-! lige Geschlecht genannt wird ü’pnsn p "in, I ein Zeitalter, das der Frommen gänzlich entbehrte j (Jalkut zu Richter 7, 13). Unsere-Weifen haben! uns die Schilderung der Art urd Weise des damaligen Götzendienstes aufbewahrt. Ist doch der Götzendienst so vielgestaltig, daß fast nichts ist in! der ganzen Schöpfung, was nicht schon dazu wäre mißbraucht worden: Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sterne. Thiere und Pflanzen, Bilder j von Holz und Stein, der Staub auf den Füßen oder das Waffer in der Pfütze. Aber der Götzen-; dienst in jener Zeit war ein ganz eigenthümlicher. Die thörichten Menschen waren auf die wahnwitzige! Idee gekommen, ihr eigenesSpiegelbild an- * zubeten. mnrva '*n \ijni nn. Nicht wahr, lieber Leser, Du lächelst und svrichst: „Wie ist es doch möglich, daß Menschen so wahnsinnig sein können, Hilfe und Beistand von dem eigenen Spiegelbild? zu erwarten? Und dennoch , geschieht nicht in unserer Zeit etwas ganz Aehnliches? Wird nicht die eigene Vernunft als „unfehlbar" gepriesen, der eigene Verstand als der höchste Richter proclamirt, nur das als maßgebend anerkannt, was im Gemüthe wurzelt? Ist es nicht heutzutage Mode geworden, nichts Anderes als das eigene Spiegelbild anzu-