Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1875)
- Date
- 1875-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit. Ein Gentrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Heraus gegeben von vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 5. Mai 5 6 35 (1 8 7 5). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterrcichische Banknoten laut Cours. — Dirccte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expeditton franco einzusutden. Inhalt. Leitender Artikel: Das Omer. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. «AIS dem Rabbinatsbez. Wallerstein. Stuttgart. Berlin. Bochum. Wreschen. — Oesterr.-Ungar. Monorchie: Wien.- Wien. Wien. Reutitschein. — Italien: Turin. — Türkei: Beirut. — Egypten. — Afrika: Cairo. — Feuilleton: Ein Almosenier. K«s«tt -er erste« Meikage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Düsseldorf. Düsseldorf. Hirschberg. — Oest.-Ungar. Monarchie: Pesth. — Rußland: Petersburg. — A«y»tt der zweite« Aeikage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Efsrnhenn bei Main;. Heilbronn a. N. Wetzlar. — Oest.-Ung. Monarchie: Preßburg. — Leitendem Artikel. Das Omer. Mainz, 29. April. II. Nachdem man diaOmergerste geschnitten hatte, that man sie in die bereit gehaltenen Gefäße und brachte sie in den Borhof des heiligen Tempels. Hier schlug man mit Rohr und Krautstengela c>'^p2 das Getreide aus den Aehren; man drosch es nicht in gewöhnlicher Weise, um die Kör-! ner nicht zu verletzen. Dann that man die Gerste auf eine durchlöcherte Röstpfanne, um sie zu rösten und schüttete sie im Borhofe aus, daß der Wind sie durchwehe; dann wurde sie auf einer Graupenmühle gemahlen und dreizehnmal gesippt, bis nur ein Jffaron (ein Zehntel Epha) übrig blieb. Hierauf that man Oel und Weihrauch hinzu, goß es aus und vermengte es; der Priester machte die Schwingung damit, brachte es an den Altar, nahm die vorgefchriebene Handvoll nspop und ließ sie in Rauch aufgehen. Das Uebrige wurde von den Priestern verzehrt. Die Schwingung geschah nach allen vier Himmelsgegenden, nach Oben und nach Unten. Es soll damit anerkannt werden, daß das Weltall Gottes ist, daß Niemand außer Ihm mächtig ist, nicht im Osten, nicht im Süden, nicht im Westen, nicht im Norden, nicht in des Himmels Höhen, nicht in der Abgründe Tiefen. Es soll dadurch um Schutz gebeten werden vor den bösen Geistern und den' bösen Dünsten D'jn v'vdm mjn mnn. Die bösen Geister, vor denen wir Schutz suchen, sind: tmo nn ,rnon nn ,nur nn nn. Der Geist der Thorheit, der Geist der Ueppigkeit, der Geist der unerlaubten Begierde, der Geist de« Stolzes. Die cjn o^b, die schlimmen Dünste und der schädliche, die Pflanzen verderbende Mehlthau — sie sind ein Sinnbild der Unwissenheit, die am Boden haftet, aus Sümpfen gleichsam emporsteigt