Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 15-16 (14.4.1875)
- Date
- 1875-04-14
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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34 6 Schon sind nicht unbedeutende Anfänge von Sammlungen in unserem Besitze. — Die archäologisch-historische Abtheilung besitzt Denkmäler aus der althebräischen, altchristlichen, arabischen und Kreuzfahrerzeit, moabitische Gefäße, Münzen, welche vom Direktor des Kgl. Münzenkabinets Herrn Dr. Friedlander in Berlin genau bestimmt sind, Copieen und Abklatsche von alten Denksteinen. Die naturwissenschaftliche Abtheilung besitzt eine vom bekannten Afrika-Reisenden Hr. Dr. Kersten uns geschenkte reichhaltige Sammlung der in Palästina vorkommenden Thier- und Steinarten mit den lateinischen und den in der Bibel vorkommenden hebräischen und mit deutschen Namen bezeichnet. Von der Flora Palästinas erhält man durch das von einem Vereinsmitgliede angelegte Collectaneum umfassend Kenntniß. Für die cülturhistorilche Abtheilung besitzen wir bereits Waffen, Schmucksachen, Hausgeräthe aus früheren Perioden und hoffen, daß Sr. Majestät Gnade uns, die bei den Ausgrabungen auf dem Johanniterplatze gemachten Funde, besonders architektonisch-charakteristische Gegenstände, überweisen wird. — Eine große Anzahl Reisedeschreibungen aus früheren Jahrhunderten, sowie altere und neuere Karten des Landes sind Theils in unserem Besitze, theils stehen sie uns durch freundliche Mithilfe einiger geographischen Institute der Heimath, so wie des englischen „Exploration- Fund" in gewisser Aussicht; alle hiesigen Glieder der deutschen Nation werden nach Kräften zur Erweiterung der bisher vorhandenen Sammlungen beitragen, so daß wir gegründete Aussicht haben, Ende d. I. das Museum zu eröffnen. Da die hiesige deutsche Colonie zu wenig zahlreich und zu unbemittelt ist, um die Kosten der Erhaltung, Einrichtung, Bereicherung und Ueberwachung dieser, allen Confessionen dienenden Anstalt allein zu tragen, so wenden sich die Unterzeichneten Comite-Mitglieder, die gern bereit sind im Einzelnen weitere Auskunft zu geben, an alle Freunde des Unternehmens, mit der Bitte, durch Geldbeiträge zu Hilfe zu kommen, den bereits von uns zusammengebrachten Fond zu vermehren. Das Volk, welches zur Erforschung der arktischen Regionen und .Afrikas so viel gethan, wird auch die keineswegs bedeutenden Mittel beschaffen, um das Alle interessirende Palästina mehr als bisher wissenschaftlich auszubeuten. Insbesondere noch richten wir das ergebenste Ersuchen an alle deutsche HH. Verlags- und Antiquariats-Buchhändler, durch gütige geschenkweife Uebersendung von Büchern, die sich auf Palästina, die von dort ausgegangenen Religionen, seine Geographie, Geschichte, Cultur und Sprache beziehen, unserer Bibliothek, die je eine wesentliche Ergänzung des Museums bilden wird, zu Hilfe zu kommen, Etwaige Geldbeiträge bitten wir den Herren Banquiers Stahl und Fed.erer zu Stuttgart zur Ueberweisung an das Curatorium deS Palästina-Museums zugehen zu lassen. Jerusalem, 1 \ März 1875. Das Comite für das Palästina-Museum: gez. Freiherr v. Münchhausen, Kaiserl. Consulats- Verweser, Vorsitzender. H. Friedländer, Vorsitzender des deutschen Vereins. Lio Wisa, Pastor der deutschen Gemeinde. F. Frutiger, Banquier, Cassier des Curatoriums. H. Roth, I. Lehrer der deutschen Schule. F. Märker, 2. Lehrer der deutschen Schule. A. Niepagen, Inspektor des Johanniter- Platze-. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. München, 12. April 1875. Der gestrige Tag ist durch die Resultate der erfolgten Wahl des Verwaltungs- Körpers, für die religiösen Jnteresien unserer Gemeinde als ein bedeutungsvoller zu bezeichnen. Nach dem modernen Style politischer Wahlagitationen wurden in der Vorwoche Versammlungen von den verschiedensten Parteien abgehalten, Aufrufe und Wahlzettel verbreitet, wodurch auch in der That das Wahlinteresse vieler sonst indifferenten Gemeindemitglieder erweckt wurde. Die orthodoxe Partei, welche schon seit Jahren weit mehr durch die Jntriguen und schädlichen Einflüsse der Wankelmüthigen als unter dem Drucke der entschiedenen Reformpartei zu leiden hatte, ging diesmal mit größerer Vorsicht zu Werke und entfaltete vielseitige Thatigkeit. Es gelang derselben mit Hilfe eines Compromisies einen verhältnißmäßig günstigen Erfolg zu erzielen, indem ihre Hauptcandidaten: die Herren Moritz Feuchtwanger, Wilhelm Frankel, und Salomon Stern, mit erstaunlich großer Stimmenmehrheit gewählt wurden. Wenn nun zwar die momentane Ausgabe der orthodoxen Vertreter, den voraussichtlich weitergehenden Reformen entgegenzutreten, schwierig erscheint: so dürste doch durch ein consequentes aber offenes und aufrichtiges Vorgehen derselben eine befriedigende und genügende Lösung zu erzielen sein! Berlin. Die „Vossische Zeitung" .bringt folgende Notiz: „Obwohl die preußische Verfassungsurkunde vom 31. Januar 1850 sowohl im 12. (der Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte ist unabhängig von dem Bekenntniß), als auch im Artkieel 4. (alle