Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1875)
- Date
- 1875-03-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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247 „Wenn von Jemanden bekannt worden ist, daß er die Traditionslehre leugnet, so ist er wie alle Epikorssin und wie diejenigen zu betrachten, die da leugnen, daß die Thora von Ä/tt gegeben sei,, diese Alle gehören nicht mehr Hem Judenthum an." Diese Stelle sagt deutlich genug, daß, wenn ein Jude auch den Götzendienst verwirft und einen einzigen Gott verehrt, so dald er aber die Traditionslehre leugnet, um wie viel mehr, wenn er -an dwh jD.min nicht mehr glaubt., er kein Jude MM i#. Diese:$$oirtei -wtzren dem CorresporldeNten gewiß nicht' gegenwärtig! WaS ihn irre geführt, wissen wir wohl. Er hat einmal gehört, daß es in der snaa $ei£t, K8rw Min. Wenn einer auch sündigt, so bleibt er doch Jude. Sollte der Rambam diesen Satz gekannt haben? Und dennoch schreibt er bMntcr ^bs ms\ Der Sinn jenen schönen Ausspruches ist vonVielen mißverstanden worden und den wahren Sinn ist nur aus dem Zusammenhänge zu fassen. Wenn ein. Jude auch gesündigt und seinen Handlungen nach aufgehört hat, Jude zu sein, weil er Ssnan so ist er dennoch?m-»»\ d. h. seiner Bestimmung nach» seiner mit der Geburt ererbten Lebensaufgabe nach bleibt er Jude und muß einst paarni p geben, für uns aber ist er aus dem Kreise der Juden geschwunden. Auch ein anderer Ausspruch der Gemara mag dem Correspondenten noch vorgeschwebt haben. 'T?v *npj noon bn, „Wer Götzendienst verwirft, wird Jude genannt." Wer aber einen Blick in die Gemara wirft und ihre Worte richtig aufzufassen versteht, wird einsehen, daß der Sinn ein ganz anderer ist, als der, den man ihm gewöhnlich unterbreitet. Hier heißt es nicht «in ^>m"up’, auch nicht Min >nin', sondern nrp enpj. Es heißt also nicht: Wer Götzendienst verwirft, ist ein bMir" oder ist Jude, sondern wird Jude genannt, im Gegensätze zum Heidenthume. So geht auch aus dem Beweise, den die M">vz anführt, hervor, indem sie sagt: Die Chaldäer sagten zu Nebucadnezar: „ES sind jüdische Männer, die deinem Gotte nicht dienen wollen", die sich also in Opposition zu dem Heidenthume stellen. — So verfahren aber alle Gelehrten jener Partei, sie reißen einen Satz der Gemara aus dem Zusammenhänge und benützen ihn zu ihrem Zwecke, um die Menge zu täuschen. Wir, gestützt auf die Autorität des großen Lehrers, sind der Meinung, daß, wer nur sich vom Götzendienste fern hält, wenn er auch einen einzigen Gott verehrt, wohl ein sehr ordentlicher Mensch, aber kein Jude sein kann. Unser inniger Wunsch zum Schluffe ist, daß Jeder, der in unserer Gemeinde über Judenthum schreiben und urtheilen will, besser unterrichtet sei, als der Correspondent jener Artikel, damit nicht in unserer Gemeinde, in der noch jüdischer Sinn vorhanden ist, durch solche Artikel die Menge irre geführt und verleitet werde. Oesterr.- Ungarische Monarchie. Wie«. Die historische Section der „Alliance Jsr. Un." beabsichtigt, ein Archiv anzulegen, welches die Copien der wichtigsten Urkunden und Documente, die auf die Juden in Oesterreich Bezug haben, enthalten soll. Die bedeutendsten sollen von Zeit zu Zeit veröffentlicht werden. Pesth, 8. Marz. Im Orte Rima - Szecs, nächst Miskolez, herrscht, wie von dort berichtet wird, seit zehn Tagen eine namenlose Aufregung und allgemeine Trauer. Es fand nämlich dort die Vermählung eines reichen Paares statt, und dieser wohnten im Ganzen 116 Personen bei. Nach beendigtem Mahle erkranlten Alle, das Brautpaar mit inbegriffen, unter Symptomen einer Vergiftung, und seitdem raffte der Tod fünf bis sechs dieser Hochzeitsgäste weg. Das Unglück ist ein um so größeres, als sich in dem tausend Einwohner zählenden Orte kein Arzt befindet. Unter den vielen und abenteuerlichen Versionen, welche über diese Massenvergiftung circuliren, scheint diese die richtige zu sein,' daß ein Theil der Fleischspeisen von einem gefallenen Thiere bereitet worden. Bei gesetzestreuen Israeliten kann so etwas nicht Vorkommen; das verhütet das jüdische Religionsgesetz. Lörök Sz. Mttlos (Ungarn). Am hiesigen Platze wurde, um der herrschenden Noth der Armen zu steuern, eine Volksküche errichtet, aus der jedem Bedürftigen ohne Unterschied der Confession ein Mittagsmahl unentgeltlich dargereicht wird. Da die Mittel zur Errichtung einer besonder» koscheren Küchenabtheilung nicht ausreichen, so werden die Israel. Armen an jedem Sonntage mit Brot und rohen Speisen für die ganze Woche versehen. I. L. Schreiber. Rußland. Mit««. Herr Benzion Levy, eines der angesehensten Mitglieder der hiesigen Gemeinde, ist plötzlich aus dem Leben abgerufen worden. Der Beworbene, der streng an der väterlichen Religio» festhielt, war stets eifrig bemüht in der Besorgung jüd. Gemeindeangelegenheiten. Seine Familie sowie die jüd. Gemeinde hat in ihm einen großen Verlust erlitten. n"2"L"2"ri. A. R.