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Der Israelit · 1875-03-10 · Heft 10 (10.3.1875) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 10 (10.3.1875)
Date
1875-03-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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213 A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. (Kirr gesandt.) Aus Bayer«. Es ist eine vom Standpunkte der Psychiatrie sowohl als von jenem der allgemeinen Psychologie nicht zu verkennende Thatsache, daß bei der Behandlung und Cur geistiger Erkrankungen das religiöse Element einen seiner Wichtigkeit entsprechenden Rang einzunehmen berufen ist. Diese Thatsache fällt um so mehr in die Augen, je. mehr es in unseren Tagen Jrrenasyle gibt, in denen ein von wahrer Humanität und Menschenliebe getragener Geist waltet und gedeiht, je seltener auf der andern Seite heutzutage jene Irrenanstalten geworden sind, welche einer Zuchtanstalt naher standen, als einem friedlichen Genesungshaus. In allen größeren und kleineren Jrrenheilanstalten wird daher dem religiösen Bedürfnisse der Pfleglinge, insoweit sie dem katholischen oder protestantischem Bekenntnisse angehören, in ausgedehntester Weise Rechnung getragen; Kranke des jüdischen Cultus mußten dagegen bisher im Allgemeinen von der Befriedigung dieses Bedürfnisses selbstverständlich ausgeschlossen bleiben, da dieselben selbst in großen Anstalten gewöhnlich in sehr geringer Anzahl vorhanden, eben deßhalb eine solche Berücksichtigung nicht zu finden vermochten. Und doch mußte dieser gänzliche Mangel des religiösen Cultus, eines Cultus, welcher so viele Beziehungen und Anknüpfungspunkte für das tägliche Leben (namentlich auch in Bezug auf die Kostverhältnisse) bietet, in allen seinen Theilen so sehr von den Gebräuchen, selbst von der zeitlichen Einteilung des Kirchenjahres der anderen Confessionen sich unterscheidet, von den Kranken jüdischen Bekenntnisses wohl am empfindlichsten gefühlt werden, mußte dem aus einer gläubigen Familie in eine öffentliche Anstalt versetzten Kranken, durch den Mangel selbst einer häuslichen Feier der Festtage, die Schwere seines Leidens doppelt fühlen lassen, die psychische und somatische Behandlung dem Änstaltsarzte zum Mindesten sehr erschweren. Dieses find die Erwägungen, von denen Herr Dr. Würzburger zu Baireuth (Baiern) bei Gründung eines „Asyles für gemüths- und geisteskranke Israeliten in Bayreuth" ausging. Wenn nun dieses Institut schon bei feinem Entstehen von den Glaubensgenossen mit Freude begrüßt wurde, so kann sich heute Hr. Dr. Würzburger sagen, daß er den in seinem Programme aufgestellten guten Zweck, jenes edle Ziel, erreicht hat. Aus allen Gegenden Baierns und Deutschlands haben gemüths- und geisteskranke Israeliten dort Zuflucht und — Heilung gefunden und Herr Dr. Würzburger kann sich vieler glücklichen Erfolge auf dem Gebiete dieser seiner Thätigkeit rühmen, wofür auch als deutlicher Beleg die starke Frequenz dieser Anstalt spricht. Die schöne Lage Bayreuths, dessen gesundes Klima, die aufopfernde Thätigkeit des dirigirenden Arztes und seiner Gattin, welche die schwierige Aufgabe mit ihrem Gatten in der Weise theilt» daß sie in fortwährendem Verkehre mit den weiblichen und so weit thunlich auch mit den männlichen Kranken steht; die Befriedigung aller religiösen Bedürfnisse in der Anstalt selbst — alle diese Momente bieten Jedem unserer Glaubensgenossen, der in die traurige Lage versetzt sein sollte, einen seiner Angehörigen in einer derartigen Anstalt unterzubringen — volle Veranlassung, diesen Kranken dem „Asyle für gemüths- und geisteskranke Israeliten" des Herrn Dr. Würzburger zu Baireuth (Bayern) anzuvertrauen. [565. C^ür bevorstehenden hdd empfiehlt Unterzeichneter O wie in den Vorjahren verschiedene Sorten Confects, als: Feine Mandelmakronen, Torten, Bisquit, Boabons, Chocolade rc. unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung. Recht zahlreichen Aufträgen sieht baldigst entgegen Salomo« Wolffiitg, Conditor, Augustinergasse Nr. 8. Wiederverkäufer erhalten entsprecheudB« Rabbat. Würzburg, den 1. März 1875. [557.

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