Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1875)
- Date
- 1875-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. s-hrga-a. Jfä N. Der Israelit Ein Central-Organ des orthodoxen Jndenthnms. Hrrausgegeben »on vr. Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 3. März5635 (1 875). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs - Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.-- Oesterkeichische Banknoten laut Eours. — Directe Francozusendung-unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. 3 » halt. Leitender Artikel: Der jeßk lebende größte Philosoph und das Judenthum. Zeitungsnachrichten uns» Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Nürnberg. Berlin. Berlin. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Au8 Böhmen. — England: London. London. — Türkei: Salonichi. — Feuilleton: Schuld und Sühnst Knychtt der erg«« . Leitender Artikel: Die Idee des Judenthums. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen: Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien. — England: London. London. — Rußland: Ezechonow. — Feuilleton: Das unterbrochene Hochzeitsfest. Kuyast der zweite« Zreitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. Aus der bayrischen Pfalz. Aus Westphalen. Aus Westpreußen. Breslau. Sulz. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Pesth. — Anhalt der Krtra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Lettendee Artikel. Der jetzt lebende größte Philosoph und da» Iudrnlhiim. /X Düsseldorf, 3 8. Februar. Ein wahrhaft deutscher Mann hat vor 300 Jahren das Wort gesprochen: „Es wird jetzt Frühi ling; die Geister wachen auf; es ist eine Luft | i zu leben", und dieses hoffnungsfreudige, siegeSj trunkene Jauchzen dieses kühnen Ritters Ulrich von Hutten findet auch auf das moderne Judenthum in vollem Sinne Anwendung. Ich will es zwar nicht leugnen, daß im Innern Israels in vielen Staaten eine erschreckliche Gleichgiltigkeit in Bezug auf unsere geoffenbarte heilige Lehre stch geltend macht und daß das Studium der heiligen Schriften ynd die Talmud-Thora der guten, alten Zeit in bedenklichem Abnehmen begriffen ist — aber Gott sei Dank, jene traurigen Jahre der Aufklarungsmanie, als die von der Neformepidemie ergriffenen schwachen Gemüther unseres Volkes sich ihres Glaubens und ihrer Religion schämten, als die Uebertritte zum Christenthum an der Tagesordnung waren und frivole Juden und leichtfertige Jüdinnen unsere hehren Gebräuche bespöttelten, sind längst vorüber. Das deutsche Vaterland, in welchem wir so viele Jahrzehnte hindurch blos geduldet und zuweilen förmlich als Parias der Gesellschaft behandelt wurden, hat uns schon längst die vollständige Gleichberechtigung in politischer und socialer Beziehung zu Theil werden lassen, und diejenigen unter uns, die entartet genug sein sollten, die starken Wurzeln ihrer Kraft auszureißen und ihre jüdische Ueberzeugrrng abzuschwören, werden von unseren christlichen Mitbürgern nicht mehr als Märtyrer, sondern als confuse Köpfe oder gewinnsüchtige Speculanten und Betrüger behandelt und — verachtet. Aber ein noch viel größeres Wunder, als die