Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1875)
- Date
- 1875-02-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit. Ein Central-Organ des orthodoxen Judenthums. Herausgegeben von vr Lehman« in Mainz. \ Mittwoch, den 10. Februar 5635 (1 875). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petltzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Ueber Brach- oder Jobeljahre. Zeitungsnachrichten mrd Correspondenzen: Deutschland: Mainz. ' Mainz. Hanoi:. Aus Badeu. — Frankreich: Paris. — Feuilleton : Schuld und Sühne. Irryatt der ersten Betrage r Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. München. Laupheim. Laupheim. Berlin. — Holl and: Rotterdam. — Frankreich: Paris. — England: London. — Feuilleton: Zur Geschichte der Juden in Metz. Irryalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ung. Monarchie: P-sth. Leitender Artikel. Mkr Mach- und jobeljahre. ii. Mainz, 4. Februar. So wie wir dadurch, daß wir am 7. Wochenage von jeder Arbeit ruhen, bezeugen, daß wir Gott als Schöpfer des Weltalls anerkennen, so egt das Brachjahr dieses Bekenntniß in noch erhöhtem Grade dar; denn an ihm ruhen wir nicht allein — ein ganzes Jahr hindurch — von jeder! Feldarbeit, sondern wir geben auch noch alles das! preis, was die Erde freiwillig auf unfern Aeckern, \ Feldern, Garten, Weinbergen und Baumpflanzun- I gen hervorbringt; es ist -lps.i, herrenloses Gut; jeder Fremde hat dasselbe Anrecht daran wie wir, rni^n n'li bDan cnm, »und den Ueberrest verzehre das Gewild deS Feldes". Dadurch muß sich in nnS die Ueberzeugung festsetzen, daß die Erde nicht durch ihre Kraft und Eigenthümlichkeit uns ernährt , sondern daß die Herren der ErKe einen Herrn haben, der nach Seinen weisen Anordnungen über Dasjenige verfügt, was uns sonst als unser Eigenthum erscheint. I Der Materialismus, Sensualismus, Natnra-! liSmus und wie alle die Formen gottloser Welt-! betrachtung heißen, auf welche die Männer der! Gegenwart so stolz sind — die Weltbetrachtung, i die den Gedanken an Gott aus der Welt bannt, i die alles Seiende aus natürlichen Ursachen erkla- > reu will, ist im Grunde nichts Anderes als eine! völlige Gedankenlosigkeit. Es i st keine Kunst, den! Stoff auf den Thron zu heben, und das Geistige.! weil es sich unfern Sinnen entzi ehi, für nicht existirend zu erklären. Auch der Dümm ste, der Thörichtste, der Unerfahrenste kann Gott, Seele und Unsterblichkeit leugnen. Dem Denker aber, der nur ein wenig über die Gründe des S eiens, Entstehens und Werdens nachdenkt, wird es bald klar werden, daß der Materialismus nichts Andere- V als eine Umnachtung de- Geistes ist, eine Werfinsterung der höchsten nnd edelsten KräfteZ des Menschen,