Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1875)
- Date
- 1875-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit Ein Central-Organ des orthodoxen Judenthums. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 13. Januar 5635 (1 87 5). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Destcrreichischc Banknoten laut Ecmrs. - Dirccte Franco;uscndnng unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Ein Blick aus die religiösen Zustände der Gegenwart. — Bulle des Papstes Innozenz IV. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Main;. Mainz. Würzburg. Berlin. Eölit^ Aus Wcstphalen. Jnnowraclaw. Altona. — Ocst.-Ung. Monarchie: Gaya. — Italien: Ronr. — Frankreich: Paris.'Paris. — Feuilleton: Schuld und Sühne. ZuhLlt der erst«« Weitage; Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Sfsenbach. Breslau.— England: London. - Rußland: Petersburg. — Türkei: Adrianopel. — Egypten: Eairo. — Amerika: New-York. — Feuilleton: Meierle. Znhatt der r«elten Zrelrage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Dest.-Ung Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Bordeaux. Lille. — Afrika: Algier. — Feuilleton: Beschreibung eines Umzuges des neugewählten Papstes Martin V. durch die Straßen der Stadt Konstanz im I 1414. Leitende Artikel. Ein Mick ans die religiösen Zustande der Gegenwart. Mainz, 8. Januar. In der jüngsten Nummer des „Israelit" wurde aus der bayrischen Pfalz ein Ereigniß gemeldet, das jeden wahrhaften Israeliten zum ernsten Nachdenken herausfordern muß. Unser Berichterstatter erzählt, daß Herr Bezirksrabbiner Dr. Grünbaum zu Landau seine Tochter mit einem Nichtjuden vermahlt hat und daß über diese j Thatsache, die schon vor mehreren Wochen stattge-! funden, sich keine tadelnde Stimme hat vernehmen! lassen, daß Herr vr. G nach wie vor als Bezirksi Rabbiner fungirt, die Aufsicht hat über Schechitah.! Mik - ah rc. in einem von vielen Juden bewohnten i Bezirke, Trauungen vollzieht und andere religiöse j Acte vorncmmt. Ein Rabbiner, ein Bezirks-Rabj bi »er verletzt das jüdische Religionsgesetz auf das! Flagranteste und alle Wllt schweigt dazu Daß die Ehen zwischen Juden und Nichtjuden auf das Strengste verboten sind, erhellt aus 5. B. M. C. 7, B. 3 u.4, Talmud Babli Tractat Abodah Sarah 1. 36 a., Sabbat t'. 17 b., Maimonides Hilchoth Jffurö Biah C. 12, Halachah 1 u. 2, Schulchan Aruch Eben Hasser C. 16, §. 1. So finden wir auch in der heiligen Schrift erzählt, daß Esra und Nehemias bei der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft die größte« Anstrengungen machten, um die geschloffenen'Misch - ehen wieder aufzulösen. Schon der gewöhnliche Menschenverstand, die einfache Ueberlegung müssen jeden Menschen davon überzeugen, daß das Eingehen einer Mischehe zwischen Juden und Nichtjuden dem Aufgeben der Religion ziemlich gleichkömmt. Wenn nun gleichwohl Juden solche vom Staatsgesctze gestatteten Ehen schließen, so können wir das allerdings nicht ändern; wir können weiter nichts thun als unsere Mißbilligung aussprechen. Ein Anderes ist es jedoch, wenn ein Rabbiner zu solchen Gesetzesübertretungen seine Hand bietet,