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Der Israelit · 1872-12-25 · Heft 52 (25.12.1872) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 52 (25.12.1872)
Date
1872-12-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1070 des ©lauten» und des Schwertes — wie die Weltgeschichte kaum ähnliche kennt; Mathatias und seine fünf Söhne sammeln kleine, schwache, schlcchtbewafsnete Schaaren um sich und besiegen große, gewaltige Heere. Mathatias stirbt; seine Söhne fallen nacheinander auf den Schlachtfeldern und sterben den Heldentod; aber Jsräel ist gerettet, und das Judenthum erwächst zu neuer, unsterblicher Blüthe. Unberührt und nngeschwächt vom verderblichen Geiste des Gricchcnthnms geht es aus allen diesen Stampfen siegreich hervor, und das Denkmal dieser glorreichen Siege sind die Chanukah-Lichter, die uns alljährlich leuchten. In der Gegenwart wiederholen sich jene Kämpfe, welche der Mackabäerzeit vorangingen. Es ist wiederum der griechische Geist, der sich seit einigen Jahrhunderten Europa's bemächtigt hat und von dem Juda nicht unberührt geblieben. Das Ehristcnthum, der Muhamedanismus — sie sind Israel niemals gefährlich geworden. Mit Feuer und Schwert, mit schmachvoller Bedrückung und mörderischen Ausnahmsgesetzen haben diese Religionen die Söhne Israels gequält, gemordet, verbrannt, ohne jemals dem Judcnthum als solches ernstliche Gefahr zu bringen. Nur die Juden, die Personen — manchmal einzelne, manchmal die Bewohner ganzer Länder — haben durch jene Ermordungen und Verfolgungen gelitten, furchtbar gelitten, allein die jüdische Religion ist nie bedroht worden, voll den andern Religionen verdrängt zu werden. Aus Ueberzeugung ist noch nie ein Jude oder eine Jüdin zum Christcnthuiue oder zum Muhamedanismus übergetreten. Aber der Geist des alten Griechenthums, der die Neuzeit durchdringt, er hat viele unserer Brüder und Schwestern zum Abfalle vom Glaubell, vom Gesetze getrieben. Die Stampfe find da und erfüllen die Gegenwart. Welche Gestalt sic noch annchmetl werden — lvir wissen es nicht. Aber das wissen wir, das; das Judcnthum, das reine, unverfälschte und unverkürzte Judenthum unberührt und nngeschlvächt aus diesen Kämpfen hervorgehen und den endlichen Sieg erringen wird. Die Jason nnb Menelaos, die fluchbeladenen, abtrünnigen Hohepriester der hellenistischen Periode, die Sectirer Zadok und Beothus und ihre Anhänger — sie sind in unserer Zeit wieder erstanden. Wir aber, wir müssen sic bekäulpfen mit aller Kraft, müssen unsere Kinder erziehen in der Gotteslehre und zur Gottesfurcht, aus das; wir erhalten bleiben der ewigen, unvcrgällglichcn Wahrheit. Hub dazu soll uns alljährlich das leuchtende Denknlal der Mackabäersicge inmitten trüber Winterszeit ermuthigen, anspornen. 2'd '2 :2’n^i pu: '2 ns« O'-Nvr« n-pi : dto „Es heisst: „Und Gott sah das Licht, daß es gut flu" und von demselben Lichte heisst es, daß cs ein göttlicher Segen für Israel ist." (Midrasch Neölam.) So leuchte uns denn auch das Chanukah-Licht zum unendlichen Segen! Die projcctirtc Gründung eines Israeliten- Dnndes. Mainz, 17. Deccmber. Wir haben bereits in der vorigen Nummer kurz erwähnt, daß anr 9., 10. und 11. d. M. in Berlin eine Allzahl Männer tagten, welche, vonl dortigen Local- Eomite der „ Alliance Jsraölite Universelle " berufen, eine Lostrennung von dieser und die Gründung eines deutschen Jsraeliten-Bundes projectirt hat. Herr Professor Lazarus, als Präsident des Berliner Local-Comitä's der „Alliance", innerhalb der Versammlung über die Art der Bcruftnlg interpellirt, erklärte, er habe sich an ihnl bekannte Glaubensgenossen Deutschlands, die überhaupt schon Interesse für öffentliche Angelegenheiten bekundet haben, mit der Bitte gewendet, ihm geeignete Persönlichkeiten vorzuschlageu, und diese habe er berufen. Cr habe sich also nicht auf Mitglieder der „Alliance" beschränkt. Wir könllen hier eine Bemerkung nicht unterdrücken, die auf das Gebahren des Herrll Prof. Lazarus ein eigcllthümliches Licht wirst. Der Herausgeber dieser Blätter ist dem Herrn Professor bekannt und hat auch wohl schon einiges Interesse für öffentliche Angelegenheiten bekundet. Es ist aber bei ihm weder angefragt, noch ist er zu der iu Rede stehenden Confcrenz eingeladen worden. So viel wir erfahren, ist auch unfern Gesinnungsgenossen, Herr Rabb. Dr. Hildesheimer (den man als Berliner ilicht gut übergehen konnte) ausgenommen, keinerlei Anfrage oder Einladung zugekommell. Man ersieht daraus, daß' man die Orthodoxie nicht in der Versammlung haben wollte, weil man wahrscheinlich deren Opposition fürchtete. Wir sind Glicht gerade blinde Anhänger der Pariser Alliance; aber wir erkennen das Gute, das sie geleistet, gern und freudig all und gestehen ihr den unbedingten Vorzug vor allen Vereinignngen zu, welche die deutschen Reformer etwa in's Leben rufen können. Da die Synode gänzlich Fiasco gelnacht hatte, wurde „der Gerne in debnnd" in Scene gesetzt; da dieser in's Wasser gefallen zu sein scheint, so soll „ein letzter Versuch" gemacht und ein B u n d d eu t s che r Israeliten aus den Abfällen der „Alliance" constituirt werden. Ist cs rathsam, daß die deutschen Israeliten sich

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