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Der Israelit · 1872-12-18 · Heft 51 (18.12.1872) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 51 (18.12.1872)
Date
1872-12-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1053 eines ganz neuen großen Spitals zu schenken. Dieses Gesuch kam in der Montag-Sitzung der städtischen WirthschastS-Commission in Verhandlung und diese bewilligte auch der isr. Gemeinde einen großen Baugrund, damit sie sich ihr neues Spital auf diesen Grund bauen möge; doch soll dieser Baugrund Eidenthum der Stadt bleiben, so daß, wenn das Svrtal von diesem Grunde wegkommen wird, es wieder der Stadt gehöre. (Pesth. jüd. Ztg.) Frankreich.. Paris, 7. Dec. Dem „Franks. Journal" wird von hier geschrieben: „Das zweite Kriegsgericht hat aus Patriotismus eine Mörderbande frcigesprochen. Der Sachverhalt ist folgender: Am 26. Nov 1870 hatten die zehn Angeklagten, sogenannte Franctireurs des Aube - Departements, in der Nähe von Spanne (Marne) eine deutschredende Familie von sechs Köpfen, fünf männliche und eine Frau (es sollen nach den Einen Stettiner, nach den Andern elsäfser Trödel-Juden gewesen sein), mit zwei Wagen im Walde angehalten, eigenmächtig Standrecht über dieselben als „preußische Spione" gehalten und sie alsdann medergemetzelt. Der „Siecle" gibt folgenden Auszug aus der Gerichts-Verhandlung über diese scheußliche That: Die Angeklagten werden vernommen. Die braven Franctireurs antworten mit großem Freimuthe. Zumal das Verhör des Angeklagten Rolland ruft im Zuhörerraum berechtigte Theilnahme hervor. Präsident: „Angeklagter Rolland, wer hat Ihnen den Befehl ertheilt, die sechs Personen zu erschießen, welche für preußische «Spione gehalten wurden?" Angeklagter: „Das war Geollot." Präsident: „Sie haben sie abseits vom Hause geführte Es war Nacht? Erzählen Sie den Vorgang." Angeklagter: „Wir banden sie los; alsdann sagte Lelarge zu mir: „Rolland, der Tag bricht an, wir müssen sie abthun." Dann nahmen wir sie paarweise vor." Präsident: „Sie sagten zu ihnen: Der Augenblick ist da, wir müssen ein Ende machen; umarmt Euch!" Angeklagter: „Das ist wahr." Präsident: „Fahren Sie in Ihrer Schilderung fort." Angeklagter: „Ich gab dem Mann einen Bajonnetstoß, er siel in's Wasser. Als er sich an den Baumzweigen sefthalten wollte, gab ich ihnl einen zweiten Stotz, um ihn zum Loslassen zu zwingen, worauf er untersank. Dann holten wir die beiden Kinder und tödteten sie auf dieselbe Art, mit einem Bajonnetstoß. Es war ausgemacht, keinen Schuß zu thun, um nicht die Aufmerksamkeit des Feindes zu erwecken. Endlich wurden die beiden Letzten herbeigebracht." Präsident: „Sie haben sie vorher durchsucht?" Angeklagter: „In der Mütze des Einen fanden wir 51 Thaler und einen deutsch geschriebenen Brief. Wir waren Alle überzeugt, daß wir es mit Preußen zu thun hatten. Was wir thaten, geschah in wohlmeinender Absicht." Soweit der „Siecle". Sämmtliche Angeklagte wurden unter unzweideutiger Sympathie^von Seiten der Richter und des Auditoriums freigesprochen. Und das nennt man in Frankreich Justiz!" Wir ersuchen die franz.-jüd. Zeitschriften um Aufklärung. England. London. Wir haben vor einiger Zeit mitgetheilt, daß unter oen assyrischen Monumenten im British Museum in London unlängst eine keilförmige Inschrift entdeckt wurde, die einen ausführlichen Bericht über die Sündfluth enthalt. Der Entdecker und Entzifferer dieser seltsamen Inschrift , Hr. George Smith, ein Beamter im archäologischen Departement des British Museums und ein bedeutender Forscher, hielt dieser Tage in der Gesellschaft für Biblische Archäologie vor einem gewählten Publikum einen höchst interessanten Vortrag über seine für die Archäologische Wissenschaft wichtige Entdeckung. Herr Smith, schon seit geraumer Zeit mit der Prüfung der Sammlung von Assyrischen Schreibtafeln im British-- Museum beschäftigt, fand den Sündfluthsbericht unter den Schreibtafeln mythologischen und mythischen Inhalts. Es sind Bruchstücke von drei Duplicat-Texte enthaltenden Copien dieser Inschrift vorhanden, und diese Copien, welche der Zeit von Assurbanipal, oder circa 600 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung angehören, wurden in der Bibliothek dieses Monarchen im Palast von Niniveh gefunden. Der Originaltext der Version oder Tradition der Sündfluth scheint, den Angaben dieser assyrischen Schreibtgfeln zufolge, der früher chäldäischen Periode in der jetzt durch die Ruinen von Marke repräsentirten Stadt Erach (eine der Städte Nimrod's) anzugehören Der Bericht über die Sündfluth, der als eine Erzählung in den Mund von Sisit (dem Noah der Bibel) gelegt ist, hat eine genauere Aehnlichkeit mit dem durch die Griechen von Berosus, dem Chäldäischen Historiker überlieferten Bericht als mit der biblischen Geschichte, weicht aber von keiner dieser Versionen wesentlich ab. Der keilförmige Bericht ist viel ausführlicher als der des Berosus, und enthält mehrere Details, die sowohl in der Bibel, wie in dem Griech. Geschichtswerke fehlen. Sisit erzählt von der Gottlosigkeit der Welt, dem göttlichen Gebot, eine Arche zu bauen, deren Erbauung und Ausfüllung, der Sündfluth, dem Ruhen der Arche auf einem Berge, dem Aussenden der Vögel rc. Mit Bezug auf die Dauer der Sündfluth ist zwischen der Bibel und der keilförmigen Inschrift ein großer Unterschied vorhanden. Der griechische Bericht des BerosuL

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