Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1872)
- Date
- 1872-12-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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'CTZT 1039 Berlin, 2. Dec. Die hiesigen Zeitungen berichten von der Geige r'schen Hochschule: Der in kurzer Zeit bevorstehende Tag der Gründung des Instituts soll durch einen Sommers der Studirenden festlich begangen werden. Die Anstalt versteht sich entschieden auf ihren Vortheil und weiß das Ding von der rechten Seite anzupacken. Denn wenn dieselbe in der kurzen Spanne eines Jahres ihren Schülern den Geist objectiver Wissenschaft so lebendig einzuhauchen verstand, daß sie sich bereits fähig fühlen, mit den Studenten der Universität in so imponirender Weise rivalisiren zu können, so müssen auch den Zweiflern an dem hohen Werth des Instituts — deren es leider noch so Viele gibt, über dessen wahre Bedeutung endlich die Augen aufgchen. Bromberg, 27. November. Bei der in der letzten Stadtverordnetensitzung vorgenommenen Wahl eines Abgeordneten zum Provinzial -Lantage und zweier Stellvertreter protestirte Herr!Dr. Brock gegen die Erklärung des Vorsitzenden, daß nach dem Gesetze vom 5. Juni 1823 nur christliche Personen zu Abgeordneten des Provinzial-Landtages gewählt werden dürften, worauf sich die jüdischen Mitglieder der we teren Abstimmung enthielten. Seitens des Herrn Dr. Brock ist nun die ganze Wahl angefochten und dem Herrn Oberpräsidenten in Posen dieser streitige Fall zur Entscheidung vorgelegt worden. M. Hamburg, im November. Der Verein pns’ 5m«, dessen Zweck es ist, mm durch Vorträge zu verbreiten, feierte einen Dirn auf '"*n Dy zrcnn. Vor fast 30 Jahren mit kleinen Anfängen gegründet, zählt der Verein jetzt zu den besuchtesten, und mit besonderer Aufmerksamkeit folgt das regelmäßig erscheinende Publikum den Vorträgen ihres Lehrers, des allbeliebten und geehrten Herrn Dr. S. P. Nathan. Wie eingehend und gediegen dieselben sein müssen, beweist am besten der Umstand, daß die Erklärung der min volle 14 Jahre in Anspruch nahm bei allwöchentlich einmaligem Vortrag in der Dauer einer Stunde. In der Festrede gedachte Herr Dr. Nathan seines und unseres Lehrers: des 5"sn nvn, der leider vor 23 Jahren zu frühe für uns vom Schauplatze seiner irdischen Thätigkeit abberufen wurde. Aber die gute Saat, welche vom Verewigten ausgestreut ward, hat n'u ihre guten Früchte getragen, das sehen wir an seinen jetzt hier lehrenden Schülern, das bezeugen uns das Alter sowohl wie die Jugend, welche anderen Gemeinden gegenüber n'2 sehr zahlreich zu unserem alten, guten, unwandelbarem Glauben halten. Außer Herrn vr. Nathan sprachen noch die Herren Salomon Renner und Calmann. Am Schluffe der Mahlzeit ergriff Herr Dr. Nathan nochmals das Wort, und sich an die zahlreich versammelte Jugend wendend, ermahnte er sie, hier in Hamburg, wo es so zahlreiche Gelegenheiten gebe, min zu lernen und zu hören, recht fleißig diese Gelegenheit zu benutzen. Wir wollen hoffen, daß diese Worte eingedrungen sind in die Herzen der jungen Leute und sie in den Fußtapfen der dorr versammelten älteren Mitglieder und besonders ihres beliebten Lehrers, Herrn Dr. Nathan, wandeln mögen! Gleichzeitig feierte Herr Dr. Nathan das Jubelfest seiner 25jährigen Thätigkeit an dem in Rede stehenden Vereine. Das Ehrengeschenk, ein prachtvoller silberner Chanukkah-Leuchter, wurde demselben am Abend vorher vom Comitä überreicht. Türkei. Gallipoli. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe wurden, wie „Levant Herald" schreibt, zwei Leichname, der eines Mädchens und eines jungen Mannes, nur theilweise in der Erde eingescharrt aufgefunden. Man vermuthet allgemein, daß einige Wallachen diese zwei Personen umgebracht. Unter den Wallachen herrscht allgemein der Aberglaube, daß Judenfleisch ein Schutzmittel gegen Unglücksfälle sei. ANZEIGEN. Da die Erzählung „Das Testament" in den neuen Jahrgang hmüberreichen wird, so erhalten die neueintretenden Abonnenten schon jetzt und in der Folge die neun Nummern, welche die Anfänge dieser Erzählung enthalten, franco und gratis zugeschickt, sobald sie dieselben bei der Unterzeichneten bestellen und zur Franlirung 9 kr. rh., 3 Sgr. oder 15 kr. ö. W. in Briefmarken einsenden. Die Expedition des „Israelit". <>-ch bringe hiermit meine (hebr. koschere) Restauration bei Familienfesten, Hochzeiten u. s. w. in empfehlende Erinnerung: ferner erlaube mir darauf aufmerksam zu machen, daß bei mir Mittagstisch im Abonnement und einzeln billig und gut gegeben wird, und ist es mein Princip, die geehrten Gäste reell und prompt zu bedienen. Joseph Stein Wittwe, Hintergaffe Nr. 61 in Gießen.