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Der Israelit · 1872-12-04 · Heft 49 (4.12.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 49 (4.12.1872)
Date
1872-12-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1019 sein Recht, von dessen Geltendmachung weder früher noch später irgend eine Andeutung vorkommt, zu wahren und den väterlichen Segen auf sein Haupt überzuleiten. Sollte er aber seinen alten Vater, der ohnehin schon durch die Handlungsweise seines Erstgeborenen viel Kummer und Herzeleid erduldet, auch noch diesen tiefen Schmerz bereiten, daß er ihm die tiefe Gesunkenheit seines älteren Sohnes, die sich durch den Verkauf der! ri-03 offenbarte, mittheilte? Dagegen sträubte sich sein I ganzes kindliches Gefühl und, wenn ihn nicht seine i Mutter fast gezwungen hätte, er hätte cs nicht gewagt,! auf solche Werse sein Recht zu beanspruchen; j LMOtz? ^ch könnte in seinen (Jitzchaks) Augen wie ein Betrüger dastehen," und das war er nicht und wollte es nicht sein.! Der Segen, den Jizchak dem vermeintlichen Erft- > geborenen ertheilte und der, welchen er nachher demselj den gab, unterscheidet sich nicht bezüglich des irdischen! Besitzes; den D'awn rv und '-ivn erfleht er auch j für ihn, nur die Herrschaft, die zur Erfüllung der Aufj gäbe nothwendig war, die hatte er nur einmal zu ver- > geben, und diese wollte, er nicht nicht dem Jacob entj ziehen. Und dieses Segens halber haßte der herrsch-! süchtige Esaw den Jacob mit tödtlichem Hasse j 'IJO rqTarr1?# Zip#: ItzP. Nach der Ertheij lung des Segens mußte natürlich eine Aufklärung! zwischen Jakob und seinem Vater stattfinden, und ge-? wiß war Jizchak damit einverstanden. Und als Jacob! seiner Sicherheit halber das Vaterhaus verläßt, da spricht! er zu ihm ganz so, wie einst Abraham zu Eliefer gej sprachen iJ/J3 nunc naw npn nb, „Du sollst Dir keine! Frau nehmen von den Töchtern Kenaans, sondern nach! Padan Aram gehen und eine von den Töchtern Labans, i Deiner Mutter Bruder, Dir wählen," to* 'io tw j ra"Q n«< jm .Q’ey r.”rn pt’i "psm iro« j ir« pe* n»v *}r>Ent> *}dn ijnibi “P cm:« j Drro*6 D’pPnjdj. So legt auch Jizchak seinem Sohne! an's Herz, der Aufgabe eingedenk zu bleiben und den? Besitz des Landes, wie er dem Abraham verheißen, anzu-! streben. Und als er an der Grenze des Landes ange- 1 kommen, um es zu verlassen, da ward ihm im Traume die Heiligkeit des Ortes angedeutet. Auf dieser Stelle ist die Himmelspforte; die Engel Gottes, die in diesem Lande als Gottes Boten austreten, sie begleiten den Menschen nicht in ein anderes Land und endlich, um ihn an dieses Land zu feffeln, seine Gedanken darauf hin zu lenken, spricht Gott zu ihm: nn« new p«n rujnK rpty , das Land, auf dem Du ruhst, wM ich Dir und Deinen Nachkommen geben. Wir glauben nicht, daß dieser Auseinandersetzung und Klarlegung des Sachverhaltes irgend eine Voreingenommenheit vorgeworfen werden kann, und wir wünschten nur, daß die Gelehrten, die es sich zur Aufgabe gestellt, die Bibel zu erklären, ganz so vorurtheilsstei und in gerechter Würdigung der Verhältnisse und Thatsachen, dabei verfahren. Die Resultate würden gar oft ganz andere und, wie wir glauben, richtigere sein. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 1. December. Dieser Tage ist uns der Rechenschaftsbericht der isr.Lehrerbildungs- Anstalt zu Würzburg für das achte Jahr ihres Bestehens, herausgegeben vom Vorstande derselben, Herrn Dlstr.-Rabb Bamberger, zugegangen. Es freut uns unendlich, daraus zu entnehmen, daß diese hochwichtige Anstalt einer stets gedeihlicheren Entwickelung von Jahr zu Jahr in erhöhtem Maaße entgegengeht. Die der Anstalt gewidmeten Spenden liefen in dem verflossenen Jahre reichlicher ein denn je zuvor, ein Beweis, welch S Anerkennung und erfreuliche Würdigung die ugen der Anstalt beim Publikum finden. Die Jugend drängt sich zum Eintritte in die Anstalt, und die entlassenen Zöglinge werden von den Gemeinden derart gesucht, daß Alle, welche die Anstalt verlassen, sofort Anstellung finden. Auch die Behörde hat dieser Schule im Namen des Königs die hohe Befriedigung in Bezug der Leistungen derselben ausgesprochen. Die Anstalt zählt gegenwärtig 22 Zöglinge; im Ganzen wurden in ihr bereits 43 junge Leute zu Lehrern ausgebildet und in die Praxis entlaffen. Mit Bedauern sahen wir Herrn Seminarlehrer Ludwig Stern von der Schule scheiden, an welcher er seit der Gründung derselben so segensreich gewirkt; an seiner Stelle wurde Herr vr. Gustav Dachauer (den Lesern dieser Blätter durch mehrfache, gediegene Arbeiten bekannt) für die Anstalt gewonnen. Sämmtliche Zöglinge erhalten Unterricht, Kost, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und ärztliche Behandlung unentgeltlich. Hievon macht nur einer, der Sohn eines reichen Mannes, eine Ausnahme. Die Vorbereitung für den Eintritt in die Anstalt erhielten die meisten Zöglinge in der vorzüglichen Vorbereitungsschule des rühmlickst bekannten Herrn Rabbiner Ottensoser zu Höchberg. Der Gründer und Vorsteher der in Rede stehenden,, so überaus segensreich wirkenden Lehrerbildungs-Anstalt spricht den edlen Spendern seinen Dank aus; welcher Dank aber gebührt erst Herrn Rabbiner Bamberger» der mit hoher Einsicht, rastlosem Eifer und fast beispielloser Uneigennützigkeit all dieses in's Leben gerufen

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