Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1872)
- Date
- 1872-11-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JS 8. (Pädagog. Beilage zu Nr. 46 des „Israelit", m Jahrg.) Nrsrrat über de» Unterricht im Hebräischen in einrtassigen israel. Schulen, erstattet in der ordentlichen Jahresconferenz der israel. Lebrer und Vorgänger Württembergs in Stuttgart am 27. August 1872. (Schluß.) Das Verfahren i m E i n z e l it e n dürfte im Wesentlichen folgendes sein: I. Das Lesen des Hebräischen beginnt, wie auch iul Normallehrplan bestimmt ist, sobald die Schüler einigermaßen das Deutsche zu lesen verstehen^). An Fibeln, welche einen mehr oder weniger naturgemäßen Stufengang haben, fehlt es nicht. Es ist darum hier auch nicht nöthig, diesen Stufengang näher zu bezeichnen, wohl aber dürfte hinsichtlich der Fibeln noch bemerkt werden, daß ganz entschieden diejenigen den Vorzug verdienen, welche sich neben einem naturgemäßen Stufengang auch durch reichhaltige Hebungen auszeichnen und eben dadurch wenigstens theilweise auch als erster Uebersetzungsstoff benützt werden können. Auf der ersten untersten Lese-Stufe bleibt das richtige mechanische Lesen Hauptaufgabe. Indessen dürste auch hier schon — wenn auch von Beibringung grammatikalischer Regeln noch nicht die Rede sein kann — doch auf ein allmählich durch Uebung zu erzielendes grammatikalisches Lesen Bedacht zu nehmen sein. Es würde sich dieses für das Lesen selbst, sowie für das spätere Uebersetzen sehr förderlich erweisen und auch keine besonderen Schwierigkeiten darbieten, sobald nicht zu viel verlangt und ein geeigneter Stufengang beobachtet wird. Sobald das richtige Lesen auf den ersten Stufen erzielt ist, werden aus dem betreffenden Lesestoff diejenigen Wörter, welche einen Begriff bilden, ausgewählt und an die Wandtafel geschrieben, die deutsche Uebersetzung wird darunter gesetzt, das Ganze öfter gelesen und abgefragt und schließlich in ein besonderes „Wör- *) Es ist fraglich, ob das Interesse eines kleinen Kindes für da8 ihm nicht verständliche Hebräische so gefesselt werden kann, wenn es vorher schon dahin geführt worden, selbstständig deutsch lesen zu können, wobei eS nicht allein Freude an dem Gelingen des Zusammensehens derBuchstaben, als auch an dem ihm verständlichen Inhalte hat. Wir halten es daher für pädagogisch richtig, das Lesen des Hebräischen und Deutschen wenigstens zu gleicher Zeit zu beginnen. Die Red. terbuch" eingetragen; hierzu, sowie zur Beaufsichtigung der Uebungen überhaupt können ältere Schüler verwendet werden. Später werden diese Wörter aus dem Uebersetzungsftoff der Gebete und des Pentateuchs ausgewählt. Zuerst werden diese Wörter bloß in der Einzahl, später auch in der Mehrzahl vorgeführt und dabei auf die verschie- ' denen Bezeichnungen der Zeit und Geschlechtsverhältniffe aufmerksam gemacht. Auf das Lesen werden in der 1. Abtheilung wöchentlich 3/z Stunden, n it 2. „ „ 2/2 „ und „ V 3. „ 1/2 „ verwendet. In den älteren Abtheilungen ist namentlich auf ausdrucksvolles grammatikalisches Lesen Bedacht zu nehmen. II. Das Uebersetzen der Gebete (vom Hebräischen in's Deutsche) beginnt in der 2. Hälfte des 2. Schuljahres, beschränkt sich hier auf einzelne kleinere Gebetstücke und reiht sich ganz naturgemäß an die ersten grammatikalischen Uebungen und Wortübersetzung an. Nach dem Grundsatz: „Vom Leichteren zum Schwierigeren!" dürfte bei dem auszuwählenden Stoff folgender Stufengang eingehalten werden: a) 2. Hälfte des 2. Schuljahres: , D’T vb'Ql b- D13-I3 , «'2,0.1 ,nann ‘rjj blDntf .pyn ns vnn ,no*wrj b) 3. Schuljahr: 01D na, naizo 'pbx, nntpn nana bis nmy npis ncxtp ina, in»» j/ca?, nanw bis -pnyrai, nJ*o» nn»y (die ersten 3 ma^a). c) 4. u. 5. Schuljahr: psn ’iT* bis in»» idj/V, cm x.t obiyb, Va pan D’o^yn, n» nsi» bis .Ttd ^ms», bis "pann nniN'cn, nan nanx, y"» (die mittleren mana), p.iDn rana (bis zur 3. nna), »jt>»sn» psn n»ni yia» dx Ps. 100, nn *pan, a»nyo. Das Verfahren würde etwa folgendes sein: 1) Der hebr. Text wird einzeln und im Chor bis §nr vollständigen Eorrectheit und Geläufigkeit gelesen; hierauf folgt das Lesen der deutschen Ueberfetzung, woran sich eine einfache katechetische Erklärung des Wortinhalts anfchließt, dann die wörtliche Ueberfetzung und endlich zusammenhängendes Vortragen des yebr. Textes mit der deutschen Ueberfetzung. In sprachlicher Hinsicht werden hier in Verbindung mit dem Uebersetzungsstoff beigebracht: