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Der Israelit · 1872-10-30 · Heft 44 (30.10.1872) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 44 (30.10.1872)
Date
1872-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xm. Jahrgang. ' J\g M«. Der Israelit. Ein Henlrat - Hrgan für das orlhodore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 30. October 5633 (1872). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. oder fl. 5. 15!t. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CvurS. Direkte Franeozusendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Vorgänge in Wien. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: D e u t s ch l a nd: Mainz. München. Schwersenz. Hamburg. Altona. Uentlketon: Das Testament. Knhatt der Ateikage: Zeitungsnachrichten «ad Correfpondenzen rDeutschland: München. RegenSburg. Stuttgart. Berlin. Hamburg. Ostrowo. Altona. Uffheim. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pefth. — Schweiz: Basel. — Frankreich: Paris. — Asien: Saigon. — Inhalt der wissenschaftlichen Beilage: Literarischer Bericht. — Leitender Artikel. Die Vorgänge in Wien. Während die orthodoxe isr. Gemeinde in der Haupt- und Residenzstadt des österr.-ung. Staatencomplexes von Tag zu Tag mehr erstarkt, treibt die ursprüngliche Gemeinde immer reifender dem Abgrunde des Nihilismus entgegen. Bekanntlich war bis znm Zeitpunkte der Trennung Herr Rabbiner Spitzer '"j Mitglied des Rabbinats; in Folge des Ausscheidens dieses ebenso würdigen wie gelehrten Mannes mußte man sich nach einem Ersatz Umsehen, und diesen glaubte man in dem ehemaligen Rabbiner von Freistadtl in Ungarn, Herrn Fleißig, gefunden zu haben. Es schien uns gleich verdächtig, daß ein „ergrauter Rabbiner" sich bereit finden lasse, sich den Neuerern anzuschließen; dennoch haben wir vielfach Correspondenzen, die uns Schlimmes über diesen FleißE berichteten, unbenüfct bei Seite gelegt, weil wir fürchteten, daß der Parteihaß zu einem übereilten Urtheil verleiten würde. Was nunmehr die Zeitungen über diesen Herrn berichten, ist so haarsträubend, daß wir es wohl zur Charakterisirung des schrecklichen Abgrundes, dem die Wiener Reformgemeinde entgegengeht und zur Warnung für alle anderen Gemeinden nicht verschweigen dürfen. Zunächst ist es die Wiener „Neuzeit"^ welche von Herrn Fleißig berichtet, daß derselbe ein tuchtiger Talmudgelehrter, ein frommer, charaktertüchtiger (s!o!) Mann von redlicher Gesinnung und vorzüglichen Eigenschaften sei; was muß das für ein Mensch sein, den die liebenswürdige „Neuzeit" derart herausstreicht! Zur Illustration dieser Conclusion wollen wir denn mitcheilen, was in ungarischen Blättern sich über Herrn Fleißig findet. Am Sabbat vor dem Neujahrsfeste predigte Herr Fleißig in der Synagoge „unter den Weißgärbern"; er sagte: „yottoi ntü'jn waren die Worte, welche vor 3000 Jahren gesprochen worden sind; uns aber ist das ntpyj (wir wollen thun) schon abhanden gekommen; wir brauchen nur noch das (wir wollen hören)." i Am Sabbat nan? predigte Herr Fleißig in derselben Synagoge; er führte den nachstehenden Vers an: DZJnN nr "wn rwy1?! inü pyisn yua iQtern nwy1? naipn o'ms Pw-rv Q’ibn O’i-Dn und interpre-

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