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Der Israelit · 1872-10-16 · Heft 42-43 (16.10.1872) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 42-43 (16.10.1872)
Date
1872-10-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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882 D'oro "»ö» *?¥2 nS pr»n Pm kPi tsw rnm -iv-r^ '£ P^2 nPk irag«fit-Hjj& in» '221 D'pP« -pDH T* na '2V - 2MN- .sl'vn' ^L22P^2 „Rabbi Abin sagte: Wir haben vernommen, daß Flügel habe die Erde, denn also heißt es: Vom Flügel der Erde her haben wir Gesänge vernommen: und Flügel hat die Morgenröche; denn also heißt es: Ich werde erheben die Flügel der Morgenröche, und Flügel hat die Sonne, denn also heißt es: Und cs wird etzch strahlen, ihr Gottesrürchtigen, die Sonne der Gerechtigkeit, und Seilung ist in ihren Flügeln; und Flügel haben die hajoth; denn also heißt cs: Die Stimme der Flügel der Chajoth; und Flügel haben die Cherubim, denn also heißt es: Und die Cherubim ausbreitcnd Flügel; und Flügel haben die Seraphim, denn also heißt es: Und Seraphim stehen oberhalb Ihm, sechs Flügel einem Jeden. Komm und schaue, wie groß die Kraft der Frommen und wie groß die Kraft der Tugend und wie groß die Kraft derer, die Wohlthaten üben; sie finden nicht Schutz im Schatten der Flügel der Erde und nicht im Schatten der Flügel der Morgenröthe und nicht im Schatten der Flügel der Sonne und nicht im Schatten der Flügel der Chajoth, der Cherubim oder der Seraphim, sondern im Schatten dessen, auf dessen Wort die Welt entstand, denn also heißt es: Wie köstlich ist Deine Liebe o Gott und die Menschenkinder, im Schatten deiner Fittige werden sie Schuß finden!" In diesem Ausspruche der Weisen ist dargelegt, was alles Schutz zu bieten vermag und in was Allem die Menschen Schutz zu finden vermeinen, der Flügel, der Fittig, ist Etwas, was emporträgt und zugleich Schatten verbreitet; es ist gleichsam damit das Ziel der menschlichen Bestrebungen angegeben. Da ist zunächst der Fittig der Erde; von ihm lassen sich die meisten Menschen emportragen; die meisten Menschen kennen kein anderes Streben, als das, ihre irdischen Bedürfnisse zu befriedigen, so viel des irdischen Besitzes als nur möglich zu erlangen, um die Mittel zu gewinnen den sinnlichen Lüsten zu fröhneü. p«n hmo uyDff nn’cr, „Von dem Flügel der Erde haben wir Lieder vernommen." iua o-un um iua o'um, „Treulose haben treulos gehandelt und in Treulosigkeit haben Treulose treulos gehandelt." no moiN neun um »ö um nn'M ron 'jn OH** 11' D"'S, „Wem entsprechen diese fünf Ausdrücke der Treulosigkeit? Sie entsprechen den fünf Nationen, die nacheinander die Herrschaft über die Welt besaßen, Babel, Medien, Persien, Griechenland und Rom." Der Endzweck dieser Nationen, das Ziel aller ihrer Kämpfe und Strebungen war nichts Anderes, als Reichthum, Macht, Ehre, Ansehen, Ruhm und das volle Ausmaaß aller sinnlichen Genüsse; sie ruhten im Schattest der Fittige der Erde rmch^en deshalb zu Grunde gehen. Selbst. >hre.BemühuMn um höhere geistigere Güter hatten nux den. Endzweck, ihr irdisches Wohlsein zu fördern. Bsi> den BabhlonM.n finden wir die erste Morgendämmerung des Geistes; sie beobachteten die Gesetze der Natur und den Lauf der Gestirne ’Ejm «27« in». Selbst aber, nachdem bei den spätern Nationen der Morgenröthe des Geistes die Sonne der Kunst und der Wissenschaft folgt. .-i'BMT «snoi npns wnw, da der menschliche Geist eine Sittenlehre sich schafft und der griechische Weiie die Regeln feststellt, nach denen das sittliche Thun einzurichten und zu gestalten sei, da man den Körper beobachtet. Regeln aufstellt, wie er gesund zu erhalten und von Krankheit zu befreien sei. nsnoi np-i», Ethik und Therapeutik, selbst damals konnte das Menschengeschlecht den festen Halt nicht finden, dessen es doch sehr bedarf. Nicht die Naturlehre, nicht die Sternkunde, nicht die Sittenlehre, nicht die medicinische Wissenschaft — sie alle geben nicht Antwort auf die letzten Fragen, die der Mensch in Bezug auf das Woher und Wohin zu stellen nicht unterlassen kann. Wer auch in dieser Beziehung haben die Griechen nicht verfehlt, Großes zu leisten. Sie haben das Denken gedacht und die Forschung bis in die tiefsten Tiefen und bis in die höchsten Höhen gebracht. Das höhere philosophische Denken hat drei Stufen; die erste ist die praktische Vernunft utrj/on bzv. Während der nichtdenkende Mensch in den Tag hineinlebt, wie ein Lastthier arbeitet, oder wie ein Vogel frei und sorglos sich bewegt, gibt der denkende Mensch sich Rechenschaft über Alles, was er thut und vollbringt. Keine That ohne Gedanken, ohne volles und ausgeprägtes Bewußtsein. Wer diese Stufe erreicht, der findet Schutz unter den Uttigen der Chajoth; denn sein Leben ist kein bloßes bewußtloses Hindämmern, sondern bewußtes Leben. Höher als die praktische Vernunft steht die reine Vernunft die sich nicht damit begnügt, die einzelnen Thaten mit Bewußtsein zu durä^ringen, die vielmehr die allgemeinen Grundsitze a ifstellt, nach deren jedes Handeln einzurichten sei. Während die pracii che Vernunft immer nur auf das Einzelne gerichtet ist und noch mit dem dem Thiere eigenen Inninkt in naher Verwandtschaft strhl, erhebt sich dre re ye Vernunft hoch über sie, breitet sich aus über Hizumel und Erde und sucht die Gesetze des Denkens zu erforschen. D’SM 'tsrns DMi-on, des Symbol der reiuen Vernumt stnd die Cherubim, die ihre Filiige über die Thora ausbreiten. Am höchsten aber sieht die absolute Vernunft, die da ist die Einh.it der prntischen und der reinen Vernunft. ^yiBi sie ist's welede die eigentliche Gottäh lichkeit des Menschen begründet, und dieser göttliche Funkim Menschen sucht das Wesen der Go.ich.eit zu erfassen. NN«) O'SMjcrar 1) tyoo DHDiy O’B-itsr; sie sucht die ganze Welt, den unendlich scheinenden Raum und

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