Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1872)
- Date
- 1872-09-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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792 40 Fuß hohe und ungefähr 150 Fuß lange Mauer, wovon jeder Stein etwa 20 Zoll lang und jeder von anderer Form ist. Auf jeden.! stand das jüdi'.he Maaß- Zeichen» Dieses ist das Denkmal jüdischer Arbeit und j zugleich ein Zeugnis; von der Lage des Tempels. Am! Freitag Abend, kurz vor Eintrittt des Sabbats, ist es; Sitte bei den Jerufalemischen Juden sich bei dieser! Mauer zu versammeln, um da zu wehklagen und zu; Gott um den Aufbau Jerusalems und des Tempels zu beten. Dieses Schauspiel machte auf mich einen wohl-! thnenden Eindruck, ich sah da Greise und Kinder, Manj ner und Frauen sich zu Boden werfen und in inj brünstigem Gebete zu dem Allmächtigen um baldige! Erlösung flehen. Es fordert wohl kein Ort mehr zum! Gebete auf als diese Stätte, zu der sich alle Völker der j Erde in Sehnsucht hingezogen fühlen.! Auf den Steinen der Mauer finden sich viele hebj räische Namen und in den Fugen liegen kleinen Pergaj mentrollen mit hebr. Gebeten beschrieben (Ein Herri licher Gegensatz zu den Reformbestrebungen, die alle! Gebete gestrichen haben will, die an die süße Hoffnung j Israels erinnert). Ein Ehasan war eben beschäftigt,! das Maaß zu einem Vorhang für diese Mauer nehmen j zu lassen; ein reicher Jude aus Salonichi geht nämlich; mit dem Plan um, einen solchen anfertigen zu lassen.! Auf meine Bitte sprach derselbe das 'v für Sir i Moses Montefiore, für mich und die Meinigen. Ich ließ auch ferner meinen Namen hebräisch auf einen Stein schreiben. Interessant iss der Robinsons-Bogen, der Theil des Viadncts. welcher zu der st'idöstlichen Ecke der Tempelmauer führt und einen Theil der Verbindung des Tempels mit dein Berge Zion bildet, wie dieses von Flavius Josephus beschrieben wurde. Während unserer Anwesenheit brachten wir einen Tag bei dem Ehach am Baschi, dem obersten Rabbiner in Jerusalem zu. Wir wurden da nach morgenländischer Sitte irn Divan von ihm empfangen. Beim Eintreten in dessen Behausung kam der Hausherr, von 2 Rabbinen begleitet, uns entgegen. Er faßte unsere Hände und setzte uns auf den prächtigen Teppich , wir fetzten uns natürlich auf europäische Weise, er selbst jedoch nach türkischer Sitte mit gekreuzten Beinen. Unser Dollmelscher, der alte Moies Jakob, stand im Vordergrund, und dieser überbrachte rasch unsere Worte dem Chacham; es war recht amüsant auf diese Weise zu discuriren. An den Mienen des Ehacham konnten wir bemerken, ob unsere Worte ihm wohlgerällig waren oder nicht. Die Diener, die morgenländischen Formalitäten genau beachtend, und nachdem sie die Schuhe außerhalb der heiligen Grenze des Teppichs ausgezogen, brachten Backwerk, Eafe und die Pfeife. (Schluß folgt ) ANZEIGEN. CAn unserer Gemeinde ist zn n"~> die Stelle eines Religionslehrers, VorbeterS, Schächters rc. zu besetzen. Fixer Jahresgehalt 120 Thlr. pr. Et. nebst der sogenannten Schechita, freie, gut möblirte Wohnung, Heitzung. Mittag- und Abendtisch. Hierauf Reflectirende wollen ihre desfallsigen Zeugnisse portofrei an uns einsenden. Plan in Mecklenburg, den 1. September 1872. Die Vorsteher der hiesigen israel. Gemeinde: M. Glkan. I. A. Cohn. H. Hirsch. fHtn junger Mann, der mit einer guten und angcnehmen Stimme begabt ist, sucht für die kommenden DW"^ in einer größeren und frommen Gemeinde eine Stelle als Vorbeter. Gemeinden, die darauf reflectiren, werden ersucht, sich au die Erped. d. Bl. unter M. C. 1829 zu melden. Die besten Referenzen stehen zur Seite. in junger Alaun aus überaus guter Familie, der bereits mehrere der bestrenommirten -nrr1 Ungarns frequentirtc und als einer der vorzüglichsten sich bewährte, wünscht in einer Stadt Deutschlands, wo er die Gynmasialstudieu fortsetzen könnte, eine Anstellung als Talmudlehrer. Näheres unter Nr. 1874 durch die Exped. d. Bl. -> Ciiic' junge Dame, gesetzten Alters, aus guter Familie, die mehrere Jahre einen größeren Haushalt führte, die Erziehung von mehreren mutterlosen Kindern leitete, der französischen und englischen Sprache mächtig ist, fähig, den Elementarunterricht zu ertheilen, wünscht ein Engagement als Hausdame oder Repräsentantin. Gute Empfehlungen stehen zur Seite. Reflectirende wollen gefälligst ihre Adresse unter der Ehifsre A. 11. dir. 1875 an die Erped. d. Bl. einreich, n. G e s u ch t. In eiuenr Tuch- und Ellenwaareu-Geschäft en detail, in der Schw.iz, welches Samstag und Feiertage geschlossen bleibt, stndet ein junger Alaun, welcher seine Lehrzeit in einer solchen Handlung zugebracht hat, und das Reisen und die Buchhaltung versteht, sogleich einen Platz bei einem jährlichen Gehalt von fl. 4—500 nebst Kost und Logis. Franco-Offerten aut, Nr. 1880 nimmt die Erped. d. Bl. entgegen.