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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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786 Fr a n k r e i ch. Paris. Herr Eugen Manuel erhielt für feine „populären Gedichte" auch in diesem Jahre einen Preis von 2500 Fr. (Univ. Jsr.) Montpellier. Herr Lisbonne von hier wurde zum. Präsidenten des Gencralrathes des Departement Herault gewählt. (Univ. Jsr.) Rußland. Petersburg, 23. Aug. Einen Beweis von der Nichtachtung, mit der nicht griechifch-orthodore Bekenntnisse in Rußland behandelt werden, liefert die Thatsache, daß auf Anordnung der Schulbehörde in Littauisch- Brest die das dortige Gymnasium besuchenden Schüler mosaischer Religion mit aller Strenge angehalten werden, an den Sonn- und griechisch-orthodoxen Feiertagen nicht blos dem Gottesdienst bciznwohnen, sondern auch alle mit demselben verbundenen Ceremonien, wie Kreuz schlagen, Kniebeugungen n. s w. mitzumachen. Die betreffenden , über diesen Gewissenszwang tief empörten Eltern haben sich mit einer Beschwerde an die Schulbehörde gewendet, aber den kategorischen Bescheid erhalten, daß, so lange ihre Söhne das Gymnasium besuchen, sie durch die Schulordnung ebenso wie alle übrigen Schüler verpflichtet seien, dem orthodoxen Gottesdienst beizuwohnen, da die Regierung nur eine und zwar die griechisch-orthodoxe Religion als die wahre anerkenne. Es bleibt daher den jüdischen Eltern nichts Anders übrig, als ihre Kinder aus dem Gymnasium 511 entnehmen und in eine jüdische Lehranstalt zu schicken. (Osts. Z.) A u st r a l i e n. Eine Volkszählung in der Colonie Queensland hat ergeben, daß daselbst 291 Juden (201 männliche und 90 weibliche) wohnen. (Auftr. Jsr.) | f u i I i ( t p n. ftr Fürst turn Lovry x. Zu der Zeit, in welche, unsere Erzählung fällt, waren ungefähr hundert Jahre verflossen, seitdem die ersten Kreuzfahrer das heilige Land erobert hatten. Unterdeß hatte ein zweiter und dritter Kreuzzug stattge-! funden, — die vielen kleinern Unternehmungen, wie z. : B. bte Meerfahrt des Herzogs Heinrich, des Löwen, > ungerechnet — um die Eroberungen der Christen in | Palästina zu schützen und zu erweitern. Jetzt aber war Palästina wieder ganz in den Besitz der Mohamedaner übergegangen. Saladin, der mächtige und heldenmüthigc Sultan von Aegypten, war siegreich stets weiter und weiter vorgerückt, bis er im Jahre 1188 die Christen bei Liberias auf's Haupt schlug und Jerusa- 1 lem wieder eroberte. Diese Borgängc brachten in Europa eine ungeheure Aufregung ilnd eine furchtbare Be- * stürznng hervor. Die reichen Handelsstädte am Niittel- ' ländischen Meer, namentlich im südlichen Frankreich und; in Italien, mußten für ihren Woblstand, der auf dem; ungestörten Verkehre mit öcm Orient beruhte, fürchten. Diesen Ereignissen gegenüber blieb man in Eu-! wpa nicht nnthätig. Pabst Luciws II. schickte ein Scnd- I schreiben an die mächtigsten Fürsten des Abendlandes, - und der Patriarch von Jerusalem, Heraklius, brachte es! von Ort zu Ort, von ^)of zu Hof. Heinrich II., Kö-! nig von England und Herzog von der Normandie, rief i seine Fürsten, Grafen und Barone in London zusammen: auch König Wilhelm von Schottland und sein Sohn David nahmen an der Versammlung Theil. Nachdem die englischen Großen, an ihrer Spitze der König und sein Sohn, der Thronfolger, Gras Richard von Poiton, dem später die Geschichte den Beinamen des Löwenhcrzigen gegeben, das Kreuz genommen, veranstalteten die Könige von England und Frankreich, umgeben von allen Grafen der beiden Reiche, eine Zusammenkunft unter der berühmten Ulme in der Ebene Sn Gisors und Trie, an der Grenze zwischen der indie und Frankreich. Unter dieser Ulme, einem Baume von ungeheurem Unifange, dessen Laubkrone weithin Schatten verbreitete, waren die Herzöge von der Normandie, noch ehe sie England erobert hatten, mit ihren Lchcnshettcn, den, Königen von Frankreich, häufig zusammengekommen. Die Abgesandten des Pavftes hielten ergreifende Reden, der König von Frankreich, fast alle Herzöge, Grafen und Ritter seines großen Reiches folgten dem Beispiele der Engländer' und Normannen und nahmen das Kreuz.. Im Norden Europa's, namentlich in Dänemark und Friesland, hatten die Bemühungen der den Kreuzzug Predigenden Bischöfe ähnlichen Erfolg. Am meisten zedoch wurde in Deutschland erreicht. Der mächtigste Fürst des Occidents, der alte Hohenftaufe, Kaiser Friedrich Barbaroffa, weigerte sich zwar, auf der Reichsvcrsammlung zu Straßburg eine Entscheidung zu treffen, beraumte aber auf Mitfasten einen Hostag Gottes in Mainz an. Hier erschienen dann fast sämmtliche weltliche und geistliche Fürsten und Herren Deutschlands, und sie Alle beschlossen, sich dem Kreuzzuae auzuschlietzen, an defsim Spitze sich der Kaiser und dessen Sohn, Her-

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