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Der Israelit · 1872-08-28 · Heft 35 (28.8.1872) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 35 (28.8.1872)
Date
1872-08-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Xm. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 35 des Israelit. —' iS-'”’-” »!!—!_■JJJJ tLgWWff ■ FJB-IU.'"- lJUJL,,^r..g iLiU”l!vJ-iUJi|e*-U! ■' ' 1 --«J-gU Leitender Artikel. Religiöse Mchrung im Md. Familienkreise. Von B. Kosmann. III. Die Zufriedenheit, ntyjr rin» Frage: Drein Vater! Im 145. Psalm heißt es, daß Gott den Willen derjenigen erfüllt, welche Ihn fürchten; jedoch sieht man oft gerade das Gegentheil, daß die Tugendhaften häufig im größeren Elende sich befinden, als die Sünder, und zweifellos ist es das Bestreben eines Jeden, glücklich zu sein? Antwort: Mein Sohn! Man sieht, daß Du weder tugendhaft noch fromm genug bist, sonst hättest Du nicht eine solche Frage stellen können. Du weißt, daß der wahrhaft tugendhafte Mann davon überzeugt ist, daß Alles was Gott thut zu seinem Besten ist; demnach ist der Sinn des Verses: Alles roas Gott thut, ist der Wille des Gerechten. So heißr es auch in den Sprüchen der Väter: "jrin nj *piro Win NL'p Thue Seinen Willen wie den deinigen, damit Er deinen Willen thue, wie den Seinigen, d. h.: Sei vernünftig und vollziehe den Willen Gottes wie den deinigen daun wirst du stark genug sein, um dich in dein Schicksal zu fügen. Meistens ist der Mensch nie ganz zufrieden. Das kommt davon her, daß feine Mission nicht eher vollendet ist, bis er zu seinem himmlischen Vater zurückgekehrt. Es ergcht dem Menschen gerade so, wie einem Sohne, welcher eine Reise unternimmt, um seinen Vater zu sehen. All das große Vergnügen, welches er unterwegs findet, verursacht ihm lange nicht die Befriedigung wie das Gefühl und die Pflicht, welche ihn beseeligen, seinen Vater zu sehen. D i'e E h r e. (Psalm 141) Nh '2b nm N1? Frage: Mein Vater, alle Welt opfert so viel für die Ehre; ist denn diese eine so nützliche oder tugendhafte Sache? Antwort: Mein Sohn! jage der Ehre nicht nach! Sie ist gleich einem Vogel; jemehr man diesem nachstellt, desto weiter fliegt er. Die Ebre ist dem Wohlleben zu vergleichen; so wie es Demjenigen erlaubt ist, dem Wohlleben sich hinzugeben, welcher die Mittel dazu hat. oder dessen Gesundheitszustand es erfordert, so ist es auch erlaubt, die Ehre anzunehmen, wenn sie wohl verdient ist. Annehmen darf man sie, sage ich, aber nicht ihr nachjagen; denn all zu großes Streben nach der Ehre führt zum Stolze, welcher eine große Sünde ist. Ebenso soll sich der Men'ch an die gewöhnlichen Nahrungsmittel gewöhnen, weil die Wohlschineckerei zur Völlerei führt, welche ebenfalls eine Sünde ist. Der Ehrgeiz hat schon mehr Opfer gekostet, als die Völlerei. Du hast gewiß schon in der Geschichte gelesen, daß wegen der verletzten Ehre eines Fürsten Tausende von Menschen durch den Krieg hingeopfert wurden, was in den meisten Fällen hätte verhütet werden können, wenn die einzelnen Fürsten verständiger gewesen wären. In der hebräischen Sprache, bedeuten die Stammbnchstaven des Wortes 1-22 Ehre, and) Leber und s ch w e r, um anzndeuten, daß die Leber schwer zu verdauen und die Ehre schwer zu ertragen ist. Wer das Recht haben will, Ehre zu erlangen, der muß von sich sagen können, wie König David im Psalm 131 spricht, daß er nie nach Ehre gestrebt. '3? b?iJ ’rsj 'by b?3o *.cx heißt es daselbst: Meine Seele hat nach zur Ehre geführt in dem Verhältnisse als sie sich vergrößerte, >vie der Säugling an der Seite der Mutter in dem Grade znnimmt als er Nahrung empfängt. Es wäre ein Glück für alle Diejenigen, die mit Ehren überhäuft sind, wenn sie wie David von sich sagen könnten, daß sie die'elbeu durch ihre Seeleugröße verdient haben. Zeitungsnachrichten und Correspvndenzen. O e st e r r. - U n g arische M o n a r ch i e. Wien, im Thamus. Im Leitartikel Nummer 34 Ihres geschätzten Blattes würdigen Sie den von Sr. Äirw, Herrn Rabbiner Salomon Spitzer »"j, gesammelten und bevorworteten Gutachten der 400 Rabbinen Ihres freundlichsten Urtheils und ermangeln nicht, gleichzeitig den Wiener Orthodoxen warme Worte der Ermahnung und Ermunterung zuzurufen; ihnen die Wichtigkeit der in den

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