Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1872)
- Date
- 1872-08-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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WWWW^^W Xül. Jahrgang. Der Israeli £ in Gentral- Hrgan für das orthodoxe IudenLhmn. HerauSgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwochs de» 28 A u g u st 5 6 3 2 (1 8 7 2). Diese Leitung erschrint wöchentlich einmal, Mittwoch», in mindesten» 2 Bogen. Preis de» Jahrgang» S Thlr. p'r. L. oder fi. S. 15 ft. rh. Mare abvnnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be. ftellungen «N. Inserate 2 Sgr. die Prtitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cour». Direkte Francozu« sendung unter Streisband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. vsterr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die goldene Mittelstraße. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: D e u»s ch l a n d: München. Berlin. Memel. Feuilleton: Der Fürst von Coucy. *>r *{*•«».«!•<•; f.'.f -l'.O U'-!> J,: Zust»tt ersten der zreikage: 8e'tung»n.rchrichten und Correspvndenzen Deutschland: Berlin. Berlin'. Aus Worms. Aerzen. — O e st e r r.» U n g a r. Monarchie: Linz. — Türkei: Konstantinopel. — Australien: Neu-Seeland. — Anstatt der zrvekte« Aeikage: Leitender Artikel: Religiöse Belehrung im jüdischen Familienkreise. Zeitungsnachrichten und Correspvndenzen: Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien. Wien. Aus Ungarn. Aus Galizien. — Italien: Aus Rom. — Rußland: St. Petersburg. — England: London. —- Leitender Artikel. Mt goldene ßlittclftraßc. Q2 Eine der gen'ihmteften und sehr empfohlenen Eigenschaften ist die, bei allen Dingen und in allen Lagen die rechte Mitte einzuhalten, nicht zu sehr nach einer der beiden Seiten sich Hinzuneigen, wodurch das Verständnis und der richtige Blick für das Ganze erschwert und getrübt wird. Ist es aber auch ric daß man in allen Fragen des Gebens die goldene Mitte einhalte» müsse, einhatten könne? Ein beruhntter französischer Schriftsteller sagt einmal: Ein kleiner Staat, der zwischen zwei großen kriegführenden liegt, kann nicht neutral bleiben, denn nur wenn er sich einer^Wb» streitenden Parteien anschtietzt, bleibt ihttl die Hoffnmlg, seine Selbstständigkeit xu bewahren , während im andern Falle die siegende Partei ihn als Feind betrachten und behandeln wird. Die Richtigkeit dieses Satzes zugegeben, bliebe ihm höchstens noch der Ausweg, daß er sich zunl Vermittler aufwirst, um der ihm mcht sehr zusagenden gefährlichen Freundschaft zll entgehen, uiib vielleicht einen Ausgleich zu Stande bringt. Ist aber der Dtreitpunkt derart, daß ein Vermittlungsversuch voil Vornherein vergeblich ist, oder ein dauernder Friede ilicht erzielt wird, dann ist es gerathener. man läßt die Parteien ihren Kampf ailskämpfen, bis daß Zeit und Umstände einen wirklichen Frieden herbeiführen, einen Frieden, welchen die über den streitigen Punkt aufgeklärten und geläuterten Ansichten allein zu einem wahren ulld dauerhaften machen können, uiid entscheidet sich für die eine oder andere Partei, da mau nun einmal, durch die Verhältnisse gezwmiaen, nicht gleichgiltiger Zuschauer sein kann; aber diese Entscheidung mutzte ehrlich und offen sein. Die jüdisch - religiöse Streitfrage in unserer Zeit hat sich nach und nach sehr schroff zugespitzt. Die eine Partei möchte das jüdische Gesetz vollständig annulliren, ein bloß nominelles, rein ideales Judenthum an dessen Stelle setzen, während die andere in der am Sinai geoffenbarten Lehre allein das Jndenthnm erblickt. Wie schroff sich die Ansichten gegenübersteycn, wie breit und