Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1872)
- Date
- 1872-08-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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706 heule hier versammelt habt bei dem 39. jährl. Zusammenkommen der Gesellschaft zur Bekehrung der unglücklichen Söhne Israels, die Ausgestoßene des Himmels, schutzloseSöhneder Menschen sind, dazu bestimmt, heimathlos aus der Erde umherzuwandern, bis sie, wie reuige Kinder, in den Schooß der Kirche zurückkehren und in deren Schutz ausgenommen sind. Ich thue noch mehr, meine Herren, als Ihnen danken, ich gratulire Ihnen zu dem glücklichen Erfolge unserer Gesellschaft. Die Zeit, in welcher alleJuden von uns umarmt sein wirden, rückt näher heran. Ohne fernere Umschweife, meine Herren, will ich Ihnen einen kurzen Entwurf der Arbeit eines Jahres und die Fortschritte der Gesellschaft geben. Am 6. Juni 1871 hatten wir 38 Bekehrte auf Seiten unserer Gesellschaft, als das Resultat ihres 38jährigen Bestehens. Heute zeige ich Ihnen mit einer stolzen Gewissenhaftigkeit des Jahres Zuwachs an. Ja, es sind jetzt 39 Bekehrte auf unserer Liste, 39 Unschuldige vom Feuer der ewigen Qual fortgerissen, 39 Kinder Gottes, die in seine Gunst zurückgetreten. Wenn wir, meine Freunde, so fortfahren, ist die Bekehrung der Juden ein Spiel. In einer Million Jahre werden wir 1,000,039 Namen auf unserer Liste haben. Denken Sie, 1,000,039 belehrte Juden! 1,000,039 gläubige Christen der Kirche hinzugefügt. Glorreiche Zeit, in welcher alle Juden zu ihrem wahren Vater zurückzeführt sein werden. Gott weint über das falschgeführte Israel. Er hat Gold, Milch und Honig auf sie herabgeschüttet und doch find sie verhärtet, Gott weint über sie, und die Thränen Gottes sollten uns zu neuer Thätigkeit anfpornen. Laßt uns nun arbeiten und Alles wird gut werden. Laßt uns die Juden alle bekehren, und sie werden uns Allen ein Ruhm sein. (Lärmender Beifall.) Herr Hopefnl berichtet von Alaska, daß die Arbeit des Jahres befriedigend sei. Er habe zwar nicht die Befriedigung, einige Bekehrungen aufzuweisen, aber 1000 Tractätchen seien vertheilt worden, welche sicher Früchte tragen würden. Jedermann habe ihn freundlich empfangen und die Juden hörten geduldig auf die Erzählung des Wortes Gottes. Er hoffe, nächstes Jahr 1000 Bekehrte aufzuweisen. Da Herr Hopeful dieses schon mehrere Jahre hoffte, waren seine Bemerkungen nichts Neues mehr, und erntete er nur schwachen Beifall. Prediger Drawl von Yokohama, Mr. Sostscope aus Criftol, Mr. Listles; von Topeka berichteten über Erfolg. Herr Abraham Cheatemall aus Peking erzählt, daß er einige Juden bekehrt habe. . Er war nicht bescheiden, nein; aber er war froh, wirkliche Thaten und Erfolge aufzuzeigen. Auf ihm lag die Ehre, dieses Jahr mehr Juden bekehrt zu haben als sein Vorgänger. Cr hat gerade Einen bekehrt. Herr For aus Böhmen sagte, daß er Herrn Cheatemall nicht nachftände, nach fleißiger Unterhaltung habe er einige Juden bekehrt, resp. einen halben Juden, oder, um ausführlicher zu sein, er habe einen Juden halb bekehrr und hoffe, ihn mit der Zeit ganz zu bekehren. Mr. Peter Sly erzählt, er habe Juden bekehrt; aber er bedauerte, daß sie alle eine Woche nach der Bekehrung an den Pocken gestorben seien. (Gelächter.) Der Rechenschaftsbericht weist eine Einnahme von 22,000 Dollars und eine Ausgabe von 27,OM Dollars auf, also ein Desicit von 50OÖ Doll. Herr Hardcash bemerkt zu diesem Bericht, daß er zufrieden sin; er hoffe, daß die Brüder nicht mehr als 27,000 Doll, zur Bekehrung voll 1 i/2 Juden ausgeben würden. (Große Verwirrung folgte und Mr. Hardcash wurde von der Tribüne hinabgeworfen.). Mr. Hardcash fragte nach dem Zustande der Bekehrten der Gesellschaft. Wo waren sie? Was thaten sie? Sind sie lebendig oder todt? Das war es, was er und noch viele Andere zu wissen wünschte, welche ihr Geld diesem Zwecke opferten. Der Präsident erwiderte, daß die 39 Bekehrten also vertheilt seien: IO sind iin Asyl, 10 wären todt, 5 seien in Europa, 5 in Amerika, 3 in Island, 2 in Japan, 1 in China, 1 in Sibirien imb 2 auf Ceylon. Mr. Hardcash war über diesen Punkt zufrieden, aber er wollte wissen, ob es eifrige Christen seien und für die Sache arbeiteten. Der Präsident erwiderte, daß er das nicht wisse. Sie seien alle getauft. Er wolle nicht mit dem Gewissen eines Mannes unterhandeln. Er wisse,? daß sie treu seien. Mr. Hardcash sagte, wenn er (der Präsident) nicht mit dein Gewissen eines Mannes unterhandeln wolle, was sei dann der Zweck der Gesellschaft auf Erden? (Große Verwirrung.) Der Präsident zeigte an, daß jetzt eine Collecte veranstaltet würde. Die Hälfte des anwesenden Publikums verläßt das Zimmer. Der Hut wurde umher gereicht und der Secretär bewachte ihn aufmerksam auf feinem Rundgauge, indem erjagte; „So viel für Zion!" wenn Jemand einen Pfenning hineinwarf. New-Bork. Ein Aufruf an die B'nai Brith- Logen hat hier dem rumänischen Fond 24,000 ft. erzielt. Doch hofft man eine bedeutend größere Summe zu erlangen, da bis jetzt nur ein Theil der Logen sich betheiligt. (Jew. Mess.) Baltimore. Die Subscriptionsliste zur Stütze des jüd. Waisenhauses in Baltimore weist eine Summe von 16,000 Dollars ansi (Jew. Mess.)