Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1872)
- Date
- 1872-08-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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704 befand. Von Sa traf er auch das Schlafzimmer der beiden Töchter , welche wie der erstere unter Gottes Schutz mit einer starken Betäubung davonkamen. Am Samstag dankte der Gerettete der gütigen Vorsehung durch '"o'.'.n to-o. (5oben, Lehrer. Aus Westphalen. In Nr. 26 dieser geschätzten Zeitschrift äußert unser Freund und College Cohen in Hüls seine Entrüstung darüber, daß es in seiner Nachbargemeinde Ereseld Israeliten gibt, die es in manchen religiöien Dingen sehr genau nehmen und doch ihren Bedarf an Fleisch von solchen^jüd. Metzgern beziehen, die iTorr^a ros? bSio sind, '^o gerecht nun diese Entrüstung, die wir von ganzen Herzen theilen, auch ist, so glauben wir doch, daß derartige Vorkommnisse in der Rheinprovinz, wo im Allgemeinen eine bei weitem größere Anhänglichkeit an den Satzungen unserer heiligen 'Religion anzutreffen ist, als in dem in religiöser Hinsicht gleichgiltigen Westphalen zu den Seltenheiten gehören. Wer kümmert sich hier darum, ob der Metzger, — derselbe ist häufig auch zugleich unw — von dem man -»bo Fleisch kaust, auch ein guter 't,t seid Kausen ja viele Israeliten in größeren jüdischen Gemeinden, wie D— d, H-e u. a. m., ihren -’w Fleischbedarf von solchen jüd. Metzgern, die am pW wie an den höchsten jüd. Feiertagen ans freiem Markte Fleisch aushacken und verkaufen, die ’wy sind! Wie groß die Gewissenslosigkeit vieler c-un-'i’ W. ist, geht schon daraus zur Genüge hervor, daß dieselben das ->20 Fleisch von bei christl. Metzgern geschlachteten nicht einmal siegeln, sondern genug gethan zu haben glauben, wenn sie ein Zettelchen daran befestigen, aus dem meistens nur zu ersehen ist, daß das Fleisch -»«co, nicht aber, wann die betreffende nonn geschlachtet sei. Daß von dem christl. Metzger mit diesen Zetteln mancher Mißbrauch getrieben wird und solches, wie in Rede stehende Fleisch als ppin;o □’ryjn -V2 von vorn herein miü.i ns^o ist, braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden. Ja noch mehr. Viele christl. Metzger, welche nten schlachten lqssen, haben die Gewohnheit, das -»bo Fleisch auf einer unb derselben Bank auszuhacken, auf der sie auch Schweinefleisch u. dergl. aushacken. Und doch gibt es viele nnrp, selbst solche, die noch aus den Namen fromme Juden Anspruch machen, die dieses ganz gut wissen und dennoch, ohne die geringsten Gewiüensscrupel, von solchen Metzgern ihren Fleischbedars kaufen. Und nun erst die d’lditz'! Sollen wir zu dem, was wir in diesen gesch. Blättern bereits über dieselben mitgetheilt, noch Etwas hinzusügend Sollen wir es den Gemeinden ans Herz legen, daß rin 'S bv das Fleisch solcher norn , von o’trnp geschlachtet, die nicht allein am Karten spielen, kegeln, fahren und überhaupt rrnnn n o\x by -oiy und D’con 2y iiy'ro sind, als nsi’-'B erklärt werden mußd Unsere schwache Stimme wird vielleicht ungehört verhallen wie die eines einsamen Wanderers in der Wüste; man wird uns belachen, wenn wir ihnen klar zu machen suchen, daß die cm-nar religionsgesetzlich verpflichtet sind, mindestens alle zwei Jahre bei einem ordnungsmäßigen Rabbrner einer Wiederholungsprüfung sich zu unterziehen. Doch, dieses soll und darf uns nicht ab- und zurückhalten, der Wahrheit das Wort zu reden und für die Sache unserer heiligen Religion einzustehen. Wie nothwendig, ja dringend die baldige Wiederbesetzung des Rabvinatsstuhles von Westphalen ist, geht schon aus dem Mitgetheilten zurEvioenz hervor; es sprechen aber noch viele aridere Urnstände dafür. Wir werden aus diese wichtige Angelegenheit, trotzdenr dieselbe schon zu wiederholten Malen in diesen Blättern zur Erörterung gebracht worden, in unserem demnächstigur Berichte r.'V'- zurückzu ko Minen uns erlauben; das Gute und äußerst Nothwendige kann nicht zu oft besprochen und wiederholt werden. Oestrich. M. R o s e n w a l d, Lehrer. Czarnikau, 31. Juli. Das Jnspectorat über die hiesige israel. Elementarschule, welches bis jetzt von dem Pastor Prim. Hohne ausgeübt wurde, ist neuerdings Seitens der Regierung dem hiesigen Rabbiner I)r. Popper übertragen worden. ' (P. Z) Straßburg, 26. Juli. Der Oberpräsident hat eine Verordnung erlassen, nach der die Functionen des israel. Eentralconsistorinms bis aus Weiteres von den israel. Bezirksconsistorien und zwar von jedem derselben für seinen Bezirk ausgeübt werden. Nur die mit dem Staatsaufsichtsrath zusauunenhängenden Functionen geben einstweilen auf die Bezirkspräsidenten über. iStraßb. Z.) O e st e r r. - U a g a r i' ch e Ri o n a r ch i e. Ungarisch-Brod. Auch hier geben sich die Resormritter alle Aiühe, um alles alte Ehrwürdige schonungslos niederzutreten, wobei sie freventliche Eingriffe in die «Gewissensfreiheit machen, die doch eine der edelsten Errungenschaften unseres Jahrhunderts ist. Eine nackte Tharsache wird den Beweis davon liefern. In neuester Zeit geht man damit um, die Svnagoge den neuzeitlichen Ansprüchen gemäß zu moduliren. Chor und das ganze Anhängsel soll eingeführt werden. Dagegen sträubt sich das Gewissen von 30 Gemeindemitgliedern. Diese wollten nicht mehr die Gemeindesynagoge besuchen, jedoch Gemeindemitglieder bleiben und alle Lasten der Gemeinde tragen, und beschlossen, ein Local zu miethen, wo sie nach althergebrachter Sitte sein wollten. Als-sich dieselben am ersten ra» zum Gebete versammelten, beansvruchte der Bürgermeister, Herr B. die Hrlfe des Bezirksrichters, um