Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1872)
- Date
- 1872-08-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Sin Kenlrat - Hrgan für das orlhodore Kudenthum. Herausgegeben von Vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 14. August 5 6 3 2 (1 8 7 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzefle oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Directe Francozusendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Zu Sabbat Nachamu. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland:; München- Wiesbaden. Bielefeld. Hüls. Aus Westphalen. { Czarnikau. Straßburg. — Oe st er r. -Ungar. Monarchie: , Ungarisch -Brod. — Italic»: Treviso. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Veionl. England: London. Lon-! don. Belgien: Brüssel. — Rntzand: Petersburg. - i Amerika: New-Nork. New-Nork. Baltimore. — Feuilleton: Der Fürst von Coucy. Anhalt der Meilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeirunzsnuch, Ichten und Correspvndenzen: Deutschland: Berlin. — Rußland. — Amerika: Quincv. — Feuilleton: Das Waisenhaus der jüd. Gemeinde in Berlin. Inhalt der G^tra-Aeilage: Nachtrag zu den früher erstatteten Rechenschaftsberichten von Herrn Dr. Salbend:. — Spenden für die Armen des bl. L. ■ — Für die Nothleidenden in Ismail, Cahul rc. — Zur Linj derung der Hungcrsnoth in Persien. - Für Wittwe Stern j in Fulda. Für die Wittwen und Waisen im hl. L. - j Für Beth Jakob in Jerusalem. — Für Herz Cohn in Lie- I benau. — Für die Familie Tbalbeimer in Lehr ensteinfels. —! Leitender Artikel. Zu Sabbat Nachamu. 'v±- vir; >vr; „Tröstet, tröstet mein Volk, wird sprechen euer Gott." Die dumpfen Schmerzenstöne und die wehmüthigen Trauerlieder ob des Falles Zions sollen iu Trostesworte sich verwandeln: die Zerstörung unseres Rationalheiligtbuins, der Verlust unserer politischen Selbstständigkeit sollen eine doppelte Sühne sein für unser begangenes Unrecht ans heiligem Boden. Die Hoffnung auf Wiedererlangung des uns Entrissenen soll uns beleben, soll llns in trüben Zeiten vor Verzweiflung schützen, soll uns ein Rettungsanker sein,-wenn so mancher harter Schicksalsschtag urijere Eristeuz gefährlich bedroht. Was berechtigt Israel jedoch zu dieser Hoffnung? Sollte die Länge der Zeit nicht das Andenken an Jernscholajim gänzlich verwischt haben? War Israel nicht, seitdem es deil heimathlichen Boden verlassen mußte, stets der Willkür seiner Bedränger preisgegeben? War es nicht in jedeni Winkel der Erde der entehrendsten Behandlung ausgesetzt? Diese und ähnliche Vorwürfe hören wir leider sehr ott von unfern innern und äußern Feinden. Die Gläubigen in Israel jedoch weiien mit Stolz auf eben diese Facta in der Geschichte unserer Vergangenheit hin: daraus eben schöpfen wir unsere Hoffnung. Nachdem sich die München Waisen gegen unsere mächtigen stolzen Feinde als nutzlos erwiesen, da drücktcu uns die Verhältnisse andere Waffen in die Hände: die Waffen des Geistes sollten uns vor gänzlichem Untergang schützen 'and zu den glänzendsten Siegen verhelfen. Während die Völker der Erde mit dem Ausbieten aller Kräfte um die Weltherrschaft rangen, während die stolzen Eroberer ihre Schwerter schartig gehauen und während die verschiedenen Religionen mächtige Nationen unterwarfen. vierte Israel im Stillen seine Triumphe ani dem Gebiete des Geistes, triumpbirte es ob seiner geistigen Cnrungenschasten. Völker tauchten ans und nieder: sie zeigten nicht die sittliche Kratt. um als Werkzeug in der Hand der Vorsehung den Fort-