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Der Israelit · 1872-08-07 · Heft 32 (7.8.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 32 (7.8.1872)
Date
1872-08-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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69l ift überzeugt, das die Mahnungen der Pforte und die Anstrengungen der Regierung vor'. Rumänien den gewünschten Erfolg nicht verfehlen werden. Von einer Cotlectivuote der europäischen Regierungen, die früher vielfach in Aussicht genommen wurde, ist nicht mehr die Rede. Aoschknni, 21. Juli. Am 21. Juli a. St. hat vor dem hiesigen Schwurgerichte eine Verhandlung stattgefnnden, die auf der einen Seite zeigt, welch gesunder Kern in unserm Bauernstände steckt, und wie alle Exzesse, die auf politischem sowohl, als auch auf religiösem (Gebiete, sich dei uns leider nur allzu oft wiederholen, ihren Ursprung in den perfiden Abuud Ansichten derjenigen haben, die sich „liberal" nennen, und ihre crasse Ignoranz mit dem durchsichtigen Firniß der sogenannten Civilisation übertüncht haben. Die Thatsache ist folgende: Im vergangenen Herbste kam ein Jude, Namens Hirsch Zalel, aus Rußland nach dem Dorfe Sarc, Distrikt Pntna, herüber, um eine große Summe Nüsse anzukaufen. Der Fremde kehrte bei einem gewissen Jlie Süre ein, der ihm zugleich als Dolmetscher dienen sollte. Letzterer, in der richtigen. Voraussetzung, daß der Jude viel Geld bei sich haben müsse, faßte einen höllischen Entschluß, für dessen Ausführung er zwei Individuen, Namens Nicolae Galatan und Jon Otoroe, anwarb. Die beiden Gauner weihten noch einen dritten, den Nicolae Gligorasch, in ihren Plan iin. Nach wohlüberlegtem Operationsplane begab sich nun Gligorasch als Kutscher verkleidet zu dem Inden und sagte ihm: „Warum gehst du denn, Jude, nicht in ein anderes Dorf, das hier in der Nahe ist, all wo du viel Nüsse und zu billigeren Preisen finden wirst; wenn du willst, so führe ich dich selbst dabin, denn ich habe Wagen und Pferde " Nachdem sie über den Preis der Uebenahn sich verständigt hatten, begaben sie sich am den Weg nach dem genannten Dorfe. Der Kurscher brachte den Juden bis zu einem Walde, wo plötzlich der Wagen von Nicolai Galatan und Otoroe, die ans dem Dickicht veraustraten, angehalten wurde. Nachdem der Jude mit Hilfe des Kutschers gebunden worden war, entfernte fich dieser mit seinem Gefährt. Die beiden Gauner schleppten nun ihr Opfer bis zu einem Abhange, nahmen ihm die Geldkatze ab, tödteten den Geraubten mit Messerstichen und warfen den Leichnam in den naben Fluß. Der bald darauf aufgefundene Leichnam vcranlaßte; die Districtsbehörde^Zkachforschungen anzustellen, und den! Bemühungen des snb-Präfekten gelang es endlich, des Mörders habhaft zu werden. Herr D. Braescu war der Bertheidiger dieser! Gauner vor dem Schwurgerichte. Sein Plaidoyer lautete j im Wesentlichen wie folgt: j „Meine Herren Geschworenen! Sie müssen vor! allen Dingen die Lage der Juden kennen; sie müssen j sich erinnern, daß diese Blirtegel sich an den Körper ' unseres Volkes geheftet und das Blut und das Mark! der Rumänen aussangen. Ich kann Ihnen durch ihr j Gesetzbuch, den Talmud, beweisen, daß sie sich des Blutes! der Christen als eines Getränkes an Festtagen bedienen,! uiid außerdem ist es bei den Juden Gebot, einen Christen, I wenn er auf einem Abhange steht, hinterrücks in die; Tiefe hinabzustürzen. Sie sehen, wie weit ihr Haß j gegen uns reicht. j Meine Herren Geschworenen! ich und alle wahren! Christen müssen diese jüdischen Unholde nicht als menschliche Wesen, sondern als rvilde Thiere berrachten. Deßhalb rverden e^ie. wie ich überzeugt bin, ein Berdrct auf — Nicht-Schuldig geben, da meine Clienten nur irr der löblichen Absicht gehandelt haben, uns von dieser i jüdischen Krätze nach und nach zu befreien." J Die Geschworenen, meist Landarbeiter aus dem Districte, verurtheilten trotzdem alle drec Angeklagten. Das rumänische L>prichwort hat sich wieder bewährt: „ - eher der wahre Bauer, Als der verkappte Liberale." (Rum. Post., R u ß l a n d. Petersburg. Wie das „Journ. von St. Petersburg" mittheilt, hat eine in Pillten (Kurland) wohnende Israelitin innerhalb 10 Monaten 7 Kinder geboren. Nachdem sic Ende Juli 1671 4 Mädchen das Leben geschenkt, ward sie gegen Ende Mai dieses Jahres von 2 Knaben und 1 Mädchen entbunden. Mutter und Kinder befinden sich wohl. Türk e i. Konfikarrtinsprt. Ww man aus Koustantinopel telegraphirt, wurden dort dw Musiouäre wegen Beleidigung anderer Religionen ausgewiesen. Es wäre zu wünschen, daß man in allen Landern diesem Treiben ein Ende mache.

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